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Mangel an qualifiziertem Personal

In der Schweiz gibt es zu wenig fachlich ausgebildetes Personal, sagt Manpower. Keystone

Laut einer internationalen Umfrage des Personalvermittlers Manpower herrscht auch in der Schweiz Mangel an gut ausgebildetem Personal.

Dieser Inhalt wurde am 21. Februar 2006 - 18:24 publiziert

Die Aussage, dass rund die Hälfte der Schweizer Unternehmen Mühe haben, qualifiziertes Personal zu finden, wird aber relativiert.

Die Talentknappheit sei in der Schweiz im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch, sagte Generaldirektor Charles Belaz von Manpower am Dienstag in Zürich.

Fast die Hälfte der 751 befragten Schweizer Unternehmungen hätten Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal gemeldet.

Am prekärsten präsentiere sich die Situation in der Schweiz laut Belaz bei den Arbeitsstellen in der Produktion, gefolgt von Baufachberufen wie Schreinern, Schweissern und Maurern.

Manpower führt diese Entwicklung auf sinkende Geburtenraten zurück. Und auf eine Wertekultur, bei der eine akademische Ausbildung mehr zähle als eine Berufslehre. Ein weiterer Grund sei die Globalisierung, wo Menschen den Jobs hinterher reisten und Unternehmen ganze Abteilungen ins Ausland verlegen.

Weiterbilden wird empfohlen

Gesucht werden aber auch Management- und Geschäftsführungskräfte, Restaurant- und Hotelpersonal, Aussendienstmitarbeitende, Informatikfachleute wie Programmierer und Entwickler, Buchhalter, Landschaftsgärtner, Ingenieure und Pflegepersonal. Ein ähnliches Bild bietet sich weltweit.

Für Berufe mit einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften stellte Belaz steigende Löhne und Abfindungen in Aussicht. Arbeitssuchenden hingegen empfahl er Aus- und Weiterbildungen.

Behinderte seien besser ins Arbeitsleben zu integrieren. Ältere Menschen sollten so lange wie möglich im Arbeitsleben bleiben, damit nicht wertvolles Know-how verloren gehe.

Arbeitnehmende sollen sich auf lebenslange Aus- und Weiterbildung einstellen, Arbeitgebende sollen dies zulassen und unterstützen.

Fachkräfte-Mangel: Falsches Zeichen?

Für Jean-Daniel Zufferey von der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) ist es ein falsches Zeichen oder "etwas komisch", nun zu behaupten, es herrsche Fachkräftemangel.

Die Arbeitslosigkeit und gerade die Jugendarbeitslosigkeit sei nach wie vor recht hoch in der Schweiz. "Und es sind nicht nur unqualifizierte Leute arbeitslos."

Man müsse eben zwischen den Berufen unterscheiden. "Gerade in den kaufmännischen oder in den IT-Berufen herrscht alles andere als ein Fachkräftemangel", sagt Zufferey.

Andere Berufe, wie Spengler oder Metzger, würden zwar keine Arbeitslosigkeit kennen, aber auch keinen Fachkräftemangel. Zudem sei die Situation von Region zu Region unterschiedlich. Die Manpower-Aussage müsse für die Schweiz relativiert werden.

Was die Zukunft angehe, sei es schwierig zu sagen, was sie bringe. "Zwar wird damit gerechnet, dass ab 2008 weniger junge Leute in der Ausbildung sind. Aber wie die Lage auf dem Arbeitsmarkt in 10 Jahren aussieht, wissen wir nicht."

Mexiko mit grössten Schwierigkeiten

Die Manpower-Umfrage bei 33'000 Unternehmen in 23 Ländern ergab einen Durchschnitt von 40% der Firmen, welche an Talentmangel leiden.

Mit einer Quote von 78% weist Mexiko die grössten Schwierigkeiten auf, qualifiziertes Personal zu finden. Hohe Werte gibt es auch in Kanada mit 66% und Deutschland mit 53%. In Frankreich dagegen liegt die Quote bei 30 und in Italien bei 32%.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das schweizerische Bildungswesen umfasst folgende Bildungsstufen: Vorschulstufe, Primarstufe, Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe II umfasst Ausbildungen im Rahmen der Berufsbildung und im Rahmen der Allgemeinbildung (Fachmittelschulen [FMS] und Maturitätsschulen)

Tertiärstufe: Die Tertiärstufe umfasst Ausbildungen im Rahmen der höheren Berufsbildung und im Rahmen der Hochschulen.

Pro Jahr suchen 70'000 bis 80'000 Jugendliche in der Schweiz eine Lehrstelle.
2005 fanden 3000 bis 4000 Jugendliche keine Lehrstelle.
In den Schweizer Universitäten waren 2005 rund 110'000 Studierende eingeschrieben.
Dazu 50'000 in Fachhochschulen.

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Fakten

Befragt wurden 33'000 Unternehmen in 23 Ländern der Welt.
In der Schweiz wurden 751 Unternehmen befragt.
Im Durchschnitt meldeten 40% der Firmen Probleme bei der Suche nach qualifiziertem Personal.
In der Schweiz lag der Schnitt bei 48%.

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