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Luxusuhren-Hersteller suchen Personal

Die florierende Konjunktur drückt das Lohnniveau nach oben - zahlbare Arbeitskräfte sind kaum mehr zu finden.

(Keystone)

Die Westschweizer Hersteller von Luxusuhren finden kaum mehr qualifiziertes Personal, auch im nahen Grenzraum nicht. Die florierende Konjunktur führt zwar zu einem deutlichen Anstieg der Bestellungen, drückt aber auch das Lohnniveau nach oben.

«Seit zwei oder drei Jahren fehlen auf unserem Arbeitsmarkt qualifizierte und halb-qualifizierte Kräfte», sagt Zentralsekretär Frédy Marti von der Union der Uhrenhersteller aus Genf, Waadt und Wallis (UFGVV) gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Branche brauche 8 bis 10 Prozent mehr Personal jährlich.

Gut 1900 Stellen bis 2004

Alle Berufe zusammengerechnet beziffert die UFGVV ihren Mitarbeiterbedarf bis im Jahr 2004 auf 1929 Stellen, darunter über 500 Uhrmacher. Das sind insgesamt fast 300 Stellen mehr als Ende August 1999 gesucht worden waren. Unter Berücksichtigung der Pensionierungen müssten bis in vier Jahren demnach 115 zusätzliche Uhrenmacher ausgebildet werden.

Auch in der Metallverarbeitung und anderen Zweigen fehlten Arbeitskräfte, sagt Marti. Alle Uhrenhersteller seien von Stellenwechseln betroffen, da die Angestellten um ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt wüssten.

Überdurchschnittlicher Lohnanstieg

Die Löhne seien in den letzten beiden Jahren inklusive Teuerungsausgleich und Boni durchschnittlich um 8 Prozent gestiegen. Auch im laufenden Jahr würden die Saläre zwischen 4 und 5 Prozent klettern, schätzt Marti.

«Unsere Lohnpolitik orientiert sich an den Gegebenheiten in Genf und im Jurabogen», sagt Fabienne Ciss, Personalverantwortliche bei Patek Philippe. Der Bekanntheitsgrad der Firma, die Sozialleistungen, das Kader oder ein Personalrestaurant seien ebenfalls gute Argumente.

Auch für die Genfer Uhren- und Schmuckgruppe Chopard war es nicht leicht, sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Die Ausbildung von Jungen und Erwachsenen habe dazu beigetragen, den Mangel zu mildern, sagt Personalchef Christophe Schenk.

Forcierte Ausbildung

Die UFGVV hofft, den Personalmangel mit der Berufsausbildung für rund ein Dutzend Uhrenmacherlehrlinge pro Jahr sowie dreissig Schülern an der Uhrenmacherschule in Genf abbauen zu können. «So kann das Loch bei den Lehrlingen bis in drei bis vier Jahren gefüllt werden», sagt Marti.

Weniger optimistisch ist dagegen der Genfer Luxusuhrenhersteller Franck Muller. «Die Schulen sind dem Tempo der Industrie nicht gefolgt», sagt er. «Bei den Uhrmacherschulen, die während der Krise der Branche überlebt haben, sank das Niveau; auch wenn jene von Genf weiterhin zu den besten der Welt gehört.» Der starke Aufschwung der vergangenen Jahre habe die Personalkrise in der Uhrenindustrie verschärft. «Es ist sogar noch schlimmer als zuvor», sagt Muller. «Wir haben zwar die Bestellungen, können aber nicht produzieren.»

Durchlässigere Grenzen gefordert

Schwieriger sei es auch geworden, im benachbarten Frankreich Arbeitskräfte zu finden. Die dortigen Unternehmen wüssten, wie sie ihre Mitarbeiter binden können. Abhilfe verspricht sich Muller von einer Lockerung für Grenzgänger, ohne die das Problem bei qualifiziertem Personal nicht zu lösen sei.

Laut Fabienne Ciss von Patek werden hierzu auch die bilateralen Abkommen beitragen. In Genf herrscht denn auch Aufbruchsstimmung: Franck Muller will in den nächsten zwei bis drei Jahren zwischen 200 und 400 Stellen schaffen. Patek und Rolex «können sich leicht zusätzliche 1000 bis 2000 Stellen vorstellen».

Swissinfo und Agenturen

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