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MEXIKO-STADT (awp international) - Die angeschlagene mexikanische Fluggesellschaft Mexicana de Aviación hat am Wochenende auf unbestimmte Zeit alle Flüge eingestellt. Zuvor waren Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und neuen Investoren über die Sanierung der grössten mexikanischen Fluggesellschaft gescheitert. Andere Fluggesellschaften des nordamerikanischen Landes versuchen, die Ausfälle mit Spezialtarifen auszugleichen. Dennoch konnten viele Fluggäste nicht zu ihren Zielflughäfen weiterfliegen.
Nach Angaben von Transportminister Juan Francisco Molinar Horcastias ist Mexicana damit noch nicht am Ende. Das Insolvenzverfahren werde mit dem Ziel fortgesetzt, Investoren zu finden und das mit einer Milliarde Dollar verschuldete Unternehmen zu sanieren. "Mexicana ist nicht verschwunden oder bankrott", sagte er. "Wir suchen weiter nach einer Restrukturierung."
Zuvor hatte der Investor, die Unternehmergruppe Tenedora K, erklärt, nicht in der Lage zu sein, Mexicana alleine sanieren zu können. Die älteste und grösste Fluggesellschaft Mexikos hatte Anfang August Insolvenz angemeldet.
Am vergangenen Sonntag hatten die neuen Eigentümer mitgeteilt, Mexicana sei gerettet, nachdem die aus mehreren Unternehmen bestehende Gruppe Tenedora K insgesamt 95 Prozent der Aktien übernommen habe. Zu Méxicana gehören auch die Billiglinien Click und Link. Am Freitag hatte Tenedora K noch angekündigt, nach weiteren Investoren zu suchen.
Im vergangenen Jahr verschärften sich die finanziellen Schwierigkeiten der Gesellschaft, nachdem wegen der Schweinegrippe in Mexiko der Flugverkehr fast zum Erliegen gekommen war. Finanzspritzen der Banken reichten nicht aus. In der Folge kam es immer wieder zu Arbeitskämpfen vor allem der Piloten, deren Gewerkschaft grössere Einsparungen nicht hinnehmen wollte.
Am 3. August meldete das Unternehmen Insolvenz an. Der Ticketverkauf wurde eingestellt. Wenige Tage später wurden auch die internationalen Ziele vor allem in Europa nicht mehr angeflogen. Auch viele nationale Flüge wurden gestrichen. Insgesamt waren nach Angaben des Unternehmens rund 31 000 Passagiere betroffen. Seit 2009 gehört Mexicana zur internationalen Oneworld Alliance.
Mexicana litt nach eigenen Angaben vor allem unter zu hohen Löhnen für das Flugpersonal. Die neuen Eigentümer hatten die Absicht, im Rahmen der Sanierung auch neue Arbeitsverträge aushandeln zu wollen. Die Jahresgehälter der Piloten sollen nach Medienberichten von 216 000 Dollar (167 000 Euro) um rund 40 Prozent auf 127 000 Dollar gekürzt werden.
Die 1921 gegründete Mexicana hatte in den 1990er Jahren damit begonnen, ihre Flotte zu modernisieren und dabei vor allem auf Maschinen des europäischen Flugzeugbauers Airbus gesetzt. Heute besteht die Flotte aus rund 70 Flugzeugen, neben Airbus-Modellen auch Maschinen von Fokker. Ebenso wie die zweite bedeutende Fluglinie des nordamerikanischen Landes, Aero Mexico, wurde Mexicana de Aviacion 2005 privatisiert. Im vergangenen Jahr flog sie 65 internationale und nationale Ziele an und beförderte fast sieben Millionen Passagiere./fs/DP/zb

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