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Mehrverkehr nicht tragbar

Dank Dosiersystem hat sich die Luftqualität im Urner Reusstal deutlich verbessert.

(swissinfo.ch)

In den Alpentälern ist der Schwerverkehr der grösste Luftverschmutzer. Experten fordern, das Nachtfahrverbot und das Dosiersystem aus Umweltschutzgründen beizubehalten.

Anlass für diese Schlussfolgerungen ist ein Bericht über die Luft- und Lärmbelastung in den Alpentälern, der im Auftrag der Umweltbehörden des Bundes und der Kantone Graubünden, Tessin und Uri erstellt wurde.

Während der zweimonatigen Sperre des Gotthardtunnels nach der Brandkatastrophe vom vergangenen 24. Oktober wurden im Kanton Uri und im Kanton Tessin entlang der gesperrten Transitachse dreimal tiefere Stickoxid-Werte registriert als an Werktagen mit normalem Verkehrsaufkommen.

Gleichzeitig verdoppelten sich die im Kanton Graubünden entlang der San-Bernardino-Route gemessenen Stickoxid-Werte. Im Misox wurde eine höhere Staubpartikel-Konzentration festgestellt als in der Stadt Zürich. Damals überquerten im Durchschnitt fast 3000 Lastwagen pro Tag auf der A13 die Alpen. Vor dem 24. Oktober waren es bloss deren 700.

Ein Camion schaffe gleich viele Emissionen wie zehn Personenwagen, erklärte Remo Fehr vom Amt für Umwelt Graubünden bei der Präsentation des Berichts in Bellinzona.

Aufatmen dank Dosiersystem

Der grosse Einfluss des Schwerverkehrs auf die Luftqualität zeigt sich auch in den Auswirkungen des seit der Wiedereröffnung des Gotthard-Tunnels angewandten Dosiersystems für Lastwagen. Dank Dosierung habe die Luftqualität im Urner Reusstal und in der Leventina deutlich verbessert werden können.

Auf der Strecke Bellinzona-Airolo wurden um über 20 Prozent bessere Messergebnisse erzielt als vor der Dosierung des Schwerverkehrs. Die Luftexperten der drei Kantone fühlen sich durch die Studie in ihrer Haltung bestärkt, auch in Zukunft am Sonntags- und Nachtfahrverbot sowie am Dosiersystem festzuhalten.

Eine zweite Tunnelröhre durch den Gotthard sei vor diesem Hintergrund nur aus Sicherheitsgründen vertretbar und dürfe keine Erhöhung der Durchfahrtskapazität zum Ziel haben. "Die Anzahl der Lastwagen muss an der Schadstoffmenge gemessen werden und nicht an der Kapazität der Strasse", sagte Marcello Bernardi, Chef des Tessiner Umweltamtes.

Montblanc für Schwerverkehr wieder offen

Drei Jahre nach dem verheerenden Brand im Montblanc-Tunnel ist der italienisch-französische Strassentunnel nun auch für Lastwagen mit mehr als 19 Tonnen freigegeben.

Analog zum Gotthardtunnel herrscht jedoch Einbahnverkehr und ein striktes Regime: Nur alternierend dürfen die schweren Laster durch den Montblanc fahren, auch müssen grosse Abstände eingehalten werden.

Zufahrt blockiert

Aus Protest gegen die Wiedereröffnung des Tunnels für den Schwerlastverkehr hatten am Montag mehrere hundert Demonstranten die Zufahrt bei Chamonix blockiert. An der friedlichen Aktion nahmen Umweltschützer aus Frankreich, der Schweiz und Italien, Lokalpolitiker sowie Bergführer teil. Am 25. Juni - dann wird der Tunnel auch für den internationalen Schwerverkehr wieder freigegeben - wollen sie wieder kommen.

swissinfo und Agenturen


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