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Medikamentenkauf im Internet ist riskant

Laut Swissmedic umgehen Internet-Bestellungen oft die Bestimmungen zur Sicherstellung der Arzneimittel-Sicherheit.

(Keystone)

Unter 1600 im letzten Jahr von Swissmedic kontrollierten Import-Produkten war eine grosse Anzahl mit hochdosierten Vitaminen und Mineralien.

Laut dem Schweizer Heilmittel-Institut werden die oft nicht harmlosen Therapie-Produkte immer häufiger von Privaten bestellt.

Das Heilmittelinstitut Swissmedic warnt vor den Risiken von Heilmitteln, die über Internet bestellt werden. Immer öfter finden sich darunter neben Medikamenten auch hochdosierte Vitamine und Mineralien.

Swissmedic bearbeitete im letzten Jahr rund 1600 Zollanfragen zu Arzneimittel-Importen. Zumeist handelte es sich um Internet- Bestellungen Privater, wie Swissmedic in einer Mitteilung vom Montag schreibt.

Vitamine und Mineralien

Auffallend sei dabei die grosse Anzahl eingeführter Präparate mit hochdosierten Vitaminen und Mineralien. Entgegen der weit verbreiteten Einschätzung seien diese Präparate oft nicht harmlos.

Swissmedic nennt als Beispiel das Vitamin A, das in hohen Dosen konsumiert zu Leberschäden, Veränderungen des Blutbilds oder teilweise schweren psychiatrischen Symptomen führen könne. Bei der Einnahme grosser Mengen etwa an Vitamin C könnten sich Nierensteine bilden.

Selen, ein Spurenelement, werde oft angepriesen als Schutz gegen Krebs, was eine irreführende Heilanpreisung darstelle. Der Überkonsum von Selen könne gesundheitliche Schäden wie brüchiges Haar, deformierte Nägel, Ausschläge, Hitzewallung, Hautschwellungen oder starke Schmerzen verursachen. Selen-Vergiftungen könnten gar zum Tod führen.

Riskante Bestellungen

Bei einer Bestellung über Internet seien die üblichen Vorkehrungen zur Sicherstellung der Arzneimittel-Sicherheit ausgeschaltet. Deshalb warnt Swissmedic davor, Arzneimittel auf diese Weise zu bestellen.

Oft würden irreführende Versprechungen über die positiven Wirkungen, jedoch keine Angaben zu möglichen Risiken gemacht.

Eine grobe Schätzung der Swissmedic geht davon aus, dass jährlich 20'000 bis 40'000 übers Internet bestellte Medikamentensendungen in die Schweiz gelangen. Rund ein Fünftel davon habe Abhängigkeitspotenzial wie etwa Schlaf-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel.

Anfang Juni hatte Swissmedic eine Schweizer Internetseite gesperrt, die dem illegalen Handel mit US-Arzneimitteln diente. Mehrere Dutzend Kilogramm der angepriesenen Heilmittel wurden beschlagnahmt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

20'000 bis 40'000 Sendungen erreichen jährlich die Schweiz.
4000 bis 8000 davon enthalten verbotene Schlaf-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel.

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In Kürze

Laut dem Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic können Bestellungen von Arzneimittel übers Internet gefährlich für die Gesundheit werden.

Es gebe keine Garantie, dass die Produkte nicht mangelhaft, gefälscht, falsch dosiert oder verfallen seien. Etwa jede zweite Sendung führe zu Problemen.

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