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MÜNCHEN (awp international) - Der Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde hat seinen Erfolgskurs fortgesetzt. Umsatz und Ergebnisse zogen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres kräftig an. Dabei übertraf Linde die Schätzungen der Experten. Die weltweite Wirtschaftskrise hatte auch Linde wie seine Konkurrenten im ersten Halbjahr 2009 kalt erwischt. "Es geht weiter aufwärts, weltweit haben wir im Verlauf des zweiten Quartals zunehmend einen Nachfrageanstieg gesehen", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle am Montag laut Pressemitteilung. "Wir blicken recht zuversichtlich auf die kommenden Monate." Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr präzisierte der Linde-Chef.
"Wir sind auf einem guten Weg, das operative Konzernergebnis überproportional zu verbessern und dabei das Rekordjahr 2008 zu übertreffen." Beim Umsatz peilt die im Dax notierte Gesellschaft für 2010 weiterhin einen Zuwachs an. Neben einem deutlich besseren Geschäft setzt Reitzle auch weiterhin aufs Sparen. Auf die weltweite Wirtschaftskrise hatte Linde im vergangenen Jahr mit der beschleunigten Umsetzung seines Programms HPO - High Performance Organisation - reagiert. Mit dem bereits 2008 eingeleiteten Sparprogramm wollen die Münchener die Kosten bis 2012 insgesamt um 650 bis 800 Millionen Euro drücken. 2009 sparte Linde 300 Millionen Euro ein und strich knapp 4.200 Stellen weltweit. Das Unternehmen beschäftigte Ende März 47.683 Mitarbeiter.
EREBNISZUWACHS - AKTIE STEIGT AN DAX-SPITZE
Von Januar bis Juni sei das operative Konzernergebnis (EBITDA) um mehr als ein Viertel auf 1,396 Milliarden Euro gestiegen, teilte Linde mit. Unter dem Strich blieben nach Minderheiten 445 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Linde nur 248 Millionen Euro verdient. Die operative Konzernmarge erhöhte sich auf 22,9 Prozent. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten um 11,5 Prozent auf 6,104 Milliarden Euro. Mit seinen Zahlen übertraf Linde die Schätzungen der Analysten. Auch der Konkurrent Air Liquide aus Frankreich konnte Umsatz und Ergebnisse im Berichtszeitraum deutlich verbessern. Die Linde-Aktie legte im frühen Handel an der Dax-Spitze um 2,19 Prozent auf 91,92 Euro zu.
Den stärksten Zuwachs verzeichnete Linde mit seinem grössten Geschäft Gase. Der Umsatz zog um 13,4 Prozent auf 4,931 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn erhöhte sich um 17,5 Prozent auf 1,337 Milliarden Euro. Dazu beigetragen haben fast alle Regionen. Das grösste Plus verzeichnete aber wie bereits in den Vorquartalen die Region Asien und insbesondere China. Im laufenden Jahr will Linde in dem Geschäftsbereich den Umsatz steigern und sein Rekordergebnis von 2008 übertreffen. Im Vorkrisenjahr hatte der Konzern in der Sparte ein operatives Ergebnis von 2,417 Milliarden Euro ausgewiesen.
In der kleineren Sparte Anlagenbau spürte Linde im ersten Halbjahr ein "leichtes Anziehen" der Nachfrage in den vier grossen Geschäftsfeldern Olefin-, Erdgas-, Luftzerlegungs- sowie Wasserstoff- und Synthese-Anlagen. Der Umsatz erreichte mit 1,095 (Vorjahr: 1,113) Milliarden Euro nahezu das Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis verbesserte sich um mehr als ein Drittel auf 123 Millionen Euro. Die operative Marge kletterte auf 11,2 Prozent (Vorjahr: 8,1 Prozent). Der Auftragsbestand mit gut 4,3 Milliarden Euro bilde eine gute Grundlage für eine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung in den kommenden zwei Jahren, hiess es. 2010 will Linde den Umsatz auf Vorjahreshöhe halten. Die operative Marge soll hingegen den Vorjahreswert von 8 Prozent übertreffen./mne/nmu/tw

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