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Metro bleibt auf Sparkurs - Kritik von Verdi

DÜSSELDORF (awp international) - Metro-Chef Eckhard Cordes hat bei seinem Sparkurs die Rückendeckung der Aktionäre. Auf der Hauptversammlung der Metro AG am Freitag in Düsseldorf begrüssten Redner steigende Gewinne und Dividende. Allerdings bereitet der Machtkampf bei Media Markt und Saturn Aktionärsschützern Sorgen. Cordes hob hervor, dass Metro bereits Früchte des Konzernumbaus ernte. 2010 habe man schon mehr als ein Drittel der ab 2012 geplanten Ergebnisverbesserung von 1,5 Milliarden Euro realisiert. Die Gewerkschaft Verdi übte Kritik am Vorstandskurs.
"Wir müssen aus Aktionärssicht sagen: "Ja, für uns macht sich das Fitnesstraining langsam auch bezahlt", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jella Benner-Heinacher. Die höhere Dividende von 1,35 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 1,18 Euro) sei eine gute Nachricht für Aktionäre. Das Spar- und Effizienzprogramm sei rechtzeitig aufgelegt worden, meinte auch Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.
Der Machtkampf zwischen Metro und den Media-Markt-Gründern rief Unbehagen hervor. Der Streit sei so eskaliert, dass er vor Gericht ausgetragen werde, sagte Benner-Heinacher. Sie stellte infrage, ob der Konflikt mit den Minderheitsgesellschaftern der Media-Saturn-Holding nötig war. Metro habe kein Interesse an langfristigen juristischen Auseinandersetzungen vor Gericht, sagte Konzernchef Cordes. "Wir wollen aber uns zustehende satzungsgemässe Rechte wahrnehmen können".
Cordes erklärte Gesprächsbereitschaft im Streit um Media-Saturn. Die Metro AG ist die Mehrheitseigentümerin der Elektronikketten mit 75 Prozent der Anteile. Die Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals (rund 22 Prozent) und Leopold Stiefel (etwa 3 Prozent) sehen ihre Minderheitenrechte bedroht. Der Machtkampf hatte sich an einem Beirat entzündet, den Metro ins Leben rufen will. Kellerhals klagte. Die Metro setzt dagegen laut früheren Angaben auf ein Schiedsgericht.
Die Gewerkschaft Verdi kritisierte anlässlich der Hauptversammlung den Sparkurs von Cordes. Er habe die Bilanz durch Personalabbau aufgehübscht und nicht durch brillante strategische Entscheidungen. Etwa 80 Demonstranten begrüssten die rund 700 Metro-Aktionäre am Vormittag mit einem lauten Pfeifkonzert. "Wir können die Kritik von Verdi nicht nachvollziehen, da per saldo unsere Mitarbeiterzahl gleichgeblieben ist", sagte ein Firmensprecher. "Wir bieten immer dort, wo wir Standorte geschlossen haben, in möglichst regionaler Nähe Ersatzarbeitsplätze an."/vd/DP/edh

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