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WEF 2017 und der Bioladen Martin Hänggi

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Es gibt auch Davoser, die das WEF kritisch beäugen. Martin Hänggi, Besitzer des Bioladens, gehört dazu: "Ich sehe den Kreislauf und die Einnahmen, die das WEF hier vielen bringt. Trotzdem ist das WEF nicht nur ein Segen." (Kristian Kapp, swissinfo.ch)

Martin Hänggi ist Idealist: Der Davoser ist mit 48 Jahren noch aktiver Eisschnellläufer, gibt im Eishockey den ganz Jungen Skatingtraining, führt ein Gym – und den Bioladen, der in Davos den Kontrast zum WEF bildet. 

"Der Laden ist eine Oase. Er hilft mir, das Leben in Davos mitzugestalten", sagt Hänggi. "Finanziell bringt er mir aber wenig." Während des WEF bleibt die Kundschaft zudem grösstenteils aus: "Ich habe während des WEF keine Gelegenheitskunden und vor allem keine Gäste vom WEF, die bei mir einkaufen würden. Der Laden ist nicht auf der Promenade, ich bin wohl zu abgelegen."

Vermutlich auch darum hat Hänggi noch nie ein Angebot erhalten, seinen Laden an eine Firma am WEF zu vermieten. "Ich würde es aber auch nicht tun. Das würde nicht zu einem Bioladen passen, das würden meine Kunden als komisch ansehen. Das ist es mir nicht wert, bloss um 10'000 oder 20'000 Franken einzunehmen."

Hänggi hat eine Meinung, die in Davos nicht nur gut ankommt: "Ich glaube, dass wir auch ohne WEF leben könnten. Ohne WEF würden wir anfangen, anders zu denken." Er lebe während des ganzen Jahres in Davos; das gelte nicht für alle: "Viele sind nur im Winter hier. Und von April bis Juni ist Davos tot." Ohne WEF würde Davos wieder zusammenrücken, um für Betrieb während zwölf Monaten zu sorgen. "Viele holen ihre Einnahmen aber in diesen knapp zwei Wochen herein, der Rest des Jahres ist ihnen grösstenteils egal."