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Logitech: Q4 schwach - Tablet-PCs als Risiko und Chance (Zus)

Apples (awp) - Der Computerzubehör-Hersteller Logitech hat im vierten Quartal 2010/11 (per Ende März) trotz höherem Umsatz nur knapp einen Gewinn geschrieben. Das Unternehmen verweist auf schwache Verkaufszahlen in der Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika). Auf Jahressicht legte der Umsatz aber um ein Fünftel zu und der Reingewinn verdoppelte sich sogar.
Von Januar bis März stieg der Umsatz um 4% auf 547,6 Mio USD, die Bruttomarge sank auf 32,8% von 35,8% im Vorjahreszeitraum. Der Betriebsgewinn brach um 87% auf 3,6 Mio ein und der Reingewinn ging noch etwas stärker auf 2,8 Mio zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Anfang April hatte Logitech bereits mit einer Gewinnwarnung auf die schwache Entwicklung in der EMEA-Region hingewiesen.
Im Gesamtjahr 2010/11 stieg der Umsatz hingegen um 20% auf 2,36 Mrd USD und die Bruttomarge auf 35,4% von 31,9%. Der Betriebsgewinn kletterte um 82% auf 142,7 Mio und der Reingewinn verdoppelte sich auf 128,5 Mio.
GEMISCHTE BILANZ
Die Firmenverantwortlichen zogen entsprechend an der Bilanzmedienkonferenz eine gemischte Bilanz. "Es war überhaupt kein schlechtes Jahr, sondern ein sehr solides", betonte Verwaltungsratspräsident Guerrino De Luca. Die Entwicklung im vierten Quartal sei hingegen enttäuschend, ergänzte CEO Jerry Quindlen.
Der Einzelhandelsumsatz stieg im Berichtsquartal um 2%, wobei die Region Asien ein Plus von 32% verzeichnete. Americas legte um 11% zu, während es in der Region EMEA zu einem Rückgang um 17% kam. Der OEM-Umsatz sank um 10%. Die Videokommunikations-Firma LifeSize steigerte die Verkäufe um 88% und erreichte einen Rekordwert.
Nach Produktgruppen konnten im Einzelhandel Mäuse und Zeigegeräte (+4%), Tastaturen (+21%), Video-Zubehör (+3%) sowie der Bereich Digital Home (+13%) zulegen. Rückläufig entwickelten sich die Verkäufe von Audio-Zubehör (-16%) und der Gaming-Bereich (-10%).
Wegen der Abschwächung in der Region EMEA verstärkte Logitech ab Februar verkaufsfördernde Massnahmen. Dies hatte allerdings nicht den gewünschten Effekt, wie CEO Quindlen erklärte: "Es hat die Profitabilität belastet, die Nachfrage aber nicht gesteigert."
TEMPORÄRER EFFEKT?
Der Effekt ist Logitech zufolge nur temporär. "Es dürfte zwei bis drei Quartale, aber nicht über das Geschäftsjahr 2011/12 hinaus dauern, um die Entwicklung in der Region zu stabilisieren,", sagte der Firmenchef weiter.
Strategisch sieht sich das Unternehmen auf Kurs, auch vor dem Hintergrund rückläufiger Perspektiven im PC-Markt. Logitech habe den Wandel vom reinen PC-Zubehör-Hersteller hin zu neuen Wachstumsmärkten bereits eingeleitet und in der Vergangenheit mit Zukäufen unterstützt, betonte VRP De Luca.
Im klassischen PC-Markt setzt Logitech künftig stärker auf Schwellenländer. "In den reifen Märkten wird die Relevanz des PCs zurückgehen", so De Luca. Den dort aufkommenden neuen Plattformen will Logitech mit Fernbedienungen, Videokommunikation und der Kooperation mit Google-TV begegnen. Letztere gilt weiter als Wachstumshoffnung, auch wenn die Verkäufe zuletzt unter den Erwartungen blieben.
RISIKEN UND CHANCEN
Tablet-PCs, deren Boom zumindest teilweise für die schwache Entwicklung im vierten Quartal verantwortlich sein könnte, sieht das Management als Risiko und Chance. "Das traditionelle PC-Umfeld wird bedroht, es gibt aber auch Möglichkeiten, Peripheriegeräte für Tablets zu verkaufen", so Quindlen.
Derzeit würden mit den Mini-Computern vor allem Inhalte konsumiert, hiess es. Künftig sollen Kommunikation und eine aktive Nutzung stärker in den Vordergrund rücken. Quindlen räumte ausserdem ein, dass Logitech im Geschäft mit Tablets bisher etwas langsam agiert habe.
Für das Geschäftsjahr 2011/12 erwartet Logitech einen Umsatz von rund 2,6 Mrd USD - bei rückläufigen Verkäufen des klassischen PC-Zubehörs - sowie einen Betriebsgewinn von rund 185 Mio USD. Dies ergibt eine operative Marge von gut 7%. Zuletzt hatte das Unternehmen eine Marge von 10% in Aussicht gestellt.
Die Bruttomarge wird 2011/12 bei rund 35% und die Steuerrate bei rund 15% gesehen. Die beim Investorentag vorgestellten Mittelfrist-Ziele sind unterdessen laut Management intakt.
Analysten zeigten sich zum Teil enttäuscht über die Gewinnspanne im letzten Jahresviertel, und auch der Ausblick fiel einigen Experten zu verhalten aus. An der Börse verloren die Titel am frühen Nachmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt 0,5% auf 12,25 CHF. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus damit gut 31%.
cc/uh

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