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BERLIN (awp international) - Lufthansa-Chef Christoph Franz sieht Europas grösste Fluggesellschaft trotz der Krisen in Japan und Nordafrika im Aufwind. "Wir erwarten, dass sich die insgesamt positive Geschäftsentwicklung für 2011 fortsetzt und sich in den Ergebnissen am Ende des Jahres widerspiegeln wird", sagte der Manager am Dienstag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. Allerdings hätten Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan gezeigt, dass es keine verlässlichen Prognosen gebe. Die Lufthansa-Aktie schloss mit plus 0,23 Prozent bei 15,205 Euro und entwickelte sich damit besser als der etwas schwächere Gesamtmarkt .
Die Krise in Japan und die Unruhen im Nahen Osten belasteten das operative Ergebnis der Lufthansa laut Franz bereits im ersten Quartal mit fast 40 Millionen Euro. Davon entfielen 22 Millionen auf die Nahost-Region und 16 Millionen Euro auf Japan. In den kommenden Monaten dürften weitere Auswirkungen in abgeschwächter Form in der Bilanz zu spüren sein, sagte der Manager.
LUFTVERKEHRSSTEUER
Auch für die Luftverkehrssteuer, die Flüge von deutschen Flughäfen seit Januar um 8 bis 45 Euro verteuert, greift die Lufthansa in die eigene Tasche. Der Konzern könne die Steuer nicht komplett an die Kunden weitergeben, weil dies sonst auf die Nachfrage drücke, sagte Franz. Im ersten Quartal hätte das Unternehmen operativ sonst 15 Millionen Euro besser abgeschlossen. Ihre Quartalsbilanz will die Lufthansa offiziell an diesem Donnerstag (5. Mai) veröffentlichen.
Unterdessen muss sich die Gesellschaft weiter mit steigenden Treibstoffpreisen und billiger Konkurrenz auseinandersetzen. Der Ölpreis werde in den kommenden Monaten vermutlich weiter steigen, sagte Franz. Die Ticketpreise legten allerdings bislang nur langsam zu. "In der Folge heisst das für Lufthansa, dass wir noch mehr sparen und die Effizienz noch stärker erhöhen müssen", sagte der Manager, der sich in seiner früheren Rolle an der Spitze der Konzerntochter Swiss einen Ruf als harter Sanierer gemacht hat.
TÖCHTER IM BLICKPUNKT
Auch in seiner Rolle als Lufthansa-Chef hat sich Franz vorgenommen, das Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen. Die bislang defizitären Auslandstöchter Austrian Airlines und British Midland müssen dazu erst einmal schwarze Zahlen schreiben. Langfristig hat sich Franz für die Lufthansa eine operative Gewinnspanne von acht Prozent zum Ziel gesetzt - ein Wert, der in der Branche bisher kaum erreicht wurde. Auch die Lufthansa kam 2010 lediglich auf vier Prozent. Dennoch müsse ein solches Ziel sein, sagte Franz. Sonst wäre es "sehr schwierig, ein Wachstum des Unternehmens mit dem Markt zu finanzieren".
Ein Dorn im Auge ist Franz das ungebremste Wachstum der Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Die Gesellschaften machen den Europäern im lukrativen Langstreckengeschäft zu schaffen. Im Europaverkehr kämpft die Lufthansa hingegen gegen rote Zahlen und die Konkurrenz der Billigflieger. Unternehmen wie Ryanair haben ihr Angebot seit der Wirtschaftskrise weiter ausgebaut, haben nun aber ebenfalls unter der deutschen Ticketsteuer zu leiden.
Trotz der Herausforderungen im laufenden Jahr erwartet Franz, dass die Lufthansa Umsatz und operativen Gewinn steigern kann. 2010 hatte sie Erlöse von 27,3 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 876 Millionen Euro eingeflogen. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern dank eines Steuereffekts mehr als eine Milliarde Euro.
DIVIDENDE
Die Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung einer Dividende von 60 Cent je Aktie zustimmen, nachdem sie für das Krisenjahr 2009 leer ausgegangen waren. Auch 2011 dürften die Voraussetzungen für eine Dividende erfüllt werden, sagte Franz. Wie viel die Lufthansa in diesem Jahr tatsächlich verdienen wird, wollte er jedoch nicht voraussagen. Die Hauptversammlung beschloss für 2010 eine Dividende von 60 Cent je Aktie. Für das Krisenjahr 2009 hatte es keine Ausschüttung gegeben.
Ausserdem steht bei dem Aktionärstreffen die Einsetzung eines Sonderprüfers zur Abstimmung, der die Übernahme der AUA vor fast zwei Jahren unter die Lupe nehmen soll. Der Antrag der Aktionärin Blacksmith Fund Limited richtet sich vor allem auf das Hinausdrängen der Minderheitsaktionäre der damals schwer ins Schlingern geratenen Fluggesellschaft. Die Lufthansa hatte im ersten Schritt der Übernahme 4,49 Euro je AUA-Aktie geboten. Die im Zuge des sogenannten Squeeze-out hinausgedrängten letzten Miteigner erhielten hingegen nur noch 50 Cent je Aktie.
Abgelehnt wurde von den Aktionären der Antrag eines Investors, einen Sonderprüfer in Zusammenhang mit der Übernahme der österreichischen AUA vor fast zwei Jahren einzusetzen. Dieser hätte die Konditionen beim Herausdrängen der AUA-Minderheitsaktionäre nochmals gesondert untersuchen sollen./stw/stk/tw

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