Schweizer Hilfsprojekte in Bolivien

Mit Ahnenwissen und neuer Forschung gegen Klimawandel


Rosalia und Jesus kennen sich nicht. Sie sprechen auch unterschiedliche Sprachen. Rosalia ist eine Aymara-Bäuerin und lebt im bolivianischen Hochland. Jesus ist ein Touristenführer in einem der spektakulärsten Nationalparks des Landes. Er gehört zum Volk der Ketschua. Rosalia und Jesus sind durch die hohe Gebirgskette der Anden getrennt.

Beide wissen nicht, dass sie ein Schicksal verbindet. Sie leben in engem Kontakt mit der Natur. Sie verehren die Göttin "Pachamama", die personifizierte Erdenmutter, und sie sorgen für die Überlieferung alter Traditionen und des Wissens ihrer Vorfahren. Doch angesichts der globalen Herausforderungen reichen diese Kenntnisse nicht mehr aus.

Das Klima wandelt sich, und der Wassermangel ist immer deutlicher spürbar. Trockenheit, Kältewellen und Überschwemmungen bedrohen die Existenz der ländlichen und bereits armen Bevölkerungsgruppen in den Anden. Dank Schweizer Hilfe und wissenschaftlicher Forschung schauen Rosalia und Jesus gleichwohl zuversichtlich in die Zukunft. swissinfo.ch hat den Anpassungsstrategien an den Klimawandel in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas nachgespürt.

Anbau in 4000 Metern Höhe

Eine flache und trostlose Steppe. Einige kahle Hügel erheben sich in einer monotonen Landschaft. In einiger Entfernung erkennt man die majestätischen, schneebedeckten Gipfel der Anden. In der bolivianischen Hochebene, auf 4000 Metern über Meer, gibt es kaum Bäume.

Ein Backsteinhaus, daneben ein Stall mit Mauern aus Lehm. Hier lebt Rosalia Mamani Alvares (56) mit ihrem Mann. Sie trägt einen Bowler-Hut, die typische Kopfbedeckung der Anden-Bevölkerung. Die beiden Kinder sind schon lange aus dem Haus. "Sie sind in die Stadt gezogen", seufzt die Frau.

Viele Bauern, welche die armen Dörfer im Hochland verlassen, leben in der Agglomeration der Haupstadt La Paz. Doch Rosalia will trotz des rauen Klimas hier in Caquiaviri bleiben. Mehrere Hühner, sechs Kühe und fünf Schafe besitzt das Ehepaar. "Wir haben nicht viel, aber doch ein wenig. In der Stadt hätte ich gar nichts", sagt sie.



Rosalia ist Bäuerin. Auf dem kleinen Grundstück vor dem Haus baut sie Kartoffeln, Quinoa, Gerste und Canihua  - ein Pseudogetreide  - an. In diesem August wächst aber nicht viel auf den Feldern. Es mangelt an Wasser.

In dieser Gegend gibt es weder Flüsse noch Seen, nur Regenwasser. Auch Brunnen sind rar. Seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Die Regenzeit wird immer kürzer.

Der Wassermangel ist nicht das einzige Problem. Auch Kältewellen oder plötzliche Hagelschläge können ganze Quinoa-Ernten vernichten, erzählt Rosalia.

Die schlimmste Trockenheit


Für die Bauern von Caquiaviri und aus der Provinz Pacajes ist der Klimawandel eine reale Bedrohung. Konkret und dauerhaft.

Während des letzten Sommers fielen Ernten dem Schnee zum Opfer. In anderen Regionen Boliviens führte die Trockenheit zu Schäden. Es sei die schlimmste seit Menschengedenken gewesen, sagen die Bauern von Cochabamba.

"Wir wollen Wasser"

Wasser ist eine immer seltenere Ressource in Bolivien. Die Schweiz unterstützt ländliche Gemeinschaften mit Strategien zur Klimaanpassung. Resistentere Pflanzensorten, Stauseen und Hochwasserschutzräume sollen helfen.


