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Mehr Rechte für Arbeitende

In Bern nahmen rund 1'500 Personen an einer friedlichen 1.-Mai-Kundgebung teil.

(swissinfo.ch)

Gerechte Löhne und die Wut auf die Abzocker-Manager prägten die 1.-Mai-Feiern in der Schweiz. Zehntausende nahmen an den Kundgebungen teil.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) stellte den Tag der Arbeit unter das Motto "Mehr Rechte für die Arbeitenden" und forderte einen Ausbau des Kündigungsschutzes sowie die gesetzliche Pflicht von Sozialplänen.

Zudem zog sich die Kritik an den Abzockern auf den Chefetagen der Konzerne wie ein roter Faden durch die Ansprachen. Ebenso kämpferische Töne gab es gegen die Revision der Arbeitslosenversicherung und das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG).

Für soziale Gerechtigkeit

Die Abstimmungen über die Arbeitslosenversicherung und die Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes könnten trotz der politischen Übermacht der Gegner gewonnen werden, sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner in Le Locle und St. Gallen.

Die Privatisierer und Sozialabbauer müssten in die Schranken gewiesen werden, betonte der Präsident der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI), Vasco Pedrina in Genf. Nur dank den Gewerkschaften sei es bisher gelungen, die schlimmsten Angriffe auf das soziale Netz und den Service public abzuwehren.

Als historischer Durchbruch wurde vielerorts die Senkung des Pensionsalters im Baugewerbe gefeiert. Um weitere soziale Fortschritte zu erreichen, brauche es das beharrliche politischen Engagement jedes Einzelnen, sagte Bundesrätin Ruth Dreifuss in Freiburg.

Problem Schwarzarbeit

Dreifuss appellierte an Arbeiterinnen und Arbeiter, sich durch Rückschläge bei Volks-Abstimmungen nicht entmutigen zu lassen.

Die Sozialministerin sprach zudem die Schwarzarbeit an, deren Ausmass und Konsequenzen in der Schweiz noch nicht genügend erkannt seien. Sie lobte im weiteren den Mut der Papierlosen, der sogenannten Sans-papiers, sich öffentlich zu äussern.

Streik nicht mehr tabu

Mehrere Redner gingen auch auf die Wahlschlappen der Linken in Frankreich und Italien ein. SGB-Vizepräsident und Nationalrat Jean-Claude Rennwald zeigte sich in Sitten besorgt, dass viele Arbeiter und Arbeitslose sich nationalistischen und fremdenfeindlichen Bewegungen zuwendeten.

Rechsteiner warnte von einer Politik der Mitte und lobte den italienischen Generalstreik als ermutigendes Signal. Bundesrätin Dreifuss betonte, dass es immer einen Unterschied zwischen Links und Rechts geben werde.

Gewaltsame Nachdemo in Zürich

In der Stadt Zürich nahmen rund 7000 Personen am 1. Mai-Umzug teil. Die kurdische Menschenrechts-Aktivistin Nülifer Koc kritisierte die wachsenden Unterschiede zwischen Profiteuren und Verlierern der Globalisierung.

SP-Nationalrat Franco Cavalli warb für eine sozial gerechtere Schweiz und die SP-Krankenkasseninitiative. Er forderte weiter eine Linke, die wieder mehr links politisiert: "Eine andere Schweiz ist sicher nicht möglich, indem sich die Linke ins Zentrum bewegt."

Bei einer unbewilligten Nachdemonstration kam es in Zürich einmal mehr zu Zusammenstössen zwischen Vermummten und der Polizei. Diese setzte Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Die Polizei verhaftete rund 100 Demonstranten.

Millionen auf den Strassen

Am Tag der Arbeit haben in aller Welt Millionen von Menschen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen demonstriert.

In Frankreich demonstrierten weit mehr als eine Million gegen den rechtsextremen Präsidentschafts-Kandidaten Jean-Marie Le Pen.

In Deutschland ging rund eine halbe Million Menschen auf die Strasse. Überschattet wurde der Tag der Arbeit von Ausschreitungen und rechtsextremen Aufmärschen.

In Australien, Singapur und auf den Philippinen kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen.

swissinfo und Agenturen

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