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MAN sieht Zeichen einer Erholung - Nettogewinn sinkt (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 09:48 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Münchener Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN sieht nach dem ersten Quartal Zeichen für eine Erholung des Geschäfts. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis konnten im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum zulegen, wie aus der Unternehmensmitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Dabei profitierte der Dax-Konzern von dem im vergangenen Jahr zugekauften Brasiliengeschäft sowie den kleineren Sparten Diesel und Turbo. Die vor allem auf den europäischen Markt konzentrierte Marke MAN Nutzfahrzeuge fuhr dagegen erneut einen operativen Verlust ein.
An der Börse fielen die MAN-Papiere im frühen Handel um 0,46 Prozent auf 66,49 Euro. Die Zahlen enthielten keine positiven Überraschungen, nachdem die Konkurrenten Daimler , Scania und Volvo bereits ihre Bilanzen vorgelegt hatten, schrieb Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank in einer ersten Einschätzung.
NETTOGEWINN BELASTET
Unterm Strich blieben konzernweit nur 49 Millionen Euro, nach 181 Millionen Euro im Vorjahr. Belastend wirkten sich Abschreibungen auf den Kaufpreis des Lateinamerikageschäfts aus. Zudem wurde in der Vorjahresperiode ein Mittelzufluss aus dem Verkauf der Mehrheit an Ferrostaal verbucht. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich in den ersten drei Monaten um 22 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro und bewegte sich damit in etwa auf dem Niveau der Vorquartale.
Der Auftragseingang zog im Auftaktquartal um 54 Prozent an und übertraf mit 3,52 Milliarden Euro die durchschnittliche Schätzung der Analysten. In den Vorjahreswerten ist das vom Grossaktionär Volkswagen (VW) übernommene Lateinamerikageschäft erst ab dem zweiten Quartal enthalten. In den ersten drei Monaten 2010 verzeichneten aber auch die anderen Sparten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höhere Auftragseingänge.
LATEINAMERIKAGESCHÄFT ALS GEWINNBRINGER
Die grössten Wachstumsimpulse kämen derzeit aus dem Lateinamerikageschäft, sagte Finanzvorstand Frank Lutz am Donnerstagmorgen in einem Fernsehinterview auf CNBC. Aber auch die Aufträge in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Grossbritannien und Frankreich zeigten wieder nach oben. "Die neuen Order werden sich in den nächsten Monaten in höheren Erlösen niederschlagen", sagte Lutz.
Die Unsicherheit über die Entwicklung in Griechenland sieht Lutz nicht als Gefahr für das Geschäft von MAN. Die Lastwagenbranche habe eine monatelange Periode der Kaufzurückhaltung hinter sich. "Unsere Kunden müssen ihre alternden Fahrzeuge ersetzen. Das wird unsere Verkäufe ankurbeln." Lutz stellte eine steigende Profitabilität in den nächsten Monaten in Aussicht. Im ersten Quartal betrug die Umsatzrendite den Angaben zufolge 4,1 Prozent.
OPERATIVES ERGEBNIS STEIGT
Den grössten Beitrag zum operativen Ergebnis von 128 Millionen Euro im ersten Quartal leisteten die Sparten Turbo und Diesel, die MAN seit diesem Jahr im Geschäftsfeld Power Engineering zusammenfasst. Die Bereiche fertigen Motoren für Schiffe und Yachten sowie Anlagen zur Energieversorgung. Auch der Getriebespezialist Renk gehört zum neu geschaffenen Geschäftsfeld. Die zweite Säule umfasst die beiden Nutzfahrzeugsparten, das europäische Geschäft unter der Marke MAN-Nutzfahrzeuge und das Lateinamerikageschäft. Bei MAN Nutzfahrzeuge gingen die Erlöse noch einmal um zehn Prozent zurück, und es fiel ein operativer Verlust von 57 Millionen Euro an.
Den Fehlbetrag konnte das Brasiliengeschäft gut ausgleichen. Mit 16.240 verkauften Fahrzeugen erreichte die Sparte eine neue Bestmarke. Auch für das Gesamtjahr wird mit weiter steigendem Absatz und Umsatz gerechnet. Bei Power Engineering stellt sich der Konzern dagegen im Gesamtjahr auf einen Umsatzrückgang ein. Dabei soll aber eine Rendite von über 8,5 Prozent erzielt werden./dct/nmu/wiz

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