Für Rosalia ist es nochmals gut gegangen. Die Kartoffeln waren zwar kleiner als sonst, aber immerhin konnte ein Grossteil der Ernte gerettet werden. Die Bäuerin konnte die klimatischen Extreme bekämpfen  - dank einer Neuheit, die ihr andere Bauern empfohlen hatten.

Ein Projekt für sicherere Ernten

Rosalia lädt uns ein, in die Dorfschule mitzukommen. In der Schule ihrer Gemeinde Acero Marca ist Feststimmung. Für die Aymara ist der August ein ganz besonderer Monat. Es ist die Zeit, in der die Göttin Pachamama verehrt wird, mit Gaben, Opferritualen, Essen und Tanz.

Die Frauen lassen ihre Instrumente und Trachten liegen, um uns in den Innenhof der Schule zu führen. Sie können es nicht erwarten, uns ihre hausgemachten Spezialitäten zu zeigen. Sie verwenden Mehl aus Quinoa und Canahua, um nahrhafte Speisen herzustellen.

In der Schule gibt es eine Getreidemühle und einen Raum zur Herstellung der Lebensmittel. "Sie können sie hier aufbewahren, tauschen oder verkaufen", sagt Javier Gonzales, der für das Projekt Agricoltura resiliente der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas verantwortlich ist. Sein Projekt will die Lebensmittelsicherheit der Landbevölkerung verbessern..

Biologische Frostschutzmittel

Die 40 Familien der Gemeinschaft Acero Marca bestellen ihre Felder ohne Pestizide. Allerdings hätten sie weder die Zeit noch Kenntnisse, um selbst natürlichen Dünger herzustellen, meint Javier Gonzales. Ein weiterer Raum der Schule ist daher zu einem kleinen Produktionszentrum für biologische Düngemittel geworden.

"Die Böden in dieser Gegend sind nicht sehr fruchtbar", sagt Gonzales. Mit natürlichem Dünger erreiche man es aber, die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen angesichts der klimatischen Veränderungen zu verbessern. Gonzales ist ein Experte für Klimawandel bei Helvetas.

Rosalia kann diesen Befund aus der Praxis bestätigen. "Dieser Dünger macht die Pflanzen robust gegenüber dem Frost", sagt sie.

Die Wiedergeburt von Quinoa

Kuhmist oder Kräuterextrakte reichen aber nicht aus, um die landwirtschaftliche Produktion zu garantieren oder gar zu erhöhen. Eine grössere Vielfalt robuster Pflanzensorten ist nötig.

In den letzten 10 bis 20 Jahren haben sich viele Bauern des Hochlands dank des Booms von Quinoa auf gewinnbringende Pflanzungen konzentriert. Dieses Pseudogetreide ist weltweit gefragt. Aber der Preis ist gefallen. "Und angesichts der klimatischen Veränderungen sind diese Monokulturen problematisch", sagt Javier Gonzales.

Daher sei es wichtig, die Produktion zu diversifizieren und neue Sorten oder Kreuzungen auszuprobieren. "Das ist ein Schwerpunkt unseres Projekts", sagt er.

Quinoa, die Kehrseite der Medaille

Zwischen 1990 und 2014 konnte die Produktion von Quinoa in den südlichen Anden massiv erhöht werden. Und dank steigender Preise hat sich die ökonomische Situation vieler Bauern verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Interdisziplinären Zentrums für nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern, die jedoch zugleich auf die Kehrseite dieser Entwicklung mit ihren negativen ökologischen Auswirkungen hinweist (Bodenerosion, Verseuchung durch Pestizide).

Im Oktober wird Rosalia fünf unterschiedliche Sorten Quinoa anpflanzen. Solche, die weniger Wasser brauchen und schneller reifen – in nur vier statt sechs Monaten.

Hüter von überliefertem Wissen

Dieser Artikel entstand im Rahmen von eqda.ch, einem Austauschprojekt zwischen Journalisten und Journalistinnen aus der Schweiz und aus Entwicklungsländern.


