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Zürich (awp) - Der Chiphersteller Micronas sieht sich im zweiten Quartal 2010 mit der Neuausrichtung des Geschäfts auf Kurs. Der Fokus auf den Automotive-Bereich soll die Rentabilität des Unternehmens weiter verbessern. Im Berichtszeitraum reduzierte Micronas den Reinverlust auf eine rote Null und rechnet für das Gesamtjahr neu mit einem ausgeglichenen Ergebnis.
Im zweiten Quartal erzielte die Gruppe einen Umsatz von 49,3 Mio CHF, nach 64,2 Mio CHF im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis vor Restrukturierung wird mit 4,5 Mio CHF angegeben. Der EBIT lag bei 6,1 (VJ -0,6) Mio CHF und der Reinverlust reduzierte sich auf 0,4 (VJ-Verlust 1,3) Mio CHF, wie Micronas am Dienstag mitteilte.
Die Gesellschaft habe die Position im Kernbereich Automotive gefestigt, sagte CEO Matthias Bopp an einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen profitiere von den Anfangs Jahr eingeleiteten Massnahmen, auch das Buchungsverhalten der Kunden habe sich normalisiert.
BOOK-TO-BILL-RATIO BEI 1,29
Von April bis Juni gingen Bestellungen von 63,7 (VQ 53,5) Mio CHF ein, per Quartalsende wurde ein Orderbestand von 70,1 (VQ 59,6) Mio CHF ausgewiesen. Die Book-to-bill-Ratio stieg damit auf 1,29 nach 1,13 im Vorquartal. Die Auslastung in der Freiburger Produktion lag im zweiten Quartal 2010 weiterhin bei über 70%. Hierzu trugen neben dem steigenden Bedarf bei den Sensoren auch Restvolumina bei den Consumer-Produkten bei.
Der Bereich Automotive erzielte einen Umsatz von 42,4 Mio CHF bei einem Betriebsgewinn von 4,3 Mio CHF. Die Kosten der noch nicht ausreichend ausgelasteten Fertigung belasteten das operative Ergebnis mit 2,9 Mio CHF. Mit dem Hauptprodukt, Hall-Effekt-Sensoren, die unter anderem Geschwindigkeit und Position ermitteln, sei das Unternehmen bereits mit mehr als 60 Anwendungen in einem Fahrzeug vertreten, führte der CEO aus.
AUTOMOBILMARKT UNEINHEITLICH
Der Automobilmarkt entwickelt sich laut Micronas derzeit unterschiedlich. Während sich in Europa das Auslaufen der Förderprogramme deutlich bemerkbar mache, wachse der Markt in den USA weiter. In Japan zeigten sich ebenfalls positive Wachstumstrends, hiess es.
In China lege der Automobilmarkt weiterhin stark zu, wobei sich das Wachstumstempo leicht verlangsame. China bleibe 2010 mit deutlichem Abstand der grösste Automarkt, vor den USA und Japan. Besonders rasant wachse der Sektor der Premium-Fahrzeuge in China, wovon vor allem die deutschen Automobilhersteller profitierten.
WEITERHIN KLEINERE UMSÄTZE BEI CONSUMER
Im Bereich Consumer betrug der Umsatz 6,9 Mio CHF und der Betriebsgewinn 1,8 Mio CHF. Auch im Jahr 2011 soll der weitgehend devestierte Bereich laut Management noch einen geringen Teil zum Umsatz beitragen.
Die Liquidität wird mit 167,9 Mio CHF per 25. Juni 2010 angegeben, was einem Rückgang von 11,2 Mio CHF gegenüber Ende März entspricht. Davon wurden 12,1 Mio CHF für Restrukturierungszahlungen ausgegeben. Die Eigenkapitalquote lag per Ende Juni bei 39,0% nach 37,1% per Ende März.
AUSGEGLICHENES ERGEBNIS ERWARTET
Zum Ausblick erklärte Micronas, die Restrukturierung und die damit verbundene strategische Ausrichtung auf den Automotive-Bereich dürften die Rentabilität des Unternehmens weiter verbessern. Das Unternehmen rechnet neu für das gesamte Jahr 2010 mit einer EBIT-Marge in Höhe von 5 bis 7% und einem ausgeglichenen Ergebnis.
Im dritten Quartal 2010 wird ein Gesamtumsatz von 43 bis 45 Mio CHF erwartet. Davon sollen 38 bis 40 Mio CHF auf den Automotive-Bereich entfallen und rund 5 Mio CHF auf das Consumer-Geschäft, wie CEO Matthias Bopp sagte. Der EBIT soll im angelaufenen Jahresviertel bei 2 bis 3 Mio CHF zu liegen kommen. Das dritte Quartal sei stabil angelaufen, hiess es.
Mit den vorgelegten Zahlen schnitt Micronas über den Erwartungen der Analysten ab. Auch die Börse honoriert den Zahlenausweis. Gegen Mittag gewinnen die Aktien in einem leicht schwachen Gesamtmarkt 7,8% auf 4,84 CHF.
cc/uh

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