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Mehr Stress am Arbeitsplatz und Übergewicht

Wer Stress und Angst vor dem Verlust der Arbeit hat, wird eher krank.

(Keystone)

In der Schweiz ist jede dritte Person zu dick, jede achte dagegen untergewichtig. Das ergab die Gesundheitsbefragung 2002 des Bundesamtes für Statistik (BfS).

Weiterer Befund: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen leidet unter Stress am Arbeitsplatz.

Übergewicht wird in der Schweiz zu einem immer grösseren Problem. Rund zwei Millionen Menschen oder 37% - das heisst fast vier von zehn Menschen – sind es mittlerweile, die gemäss Body-Mass-Index zu viele Pfunde auf die Waage bringen.

Betroffen sind vor allem Personen mittleren Alters. Junge zwischen 15 und 24 Jahren kämpfen seltener gegen zu viele Kilos. Aber gerade diese Gruppe der jüngeren Leute lege mit ihrem Lebensstil häufig schon den Grundstein zu späterer Leibesfülle, heisst es.

Massive Zunahme

"In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Übergewichtigen um 8% gestiegen", sagte Roland Calmonte vom BfS gegenüber swissinfo. Das sei eine massive Zunahme, wenn man bedenke, dass das zwischen 400'000 und 500'000 Personen seien. "Aufgrund des erhöhten Herzinfarktrisiko bei Übergewichtigen bedeutet das einige hundert Todesfälle mehr pro Jahr."

Warnruf des BfS

Die Entwicklung stellt gemäss dem Bundesamt ein Besorgnis erregendes Problem für das öffentliche Gesundheitswesen dar. Seit 1992 sei der Anteil der übergewichtigen Personen gestiegen, jener der normalgewichtigen Personen dagegen von 54% auf 50% geschrumpft.

Das BfS macht aber auch die gegenteilige Tendenz aus: 13% oder jede achte Person waren untergewichtig, wobei das Risiko dazu bei jungen Menschen grösser ist. Zu Denken geben hier vor allem die Frauen zwischen 15 und 24 Jahren, von denen 44% Prozent zu leicht sind, gegen 19% bei den gleichaltrigen Männern.

Stress und Angst am Arbeitsplatz

Die wachsende Zahl von Invalidenrenten hat auch in der Schweiz die gesundheitlichen Probleme am Arbeitsplatz verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Gesundheitsbefragung macht das Problem deutlich sichtbar, denn 44% der Erwerbstätigen fühlen sich stark gestresst.

Die nervliche Anspannung kann sich in körperlichen Beschwerden wie Rücken-, Kopf- oder Brustschmerzen, Herzklopfen, Schlafstörungen oder Verdauungsproblemen äussern. Verbreitet sind aber auch psychische Störungen wie Reizbarkeit, Nervosität oder Niedergeschlagenheit.

Physische und psychische Leiden

Tatsächlich waren laut der Befragung auch 38% der Frauen und 21% Prozent der Männer, die sich am Arbeitsplatz stark unter Druck fühlen, von körperlichen Beschwerden geplagt. Der Anteil der psychisch Angeschlagenen nimmt mit dem Grad der Anspannung von 16 auf 29% zu.

Beeinträchtigt wird die Gesundheit auch durch die Angst um den Arbeitsplatz. Über ein Drittel aller Personen, die grosse Angst vor einer möglichen Entlassung haben, leidet an Schlaflosigkeit, Kopf- oder Rückenweh.

Weniger Alkohol, mehr Haschisch

Immer weniger Menschen in der Schweiz trinken täglich Alkohol. 1992 waren es 20%, letztes Jahr noch 16%, wobei der Rückgang vor allem auf das Konto der Männer geht. Die Quote der Abstinenten erhöhte sich in den letzten 12 Jahren dagegen von 16 auf 23%.

Auf 4,7% fast verdoppelt hat sich in den letzten 10 Jahren hingegen der Anteil der Haschisch-Konsumenten. Bei den Männern stieg er von 3,4 auf 6,6%, bei den Frauen von 1,4 auf 2,9%. Bei den 15- bis 24-Jährigen allein machte er letztes Jahr 12% aus. Zugenommen hat auch der regelmässige Konsum der Droge.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Gesundheits-Befragung findet seit 1992 alle 5 Jahre statt.
2002 machten 19'700 Personen mit.
Gefragt waren Angaben zu arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen und Krankenversicherung.
Ferner zu gesundheitlichen Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkohol- und Cannabiskonsum und aktives und passives Rauchen.

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