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Meyer Burger lanciert Übernahmeangebot für Solar-Maschinenbauer Roth & Rau (Zus)

Baar (awp) - Der Solarsystem- und Produktionsanlagen-Hersteller Meyer Burger lanciert ein Kaufangebot für den deutschen Solar-Maschinenbauer Roth & Rau. Die angestrebte 100%-Übernahme kommt auf 356,6 Mio EUR zu stehen und soll weitgehend aus flüssigen Mitteln und einem syndizierten Bankkredit finanziert werden.
Das Schweizer Unternehmen hat sich bereits die 11,3%-Anteile der bisherigen Hauptaktionäre gesichert und bietet für die restlichen Titel im Rahmen eines freiwilligen, öffentlichen Übernahmeangebots 22 EUR je Aktie in bar. Der Vorstand und Aufsichtsrat von Roth & Rau unterstützen das Angebot.
Mit der Übernahme wolle Meyer Burger das Technologieportfolio entlang der Wertschöpfungskette in der Photovoltaik erweitern und die Lücke zwischen Wafer- und Modulherstellung schliessen, wie VRP Peter M. Wagner am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich sagte. Roth & Rau werde Kern des neuen Technologie- und Kompetenzbereichs "Zelle". Kartellrechtliche Hürden sieht VRP Wagner keine. Die Transaktion soll "gegen das dritte Quartal 2011" abgeschlossen werden.
NOCH KEINE GESPRÄCHE MIT WEITEREN ROTH & RAU-AKTIONÄREN
Mit weiteren Aktionären von Roth & Rau seien bisher aus rechtlichen Gründen hinsichtlich der Andienung ihrer Titeln noch keine Gespräche geführt worden, sagte Meyer Burger-CEO Peter Pauli. Den Hauptaktionären der Familien Roth und Rau sei ebenfalls 22 EUR je Aktie in Bar und teils in 840'802 neu auszugebenden Meyer Burger-Titel aus genehmigtem Kapital geboten worden. Dies entspricht einer Prämie von 41,5% auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Roth & Rau-Titel der letzten drei Monate.
BEITRAG ZUM GEWINN JE AKTIE AB 2013
Meyer Burger-CFO Michel Hirschi erwartet, dass die künftig als Technologie-Kompetenzzentrum geführte Roth & Rau ab dem Geschäftsjahr 2013 einen Beitrag zum Gewinn je Aktie leistet. Der Zeitpunkt des Ergebnisbeitrags werde davon abhängen, wie schnell die ausstehenden Roth & Rau-Aktien angedient würden und wie schnell man über die Konsolidierungslimite komme.
Derzeit werde bei Roth & Rau noch umstrukturiert. Die Integration und Zusammenführung erfolge bis Mitte 2012. Ab 2012 sollten die Restrukturierungen gemäss dem CFO kein Thema mehr sein. Die Integrationskosten bezifferte Hirschi im Interview mit AWP dabei auf einen "mittleren, einstelligen Millionenbetrag".
ROTH & RAU MIT UMSATZ VON 285 MIO EUR
Die Roth & Rau-Gruppe gehört gemäss Gründer und CEO Dietmar Roth zu den führenden Anbietern von Produktionsanlagen und Fertigungstechnologien für die Herstellung von Solarzellen. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstätten in Hohenstein-Ernstthal und Eindhoven und beschäftigte per Jahresende 2010 über 1'200 Mitarbeitende. Roth & Rau erwirtschaftete in 2010 einen Jahresumsatz von 285 Mio EUR.
Meyer Burger hatte anlässlich der Bilanzmedienkonferenz Ende März für 2011 einen Umsatz von rund 1,2 Mrd CHF und eine EBITDA-Marge 20% prognostiziert. Roth & Rau rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 300-325 Mio EUR und einer EBITDA-Marge von 10-15%, wie CEO Roth sagte. Er soll von der Generalversammlung vom 21. April 2011 in den Meyer-Burger-Verwaltungsrat gewählt werden.
MEYER BURGER-AKTIE LEICHT TIEFER
An der Börse liegen in einem knapp gehaltenen Gesamtmarkt die Titel von Meyer Burger leicht im Angebot und verlieren bis um 15.00 Uhr um 2,3% auf 40,55 CHF. Die Roth & Rau-Titel legen hingegen an der XETRA um 12,5% auf 22,22 EUR zu.
Deutsche Analysten, wie beispielsweise Erkan Aycicek von der LBBW, bewerten die Übernahmeofferte aus Sicht der Aktionäre von Roth & Rau als attraktiv. Anders wird die Akquisition aus Sicht der Anteilseigener von Meyer Burger beurteilt. Der Preis, auch wenn die Übernahme strategisch Sinn mache, sei hoch, heisst es bei der Bank Vontobel. Als moderat bezeichnet dagegen die ZKB den offerierten Übernahmepreis, die den strategischen Sinn dieser Transaktion ebenfalls positiv beurteilt.
rt/cc

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