Für die Bauern ist der Klimawandel nur ein neuer Meilenstein in einer langen Reihe von Herausforderungen. Über Jahrhunderte mussten sie ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit unter Extrembedingungen nachgehen. "Sie nutzen das überlieferte Wissen ihrer Vorfahren, um Vorhersagen zur Entwicklung des Klimas zu machen", sagt Maria Quispe, Direktorin von Prosuco, einem bolivianischen Verein zur Förderung von Nachhaltigkeit und Wissensteilung.

Der "Yapuchiri" - der "gute Bauer" in der Sprache der Aymara – ist in den ländlichen Gegenden eine Instanz. Er bewahrt und verbreitet das Wissen der Vorfahren. Und die Gemeinschaft wendet sich an ihn, um zu wissen, wie die nächste Saison ausfallen wird. Wird es ausreichend regnen? Wird es hageln? Ist es besser, die Felder in der Ebene oder an den Flanken der Hügel zu bestellen? Wann ist der beste Zeitpunkt zum Säen?

Miguel Ortega ist einer der zehn Yapuchiri von Caquiaviri. Er hat gelernt, auf die Erde zu hören und sie zu beobachten. Anfänglich machte er sich das Wissen der Alten im Dorf zu Nutze. Später besuchte er – mit Unterstützung aus der Schweiz – einen Weiterbildungskurs des Ministeriums für Erziehung und Bildung.

Der Yapuchiri schaut, wo die Vögel ihre Nester bauen und wie sich die Insekten bewegen. Wenn der Anden-Fuchs weisse Exkremente hinterlässt, bedeutet dies, dass die Kartoffelernte gut ausfallen wird.

Auch die Blüte der Pflanzen, das Wetter an religiösen Festtagen oder die Stellung der Planeten geben Hinweise auf die meteorologischen Entwicklungen. Die Bauern von Acero Marca versichern, dass sich die Vorhersagen der Yapuchiri zu 80 Prozent bewahrheiten.


Miguel Ortega wiederholt es wie ein Mantra: "Wenn ihr unterschiedliche Sorten aussät, werdet ihr nicht reich, aber ihr habt genug zu essen." Der "gute Bauer" ist überzeugt, dass überliefertes Wissen einen ersten Schritt darstellt, um den Klimawandel zu bekämpfen. Aber er betont auch, dass dieses allein zur Bewältigung der momentanen Herausforderungen nicht mehr ausreicht.

"Die westlichen Technologien, Messstationen und wissenschaftlichen Wettervorhersagen helfen uns heute sehr", sagt Manuel Ortega. Für den Yapuchiri ist das "Pachagrama" von fundamentaler Bedeutung. Es handelt sich um ein agroklimatisches Register, das verschiedene Indikatoren sammelt, von den Wetterbedingungen über meteorologische Extremereignisse bis zum verwendeten Dünger.

Dialog von Wissen

Das tradierte Wissen ergänzt der Yapuchiri folglich durch wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse. Und am Zentrum für landwirtschaftlich-ökologische Studien der 1985 mit Schweizer Hilfe gegründeten Universität von Chochabamba (Agruco) wird genau dies gemacht. Das Wissen früherer Generationen wird gesammelt und mit moderner Wissenschaft ergänzt. Es handelt sich um einen "Dialog von Wissen", wie Agruco-Mitgründer Rinaldo Mendieta sagt.

"Dieser Wissens- und Erfahrungsaustausch, den wir auch dank der Initiative der Universität Bern aufgegleist haben, erhöht die Widerstandsfähigkeit und damit eine bessere Anpassung an den Klimawandel", erklärte Mendieta.

Die Gletscher verschwinden

Bolivien gehört weltweit zu den Ländern, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind. In der Andenregion dürfte die Durchschnittstemperatur innerhalb eines Jahrzehnts um 2 Grad ansteigen (im Vergleich zur Mitte des 19. Jahrhunderts). Und bis 2100 könnte sie gemäss einem Expertenbericht der Vereinten Nationen (IPCC) sogar um 6 Grad höher liegen.

