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Lohnkonflikt im Baugewerbe offiziell beigelegt

Nach der klaren Zustimmung der Baumeister am vergangenen Mittwoch (22.03.) hat am Samstag (25.03.) auch die Berufskonferenz Bau der Gewerkschaft GBI den Vermittlungsvorschlag klar genehmigt. Damit ist der Lohnkonflikt im Baugewerbe endlich beigelegt.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2000 - 16:29 publiziert

Der Lohnkonflikt im Schweizerischen Baugewerbe ist offiziell beigelegt. Nach der klaren Zustimmung der Baumeister am vergangenen Mittwoch (22.03.) hat am Samstag (25.03.) auch die Berufskonferenz Bau der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) den Vermittlungsvorschlag klar genehmigt.

Die Vermittlungslösung sieht vor, dass die Mitarbeiter im Bauhauptgewerbe ab dem 1. Juli 2000 eine generelle Lohnanpassung von 100 Fr. pro Monat erhalten. Die ersten sechs Monate des Jahres sollen durch eine Pauschalzahlung abgegolten werden. Zudem können die Betriebe in Absprache mit den Mitarbeitern die betriebliche Arbeitszeit in Bedarfsfall zusätzlich flexibilisieren.

Für die Gewerkschaft Syna, den anderen Verhandlungspartner der Baumeister, gelte das Vermittlungsergebnis dank der zugestandenen generellen Lohnerhöhung von 100 Fr. pro Monat als angenommen. Damit seien nämlich die Hauptforderung der Branchenkonferenz vom 11. März erfüllt, wie Syna-Delegationsleiter Peter Scola bereits am Donnerstag erklärte.

GBI: "Kampf hat sich gelohnt"

Die rund 100 GBI-Delegierten stimmten am Samstag in Bern dem Vermittlungsvorschlag deutlich zu. Mit dieser Vereinbarung gehe ein Lohnkonflikt zu Ende, der ausserordentlich hart und anstrengend gewesen sei, teilte die GBI im Anschluss an die Berufskonferenz mit.

Der Kampf habe sich für die Bauarbeiter jedoch gelohnt. Der GBI sei es gelungen, gegenüber dem von den Baumeistern im Januar "aus ideologischen Gründen verworfenen Dezember-Kompromiss einige materielle Verbesserungen durchzubringen".

Zunächst Widerstand der Baumeister

Im Januar war ein mühsam erarbeiteter Kompromiss am Widerstand der Delegierten des Baumeisterverbandes (SBV) gescheitert. Eine Mehrheit meist kleinerer Bauunternehmer lehnte eine generelle Lohnerhöhung von 100 Fr. ab. Als Reaktion darauf kündigten die Gewerkschaften den Landesmantelvertrag (LMV) auf Ende März 2000 und drohten mit Streikaktionen.

Um den Arbeitsfrieden in einer der wichtigsten Branchen der Schweizer Wirtschaft - über 4000 Unternehmen mit knapp unter 100'000 Arbeitsnehmern - zu erhalten und Verzögerungen auf wichtigen Grossbaustellen zu vermeiden, bot schliesslich das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) auf Antrag von Bundesrat Pascal Couchepin seine Vermittler-Dienste an.

Einigung in letzter Minute

Gemäss dem nun von beiden Seiten angenommenen Vermittlungsvorschlag wird der LMV für das Bauhauptgewerbe wieder in Kraft gesetzt und gilt bis zum 31. März 2001. Ferner erklären sich die Gewerkschaften bereit, künftig auch über einen flexiblen Teil der Lohnerhöhung zu verhandeln.

Die Sozialpartner verpflichten sich ausserdem, ab Sommer Verhandlungen über die Löhne von 2001 zu führen. Wie GBI-Sprecher Rolf Beyeler auf Anfrage erklärte, beginnen die Verhandlungen im Juni. Die Gewerkschaft wolle dazu eine landesweite Kampagne unter dem Slogan "jetzt sind WIR dran" lancieren. Spätestens im Sommer 2001 soll dann über ein neues Vertragswerk diskutiert werden.

swissinfo und Agenturen

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