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Medienkonsum: Mehr Unterhaltung, weniger Politik

Das Fernsehen bleibt die Nummer 1 der Medien in der Schweiz.

(Keystone)

Politik und Wirtschaft stossen bei den Medienkonsumenten nur auf beschränktes Interesse. Immer mehr Leute nutzen das Internet, aber nur selten als Quelle zur politischen Information.

Gemäss einer Univox-Studie bleibt das Fernsehen in der Schweiz weiterhin das meistgenutzte Medium.

Gemäss Analyse haben heute drei Viertel der Befragten Zugang zum Internet, zwei Drittel nutzen es mindestens wöchentlich.

Aber erst die Hälfte davon nutzt das Internet mindestens ab und zu, um Informationen zu politischen Themen zu erhalten.

Das Fernsehen wird von 66% der Bevölkerung täglich genutzt, 64% lesen täglich Zeitung, 57% hören Radio, 29% nutzen täglich das Internet - vor zehn Jahren waren es erst 3% gewesen.

Nur jeder und jede Zehnte liest täglich Bücher oder Zeitschriften - Tendenz rückläufig respektive stagnierend.

Schweizer Fernsehen behauptet sich

Seit 2004 hat das Fernsehen die Tageszeitung als wichtigstes tagesaktuelles Medium überflügelt. Das Radio hat an Bedeutung eingebüsst.

Beim Fernsehen zeigen sich nach einem Rückgang bei den SRG- und den ausländischen Programmen seit 2002 wieder Zuwächse.

Dabei konnten sich die Programme des Schweizer Fernsehens gegenüber der ausländischen Konkurrenz behaupten.

Beim Radio dagegen müssen die Programme der SRG SSR idée suisse kontinuierliche Verluste zugunsten der Lokalradios hinnehmen. Sie haben sich von diesen sogar punkto tägliche Mediennutzung überflügeln lassen.

Für die Univox-Studie haben das Forschungsinstitut gfs-zürich und das Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung Zürich (IPMZ) 705 Personen befragt, davon drei Viertel aus der Deutschschweiz und ein Viertel aus der Romandie.

Sozialdemografische Unterschiede

Obwohl die Verbreitung der Print- wie der elektronischen Medien in der Schweiz heute relativ hoch ist, bestehen zum Teil beträchtliche Unterschiede bei deren Nutzung.

So nutzen Leute mit höherer Schulbildung, höherem Lebensstandard und aktiverem politischen Verhalten Zeitungen und Bücher deutlich intensiver.

Unterschiede zwischen Zeitung und Buch zeigen sich darin, dass Frauen häufiger ein Buch zur Hand nehmen, Männer und ältere Leute hingegen eine Zeitung.

Grosse Nutzungsunterschiede bestehen auch beim Medium Fernsehen. Vorab ältere und weniger gebildete Leute, aber auch Frauen, sitzen häufiger vor dem Fernseher.

Radio wird häufiger in der Deutsch- als in der Westschweiz gehört, wobei die älteren Hörerinnen und Hörer die SRG-Programme bevorzugen.

Hohe Zufriedenheit

Die Zufriedenheit mit den Medien ist generell hoch, allerdings gibt es zwischen den Medien gewisse Unterschiede.

Höchste Werte mit über 90% Zufriedenheit erhalten die Zeitungen und die ausländischen TV-Programme; die Zufriedenheit mit den TV- und Radioprogrammen der SRG hingegen bewegt sich bei rund 80%.

Mit 90% ist die Zufriedenheit mit den Lokalradios noch höher, während die privaten schweizerischen TV-Programme mit rund 70% zufriedenen Zuschauern schlechter abschneiden.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Univox ist eine Langzeitbeobachtung der Gesellschaft in der Schweiz.
Die Studien beschränken sich allerdings auf die deutsch- und die französischsprachige Schweiz.
Realisiert wird sie vom Forschungsinstitut gfs-zürich in Zusammenarbeit mit rund 20 spezialisierten, zumeist universitären Instituten.
Von 1986 bis 1999 wurde Univox jährlich erhoben, seit dem Jahr 2000 zweijährlich.

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Sinkendes Interesse an Politik

Das Interesse an der Berichterstattung über Politik ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Für die Demokratie in der Schweiz sei dies ein problematischer Trend, heisst es in der Univox-Studie.

Bis 2002 hatten jeweils rund 40% der Befragten ihr Interesse an der Berichterstattung über Politik als stark oder sehr stark bezeichnet. 2006 waren es nur noch 26%.

Der Autor der Studie, Heinz Bonfadelli vom IPMZ, sieht als Ursachen für das nachlassende Polit-Interesse einerseits die Entwicklungen in der Gesellschaft: Diese wird individualistischer.

Andererseits öffneten sich die Medien vermehrt den Sparten Unterhaltung, Prominenz, Internet-News, Lebenshilfe. Vor allem neue Medien wie die Gratisblätter reagierten so auf die Bedürfnisse ihrer jugendlich geprägten Leserschaft.

Besser Gebildete blieben bei den traditionellen Zeitungen. So könnte sich eine Bildungs-Schere, eine Wissenskluft in der Gesellschaft auftun, befürchtet Bonfadelli.

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