Genau wie in den Alpen schmelzen auch in den Anden die Gletscher, allerdings noch schneller. In den letzten 40 Jahren haben die Gletscher fast die Hälfte ihrer Masse verloren. In 20 Jahren werden sie verschwunden sein.

Beispielhaft dafür ist die Entwicklung von Chacaltaya auf 5400 Metern. Es war lange Zeit die höchstgelegene Skiregion der Welt. Im Jahr 2009 schmolz dort die letzte Gletscherzunge.

Drohnen für das Gletscherwasser


Bolivien zählt elf Millionen Einwohner und ist eines der Schwerpunktländer der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1968 ist die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) vor Ort. Heute gehöre sie zu den wichtigsten ausländischen Akteuren in der Entwicklungszusammenarbeit, sagt Roberto Daza, Mitarbeiter bei Pro Rural.

Der Verein Pro Rural implementiert die Schweizer Entwicklungsprojekte. "Ein Vorteil der Schweizer Projekte ist ihr Modellcharakter", sagt Roberto Daza.

Das Jahresbudget der Deza in Bolivien beträgt rund 21 Millionen Franken. Ein Drittel wird für Projekte zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verringerung des Katastrophenrisikos verwendet. Bei der Deza, insbesondere dem Programm Biocultura, geht es wie bei Helvetas um eine Synergie aus traditionellem Wissen und technologischer Innovation. Ein Beispiel ist der Einsatz von Drohnen zur Bewahrung des Abflusses von Gletscherwasser.

Tourismus als Klimaanpassung

Wir begeben uns nun auf die andere Seite der Anden – mehrere Hundert Kilometer vom Hochland entfernt. Dort treffen wir auf eine andere Person mit einer typisch bolivianischen Kopfbedeckung – einer Mütze.

Es handelt sich um Jesus Yapura. Er drückt mir einige Kokablätter in die Handfläche. "Du musst diese auf der rechten Seite kauen. Aber erinnere dich daran, sie zu Boden fallen zu lassen. Es ist eine Gabe für Pachamama." Mit Kokablättern spüre man weder Anstrengungen noch Hunger, versichert er.

Der 30-Jährige will uns sein Terrain zeigen. Seit er 14 Jahre alt ist, arbeitet er als Touristenführer im Nationalpark Toro Toro im Departement Potosi. 165 Quadratkilometer Felslandschaft mit Canyons, Höhlen, Wanderwegen und Dinosaurierer-Spuren. Auch hier ist das Klima rau. Tagsüber kann es 30 Grad warm werden, nachts minus 10 Grad.


Jesus ist ein Sohn von Bauern, seiner Heimat sehr verbunden. Er arbeitete für einige Zeit in Cochabamba, als zu Hause die Ernten schlecht waren und nur wenige Touristen kamen. Inzwischen aber gehört er zu den erfahrensten Führern im Nationalpark Toro Toro, auch weil er an einer professionellen Weiterbildung im Rahmen des Entwicklungsprogramms Biocultura teilnehmen konnte. Er zeigt Gesteinsformationen, Kondore, die am Himmel kreisen, Kolibris in den Sträuchern und die Heilpflanzen.

 "Weisst du, wo Lambada entstanden ist?", fragt er mich. Antwort: "Natürlich in Brasilien." Sofort korrigiert er mich: "Das ist falsch, denn es war in Bolivien." Und er spielt die charakteristische Melodie auf seiner Panflöte.

Biokultureller Tourismus


"Für junge Bauern wurde die Entdeckung der natürlichen und kulturellen Vielfalt unseres Territoriums ein Teil der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel", meint Xavier Carlos, Biologe und Umweltexperte. Der Mitarbeiter von Pro Rural spricht von einer "neuen Art des Tourismus", in der das soziale, kulturelle und spirituelle Erbe der Gemeinschaft im Mittelpunkt steht.

