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MAN entgeht knapp der Verlustzone - Flaute hält an (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2009 - 14:00 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Lastwagen- und Motorenhersteller MAN hat sich im dritten Quartal nur noch knapp in die Gewinnzone gerettet. Das Kerngeschäft mit Lastwagen bleibe nach dem massiven Einbruch auch künftig weiter schwach, die Konjunkturflaute dürfte jetzt auch die Bereiche Turbomaschinen und Dieselmotoren treffen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in München. Hoffnungsträger bleibt das Nutzfahrzeug-Geschäft in Brasilien, das MAN von Volkswagen übernommen hatte. Eine rasche Erholung sieht MAN-Konzernchef Hakan Samuelsson auch für die kommenden Monate nicht.
Zwischen Juli und September blieb dem Konzern unter dem Strich nur noch ein Mini-Gewinn von 6 Millionen Euro, nach 214 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten ist allerdings eine anteilige Abschreibung auf den Kaufpreis für das brasilianische Lkw-Geschäft in Höhe von 40 Millionen Euro. Der Umsatz der Gruppe schrumpfte um 14 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. In gleichem Masse sank auch der Auftragseingang auf 2,7 Milliarden Euro.
KURZARBEIT IN DEUTSCHEN WERKEN
Derzeit sind rund 12.000 MAN-Beschäftigte an den deutschen Lkw-Standorten in Kurzarbeit. MAN will die Kurzarbeit bis Jahresende 2010 verlängern. Darüber liefen Gespräche mit dem Betriebsrat.
In einem schwierigen Marktumfeld habe man das Quartal "im Rahmen der Erwartungen" abgeschlossen, sagte Samuelsson. Die MAN-Aktie profitierte davon und zog zeitweise um fast 4 Prozent auf knapp 57 Euro an.
AUFTRÄGE BRÖCKELN
Während die Bestellungen im Bereich Dieselmotoren im dritten Quartal noch leicht zulegten, fiel der Auftragseingang bei Nutzfahrzeugen und Turbomaschinen jeweils um mehr als ein Drittel niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Operativ verdiente MAN im dritten Quartal nur noch 134 Millionen Euro, nach 422 Millionen Euro vor Jahresfrist.
Konkrete Prognosen für das Gesamtjahr und für 2010 wagte Samuelsson weiter nicht. Sollte der weltweite Lastwagen-Markt wie erwartet auf derzeitigem Niveau bleiben, sei aber insgesamt mit einer "stabilen Performance" zu rechnen. Dabei dürfte das Lateinamerika- Geschäft die Rückgänge bei Dieselmotoren und Turbomaschinen in etwa ausgleichen.
KEINE KÜNDIGUNGEN
Die anhaltende Flaute will Samuelsson weiter ohne betriebsbedingte Kündigungen überstehen. Seit Ende 2008 sank die Zahl der Beschäftigten in dem Konzern bereits um 2.700 auf 48.621 Mitarbeiter zum 30. September. Freiwerdende Stellen wurden nicht wieder besetzt, befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert und die Zahl der Leiharbeitnehmer reduziert.
Auch dank der Kurzarbeit kam MAN bei seinen Sparplänen deutlich schneller voran, als ursprünglich geplant. Statt der zuletzt angepeilten 600 Millionen Euro werde das Unternehmen die Kosten bis zum Jahresende um rund 700 Millionen Euro gedrückt haben, sagte Samuelsson.
MAN war im Mai von einer Schmiergeld-Affäre erschüttert worden. Die Staatsanwaltschaft München geht dem Verdacht nach, dass vor allem im Lkw-Geschäft Verkäufer von MAN Bestechungsgelder an Mitarbeiter von Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Die steuerlichen und strafrechtlichen Folgen der Ermittlungen seien derzeit noch nicht abzuschätzen, erklärte das Unternehmen. Bereits im zweiten Quartal hatte MAN für Anwalts- und Beraterkosten zur Aufarbeitung der Affäre 50 Millionen Euro zurückgestellt./cs/DP/dc

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