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Metro hofft auf Milliardenerlös durch Kaufhof-Verkauf (AF)

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 14:59 publiziert

(Neu: Aussagen aus der PK und der Analystenkonferenz)
DÜSSELDORF (awp international) - Der Handelskonzern Metro hofft beim angestrebten Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof auf einen Milliardenerlös. ?Zwei bis drei Milliarden Euro sind aus unserer Sicht derzeit ein fairer Preis?, sagte Metro-Chef Eckhard Cordes am Freitag in Düsseldorf und nannte damit erstmals offiziell eine konkrete Preisvorstellung. Ob Metro diese Summe aber auch einstreichen kann, hänge vor allem von den Finanzierungsmöglichkeiten an den Finanzmärkte ab, räumte Cordes ein.
Grösster Schatz des Kaufhofs sind dessen Immobilien, von denen etwa die Hälfte noch im Besitz der Metro sind. Cordes hatte den Kaufhof mit seinen 140 Häusern in Deutschland und Belgien bereits 2008 auf die Verkaufsliste gesetzt und spricht seitdem auch immer wieder mit potenziellen Käufern. Bewegung in die Debatte um die Zukunft der Warenhäuser in Deutschland brachte zuletzt die Krise bei dem ums Überleben kämpfenden Konkurrenten Karstadt.
Für den insolventen Rivalen aus Essen wird derzeit fieberhaft nach einem Käufer gesucht, der Karstadt als Ganzes übernimmt. Ein Angebot ist bislang nur von dem Investor Triton eingegangen, das derzeit geprüft wird. Kommt ein Verkauf an Triton nicht zustande und findet sich bis Ende Mai kein anderer Retter, dann droht dem Traditionsunternehmen Karstadt die Zerschlagung.
'SUCHEN DEN BESTEN WEG FÜR KAUFHOF'
Auch Metro hat immer wieder sein Interesse an Karstadt betont - allerdings will der Konzern nur Filetstücke der Kette, mit denen sich das Kaufhof-Filialnetz aufhübschen und anschliessend besser verkaufen lässt. Dem Vernehmen nach sollen es vor allem ausländische Investoren sein, die ein Auge auf die profitable Metro-Tochter geworfen haben. Cordes hofft, Kaufhof noch in diesem Jahr verkaufen zu können. Er betonte am Freitag aber auch erneut, keine Eile damit zu haben. ?Wir suchen keinen leichten Weg, sondern den besten.?
Wasser auf die Mühlen des Konzernchefs gab die Entwicklung im ersten Quartal. Der Kaufhof steigerte seinen Umsatz um 3,4 Prozent auf 819 Millionen Euro und legte beim Ergebnis zu. Auch im Gesamtkonzern verlief der Start in das neue Geschäftsjahr besser als viele Marktbeobachter zuvor gedacht hatten. Dank eines in diesem Jahr frühen Ostergeschäfts, Einsparungen aus dem Konzernumbau und einer Erholung der Währungssituation in Osteuropa stieg der Konzernumsatz von Januar bis März um 2,3 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) legte erstmals seit 2008 wieder zu und zwar von 87 Millionen auf 136 Millionen Euro. Auch unter dem Strich konnte sich der Konzern verbessern. Der Nettoverlust nach Anteilen Dritter verringerte sich von 98 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 16 Millionen Euro. Vor Anteilen Dritter wies Metro einen kleinen Gewinn aus.
MANAGEMENT WEITERHIN VORSICHTIG
Als Anlass zur Entwarnung sah Metro die Situation dennoch nicht. Er sehe einen ?ersten Silberstreif am Horizont?, die Lage bleibe aber fordernd, sagte Cordes. Vor allem die Märkte in Osteuropa seien weiterhin schwierig. Auch in Deutschland rechne er in diesem Jahr nicht mit einer Veränderung des Konsumverhaltens. Der Start des Konzerns in das zweite Quartal sei gleichwohl ?robust? verlaufen. An der Börse wurden die zurückhaltenden Aussagen des Vorstandschefs nicht mit Freude aufgenommen. Die Aktie verlor zuletzt 2,80 Prozent auf 44,40 Euro.
Bei den Grosshandelsmärkten für Selbstabholer Cash & Carry ging der Umsatz im ersten Quartal um 0,6 Prozent auf 7 Milliarden Euro zurück, das Ergebnis verbesserte sich von 10 auf 25 Millionen Euro. Die Sparte ist das Herzstück des Konzerns und steht im Zentrum des derzeit laufenden Konzernumbaus. Schwächen zeigte zuletzt vor allem das Deutschlandgeschäft, das laut Metro im ersten Quartal wieder Umsatzzuwächse aufweist, rechnet man den Effekt durch die Aufgabe von Standorten oder den bewussten Verzicht auf Umsätze mit Tabakwaren und Telefonkarten heraus.
FEHLENDE JUBILÄUMSVERKÄUFE
Die Lebensmittelkette Real profitierte vom in diesem Jahr frühen Ostergeschäft und verbesserte den Umsatz um über vier Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Metro hatte im ersten Quartal zwölf Real-Märkte abgegeben. Die deutlichsten Sprünge machten im Quartal aber die Elektronikketten Media Markt und Saturn mit plus 6,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das Wachstum kam vor allem aus Westeuropa, während sich der Umsatz in Deutschland nur stabil hielt. Im Vorjahr hatten Jubiläumsverkäufe den Umsatz angekurbelt. Angesichts der im Sommer startenden Fussballweltmeisterschaft will Metro im laufenden Quartal die Werbemaschine noch mal anwerfen, und hofft, mehr Fernseher zu verkaufen./she/wiz/sk

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