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Lugano-Agno: Verschärfte Anflugregeln gelten

Der Flughafen von Lugano-Agno muss sich aus Sicherheits-Gründen mit einem neuen Anflug-Regime abfinden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat seine Verfügung bestätigt.

Es gilt eine Übergangsdauer von zwei Jahren.

Das heutige Anflug-Regime des Flughafens Agno verstosse gegen internationale Bestimmungen, sagte Max Friedli, BAZL-Direktor ad interim, vor den Medien in Bern. Besonders der steile Tauchflug von 11,85 Grad während des Anflugs stelle ein hohes Sicherheits-Risiko dar.

Dieser wird nun ab November 2003 etappenweise behoben. Während zwei Jahren dürfen in Agno nur noch Flugzeug-Typen landen, die für einen Anflug-Gleitwinkel von 6 Grad zertifiziert sind.

Juristisch verantwortbar



In der Übergangszeit kann dieser Winkel auf 7,2 Grad reduziert werden. Diese Übergangs-Bestimmung sei als befristete Massnahme inhaltlich wie juristisch verantwortbar, sagte Friedli. Da die auf 6 Grad zugelassenen Flugzeuge jeweils bis 8 Grad getestet würden, befänden sich die Anflüge mit 7,2 Grad innerhalb des getesteten Bereichs.

Für die Fluggesellschaften heisst dies, dass sie die bisher häufig für den Flughafen Agno benutzten Flugzeuge des Typs Jumbolino während der nächsten zwei Jahre noch einsetzen dürfen. Die Saab 2000 dürfen Lugano ab dem kommenden Monat aber definitiv nicht mehr anfliegen.

Ab November 2005 entspreche der Sicherheits-Standard in Lugano-Agno dann vollumfänglich den internationalen Normen, sagte Friedli. Ab diesem Zeitpunkt müssen die anfliegenden Flugzeuge für einen Anflug von 6,65 Grad zugelassen sein.

Sicherheit geht vor



Solche Flugzeug-Typen sind zwar auf dem Markt erhältlich. Bisher wurden sie aber von keiner der Linienflug-Gesellschaften eingesetzt, die in der Schweiz tätig sind. Auch die Swiss könnte mit ihren Flugzeugen nicht mehr landen, sagte Friedli.

Der Kanton Tessin und die Fluggesellschaften hätten denn auch wirtschaftliche Interessen gegen diese Lösung geltend gemacht. Das BAZL könne dies zwar nachvollziehen. "Trotz der Tragweite der Eingriffe vermögen aber die wirtschaftlichen Interessen die Sicherheits-Aspekte nicht aufzuwiegen", sagte Friedli.

Mittelfristig könne kein Zustand toleriert werden, der nicht 100 Prozent der Norm entspreche. Da der heutige Zustand jedoch jahrelang geduldet wurde, wäre eine sofortige Anordnung dieser Massnahme allerdings nicht verhältnismässig, räumte Friedli ein.

Tessin will rekurrieren



Der Kanton Tessin hat bereits angekündigt, gegen den Entscheid Rekurs einzureichen. Die Entscheidung des BAZL sei gleichzeitig befriedigend und unbefriedigend, sagte der Tessiner Staatsrat Marco Borradori vor den Medien im Bundeshaus. Die Übergangsfrist von zwei Jahren sei ein positiver Punkt.

Schlecht sei dagegen, dass die Saab 2000 nicht mehr eingesetzt werden dürften. Damit riskiere man, Fluggesellschaften zu verlieren, die Lugano bisher anflogen.

Vor einer eingehenderen Stellungnahme wollen die Tessiner Behörden die BAZL-Massnahmen noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

swissinfo und Agenturen

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