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Lufthansa hält an Skepsis fest - Kämpfen für operativen Gewinn (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2009 - 16:40 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Lufthansa bleibt auch nach einem überraschend rentablen Sommerquartal für die nahe Zukunft skeptisch. "Wir müssen hart kämpfen, um am Ende des Jahres schwarze Zahlen präsentieren zu können", sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag in Frankfurt. Dabei geht es nur um das operative Ergebnis. Unter dem Strich ist ein Verlust ohnehin einkalkuliert. Die Hoffnung richtet sich nun auf die profitablen Töchter Swiss und Germanwings. Ausserdem sollen Sparprogramme dem Konzern dauerhaft in die Gewinnen bringen.
Die Lufthansa-Aktien reagierte mit einen Kurssprung auf die Nachrichten. Am frühen Nachmittag notierte sie mit 2,36 Prozent im Plus bei 10,62 Euro und damit stärker als der Dax . Tags zuvor hatten sie wegen der extrem vorsichtigen Jahresprognose knapp sechs Prozent verloren.
FINANZCHEF SKEPTISCH
Vor allem Finanzchef Stephan Gemkow zeigte sich skeptisch. Auch wenn der Konzern in den ersten neun Monaten operativ 226 Millionen Euro verdient habe, könne er im vierten Quartal diese Summe wieder verlieren, gab er zu verstehen. "Erste Anzeichen einer Stabilisierung in der Mengenentwicklung können den enormen und anhaltenden Druck durch die massiv gesunkenen Preisniveaus bei weitem nicht kompensieren", heisst es im Geschäftsbericht. Auch der zunehmend teurere Treibstoff dürfte aufs Ergebnis drücken. Für 2009 rechnet der Vorstand mit Kerosinkosten von 3,7 Milliarden Euro. Nächstes Jahr sollen es schon 4,5 Milliarden Euro sein.
Bei der Kranichlinie erwartet das Management im Passagiergeschäft in diesem Jahr sogar einen operativen Verlust. Im gesamten Geschäftsfeld Passage, zu dem auch Swiss, Austrian Airlines (AUA), die britische BMI und der Billigflieger Germanwings gehören, will die Lufthansa hingegen nach wie vor positiv abschliessen. Weil AUA und BMI in diesem Jahr Verluste einfliegen dürften, bleiben vorerst nur Germanwings und Swiss als Gewinnbringer.
LUFTFRACHT IN DER KRISE
Rote Zahlen bringt auch das das Geschäft mit der Luftfracht: Trotz Kurzarbeit und stillgelegter Flugzeuge rechnet der Konzern bei Lufthansa Cargo im Gesamtjahr mit einem Verlust.
Mit Sparprogrammen will sich die Lufthansa nun für die härteren Zeiten rüsten. Im eigenen Passagiergeschäft sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro gesenkt werden - umfangreiche Stellenkürzungen inklusive. Das Ergebnis der AUA will Gemkow um mehr als 300 Millionen Euro verbessern. Ein Umstrukturierungsprogramm für BMI soll Ende November vorgestellt werden.
GEWINN IM DRITTEN QUARTAL
Im dritten Quartal hat die Lufthansa indes sogar mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn der AUA und die Auflösung einer Rückstellung liessen den Überschuss um fast ein Viertel auf 184 Millionen Euro anschwellen. Von den fünf grossen Sparten des Konzerns schrieb von Juli bis September einzig Lufthansa Cargo rote Zahlen. Auf Konzernebene fiel der Lufthansa-Umsatz um 9 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging um 21 Prozent auf 218 Millionen Euro zurück. Auch die Finanzlage verschlechterte sich: Binnen neun Monaten verwandelte sich die Nettoliquidität von 125 Millionen Euro in eine Nettokreditverschuldung von 1,9 Milliarden Euro.
Angesichts der Krise fährt die Lufthansa ihre Investitionen zurück. In den Jahren 2009 bis 2012 sollen sie insgesamt um 2,1 Milliarden Euro niedriger ausfallen als ursprünglich geplant. Dazu hat sich der Konzern mit den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing auf neue Liefertermine für bereits bestellte Maschinen geeinigt./stw/he

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