Beim "biokulturellen Tourismus" fliessen zwei Pole ineinander. Einerseits das kapitalistische Modell und andererseits die überlieferte Tradition eines Ortes, der eine harmonische Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur anstrebt. "Wir generieren Profit, aber er wird verteilt", hält Carlos fest.

In der Hochsaison verdient Jesus bis zu 3000 Bolivianos im Monat, rund 420 Schweizer Franken. Das ist mehr als das Doppelte des nationalen Mindestlohns. Auch seine Familie und die anderen Bauern von Toro Toro profitieren von der Entwicklung. Die Zahl der Nationalparkbesucher ist von 10'000 im Jahr 2014 auf mittlerweile 25'000 gestiegen.

Es werden unterschiedliche alte Gemüsesorten angebaut, Getreide und Früchte, die direkt vor Ort verarbeitet und verkauft werden, auch in touristischen Einrichtungen. Dadurch entfallen lange und aufwendige Reisen zu den Märkten in Cochabamba. Die Frauen sind ihrerseits in die Geschäftsführung des Nationalpark-Restaurants eingebunden.

Auch Rückkehr ist eine Strategie


Die jüngste Entwicklung von Toro Toro hat dazu geführt, dass Emigranten zurückgekehrt sind. "Einige meiner Freunde waren nach Cochabamba gezogen. Doch nun sind sie wieder hier, weil es Möglichkeiten zur Weiterbildung und etwas Arbeit gibt", hält Jesus fest.

Diese Entwicklung freut Eleodoro Uriona Pardo, den Bürgermeister von Toro Toro. "Mit dem Tourismus und der Verarbeitung der Landwirtschaftsprodukte wollen wir die Migration umkehren", hält er fest. Die Menschen vor Ort entdeckten ihre eigene Geschichte, kümmern sich um Wasser und Umwelt. "Dank Schweizer Hilfe konnten wir letztes Jahr ein Gebiet von 40 Hektaren wieder aufforsten – das sind kleine, aber effiziente Dinge", sagt er.

Migration als Chance

Die Migration sei für Bolivien kein neues Phänomen, sagt der Soziologe Raoul Kaenzig, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Neuenburg und Autor mehrerer Studien über Lateinamerika und die Folgen des Klimawandels auf den Menschen. "Die Menschen sind aus wirtschaftlichen oder klimatischen Gründen immer von den ruralen in die städtischen Regionen gezogen", sagt er. Das Klima sei nur einer der vielen Auslöser für Migration.

Für Kaenzig ist die Frage nicht, "warum sich die Leute auf den Weg machen", sondern vielmehr "warum sie es nicht tun." Das Verbleiben im angestammten Kontext stelle für diese eine Chance dar, meint Kaenzig, eine Möglichkeit zur Anpassung.

Gute Wolken am heiligen Tag


Rosalia und Jesus sind zwei von 100'000 Personen, die von Entwicklungsprojekten in den Bereichen Umwelt und Klima profitieren, welche die Schweiz in Bolivien finanziert. Rosalia im bolivianischen Hochland hofft, dass sie dank resistenteren Sorten ihre Agrarproduktion verdoppeln und einen Teil der Ernte verkaufen kann. Das von ihr produzierte Pseudogetreide mit einem Bio-Siegel könnte eines Tages auch in die Schweiz gelangen. Der Verein von Produzenten von Canahua steht in Kontakt mit einem grossen Schweizer Detailhändler.

Für Rosalia, Jesus und die anderen Bauern Boliviens, steht die neue Landwirtschaftssaison unter einem guten Stern. Am Morgen des 2. August, einem der wichtigsten Tage im Kalender des Anden-Volks, dem Monatsbeginn der Erdenmutter, ist der Himmel bewölkt. Dieses Wetter ist ein Zeichen, dass es ein gutes Jahr wird, ohne Trockenheit. Das sagt der Yapuchiri.

Autoren

Luigi Jorio und Miriam Jemio Telma

Bilder

Luigi Jorio und Ester Unterfinger

Videos

Luigi Jorio und Carlo Pisani

Produktion

Felipe Schärer Diem

@swissinfo.ch