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Micronas weiter tiefrot - Betriebsverlust im Q4 etwas geringer erwartet (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2009 - 14:20 publiziert

Zürich (awp) - Der im Umbau begriffene Chiphersteller Micronas weist für das dritte Quartal die erwarteten tiefroten Zahlen aus. Insbesondere die noch immer schlechte Auslastung des Werks in Freiburg i. Br. lastet schwer auf dem Unternehmen. Im Automotive-Bereich, auf den sich Micronas neu konzentriert, sieht die Micronas-Führung immerhin erste Zeichen einer Erholung.
Von Juli bis September 2009 erwirtschaftete Micronas einen Umsatz von 47,4 (VJ 158,1) Mio CHF. Der EBIT lag bei -11,6 (VJ +5,0) Mio CHF und das Reinergebnis bei -15,1 (VJ +5,8) Mio CHF, wie die Halbleiterherstellerin am Dienstag mitteilte. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz und EBIT leicht übertroffen, lag beim Reinergebnis aber leicht darunter. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Umsatz von 45,1 Mio, ein EBIT von -14,3 Mio und ein Reinergebnis von -13,6 Mio CHF erwartet.
AUTOMOTIVE MIT VERBESSERTEM UMSATZ
In der Automotive-Sparte verbesserte sich der Umsatz gegenüber dem Vorquartal auf 28,8 Mio CHF. Der Betriebsverlust der Sparte belief sich auf 11,6 Mio CHF. Dank der etwas gestiegenen Nachfrage sei die Freiburger Produktion gegenüber dem zweiten Quartal auf leicht über 50% angestiegen, so Micronas. Weiterhin besteht für weite Teile des Fertigungsbereichs Kurzarbeit.
Auf den Bereich Consumer, das nicht mehr zum Kerngeschäft gehört, entfiel noch ein Umsatz von 18,6 Mio CHF, im Quartal davor waren es noch 38,8 Mio. CHF. Der Betriebsverlust betrug 0,9 Mio CHF.
GERINGE VISIBILITÄT
Für das Automobilgeschäft gab sich der abtretende CEO Wolfgang Kalsbach immerhin vorsichtig optimistisch. Aufgrund einer Book-to-Bill-Ratio (Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz) von 1,25 im dritten Quartal dürfte sich der Umsatz im vierten Quartal weiter erholen. Die Kosten der Überschusskapazität in Freiburg dürften im vierten Quartal leicht auf 9 Mio CHF zurückgehen.
Für 2010 gebe es derzeit aber keinerlei Visibilität auf diesem Markt, betonte Kalsbach. Insbesondere sei unklar, was mit dem Auslaufen der Abwrackprämien geschehen werde. Immerhin bewege sich die Lagerhaltung der Automobilfirmen nun wieder zurück in den Normalbereich.
BETRIEBSVERLUST VON 7 BIS 9 MIO ERWARTET
Nach erfolgter Restrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens werden, wie bereits angekündigt, das Management und der Verwaltungsrat personell umbesetzt. Einen konkreten Zeitpunkt ihres Abtretens nannten Kalsbach und Finanzchef Manfred Häner weiterhin nicht. Immerhin dürften sie am Dienstag zum letzten Mal ein Micronas-Quartalsergebnis präsentiert haben, wie sie sagten. Zum neuen Firmenchef war im September Matthias Bopp und zum neuen CFO Günter Hoppe ernannt worden.
Für das vierte Quartal erwarte er einen EBIT zwischen -7 und -9 Mio CHF, sagte der designierte Finanzchef Hoppe. Den Umsatz im laufenden Quartal prognostizierte Hoppe mit 43 bis 45 Mio CHF. Die Automobilsparte werde dazu 34 bis 36 Mio CHF beitragen.
AKTIE GIBT NACH
Von Analysten wurde das Quartalsergebnis meist freundlich kommentiert. Micronas habe es geschafft, die Vorgaben zu übertreffen und beim Kerngeschäft Automotive einen Umsatzanstieg zu erwirtschaften, kommentiert die Privatbank Wegelin. Zudem sei die Book-to-Bill-Ratio im Kerngeschäft Automobil von 1,25 ermutigend. Allerdings sei es für das Unternehmen noch ein langer und steiniger Weg, bis die Geschäfte endlich wieder in ruhigeren Fahrwassern getätigt werden könnten.
Die ZKB-Analysten verweisen auf die anhaltende Unterauslastung der Fabrikation. Dies dürfte einer der Kernpunkte sein, den das neue Management anzugehen habe, schreibt auch der Experte von Unicredit. Die Micronas-Aktie gab am Dienstag nach anfänglichen Avancen am Aktienmarkt nach. Bei überdurchschnittlichen Handelsvolumen lag sie gegen 13 Uhr mit 4,49 CHF (-0,2%) noch leicht im Minus.
tp/ps

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