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FRANKFURT (awp international) - Rückschlag für die Deutsche Bank: Das Institut hat den geplanten Verkauf der BHF-Bank wegen des drohenden Vetos der Behörden abgeblasen und will das Kreditinstitut nun behalten. Die unterschriftsreife Abmachung über einen Verkauf an die Liechtensteiner Bank LGT sei "nach Diskussionen zwischen den Parteien und den zuständigen Aufsichtsbehörden" zurückgezogen worden, teilte die Deutsche Bank am Montag in Frankfurt mit. Deutsche-Bank-Aktien verloren bis zum Mittag rund 2% an Wert. Dabei belasteten jedoch vor allem Diskussionen um griechische Staatsanleihen.
Nach dpa-AFX-Informationen aus Finanzkreisen drohte die Bank des Fürstenhauses Liechtenstein beim sogenannten Inhaberkontrollverfahren der Finanzaufsicht Bafin durchzufallen. Die Behörde habe grosse Zweifel an der "Zuverlässigkeit" der LGT angeführt. Dazu gehört etwa, wie offen sich das Institut gegenüber der Aufsicht zeigte. Ein Bafin-Sprecher bestätigte lediglich, dass sein Haus den Verkauf unter die Lupe genommen habe.
Die LGT war 2008 ins Visier deutscher Steuerfahnder geraten. Sie soll reichen Deutschen bei der Steuerflucht ins Ausland geholfen haben. Im Zuge der Affäre war der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Strafverfahren gegen die LGT-Gruppe wurden Ende 2010 gegen Zahlung von gut 46 Mio EUR an die deutsche Staatskasse eingestellt.
Schwerpunkte der BHF-Bank sind die Vermögensverwaltung und das Geschäft mit wohlhabenden Kunden. Das Institut war der Deutschen Bank zugefallen, als sie 2009 die in Schwierigkeiten geratene Kölner Privatbank Sal. Oppenheim übernommen hatte, zu der die BHF-Bank gehörte. Früher galt das Geldhaus als Kaderschmiede des deutschen Banker-Nachwuchses.
Die Deutsche Bank äusserte in einer Mitteilung ihr Bedauern über das Scheitern des Verkaufs. Der Dax-Konzern hatte einen Buchwert von 600 bis 650 Mio EUR veranschlagt. Es sei ein "guter Vertrag" vorbereitet gewesen. Um die Ungewissheit über die Zukunft der Traditionsbank zu beenden, habe der Deutsche-Bank-Vorstand entscheiden, den Verkaufsprozess nicht fortzusetzen.
Zunächst wird die Unsicherheit bei den rund 1'500 Mitarbeitern der BHF-Bank aber anhalten. Die Deutsche Bank kündigte an, das Institut nun stärker in den Konzern zu holen und in die Vermögensverwaltungssparte zu integrieren. Offen ist, was mit den anderen BHF-Geschäftsteilen wie dem Investmentbanking, dem internationalen Kreditgeschäft und dem Eigenhandel passiert. Einzelheiten über die genaue Zukunft der BHF-Bank will die Deutsche Bank "baldmöglichst" bekanntgeben.
LGT war vor allem an dem BHF-Geschäft mit vermögenden Privatkunden interessiert. Immer wieder war daher über eine Zerschlagung der Bank spekuliert worden. Monatelang hatte die Deutsche Bank mit mehreren Interessenten wie dem US-Investor KKR gesprochen, am Ende aber nur noch mit den Liechtensteinern verhandelt.
/enl/he

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