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Libyen verweigert Swiss-Passagieren die Einreise

Keine Einreiseerlaubnis für 37 Passagiere eines Swiss-Flugs in Tripoli am Sonntag.

(Keystone Archive)

Die libyschen Behörden haben am Sonntag in Tripoli 37 Passagieren eines Swiss-Fluges aus Zürich die Einreise verweigert. Libyen hatte das Passgesetz ohne Vorankündigung geändert.

In einem Gespräch mit dem libyischen Geschäftsträger in Bern hat das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten sein Erstaunen über das Vorgehen zum Ausdruck gebracht.

Das nordafrikanische Land Lybien lässt seit Sonntagmorgen nur noch Ausländer mit arabischem Pass oder mit einer offiziell beglaubigten arabischen Übersetzung des Reisepasses ins Land.

Diese Bestimmung wurde jedoch den Fluggesellschaften vorher nicht mitgeteilt, wie Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel eine Meldung von NZZ-Online bestätigte.

An Bord des regulären Swiss-Flugs waren 115 Passagiere. 37 von ihnen mussten laut Donzel am Sonntag mit dem gleichen Flugzeug in die Schweiz zurückkehren, obwohl sie gültige Reisepässe hatten. Wegen der Probleme sei der Flug zwei Stunden verspätet gewesen.

Ganzes Flugzeug zurückgeschickt

Die neue Bestimmung traf auch andere europäische Gesellschaften. So wurde am Sonntag ein Flugzeug der französischen Charterlinie Air Méditerranée nach stundenlangem Warten zur Rückkehr nach Paris gezwungen.

Die 172 Passagiere hatten keine arabische Übersetzung ihrer Pässe. Wie ein Vertreter der Air Méditerranée sagte, erfuhr die Fluggesellschaft erst nach der Landung vom neuen Passgesetz.

Obwohl das Flugzeug unterbesetzt war, verweigerten die Behörden zudem über 80 weiteren Passagieren den Einstieg, die in Libyen auf ihren Rückflug warteten. Sie seien so lange blockiert, bis sie eine Übersetzung ihrer Pässe vorweisen könnten, sagte ein Passagier.

Diplomatische Intervention

Die Swiss bat um eine Intervention der Schweizer Behörden. "Es erstaunt, dass die Libyer ohne Vorwarnung ihre Einreisebestimmungen ändern", sagte Donzel.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat am Montag den libyischen Geschäftsträger in Bern zu einem Gespräch ins Bundeshaus einbestellt. "Bei dem Treffen haben wir unserem Erstaunen über das Vorgehen Ausdruck gegeben", betonte EDA-Sprecher Lars Knuchel auf Anfrage von swissinfo. In der Diplomatensprache steht diese Formulierung für "Protest". Das EDA hatte erst nach der Ankunft der Swiss-Maschine in Tripoli von den neuen libyischen Passbestimmungen erfahren.

Laut Swiss startet der nächste Flug von Zürich nach Tripoli am Dienstag. "Wir werden die Passagiere - inklusive die vielen Umsteigepassagiere für diesen Flug - informieren und sie bitten, sich eine arabische Übersetzung zu beschaffen", sagte Donzel. Gebucht seien bislang 60 Passagiere.

Vor dem Abflug werde die Swiss deren Reisepapiere überprüfen. "Wer keinen arabischen Pass oder keine Übersetzung hat, den müssen wir in Zürich zurücklassen", bedauerte Donzel.

swissinfo und Agenturen

Rückkehr zur alten Praxis

Lybien war während Jahrzehnten das einzige arabische Land, das eine offiziell beglaubigte arabische Übersetzung des Reisepasses verlangte.

Im März 2005 wurde diese Einreisebestimmung aufgehoben.

Obwohl die Übersetzung des Reisepasses somit nicht mehr zwingend war, empfahlen zahlreiche Reiseanbieter Lybien-Reisenden ihren Pass trotzdem auf arabisch übersetzen zu lassen, auch für den Fall einer Polizeikontrolle.

Die Wiedereinführung dieser Reisebestimmung am 11. November stiess allseits auf Erstaunen. Die vom Bundesamt für Migration empfohlene Übersetzerin erfuhr von der Wiedereinführung der alten Praxis erst am Montag.

Lybien ist eines der wenigen arabischen Länder, das sich weigert, in einem Reisepass mit einem Stempel von Israel ein Einreisevisum auszustellen.

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