Milchstreit treibt Bauern auf Barrikaden

Vor allem in der Romandie kam es am Wochenende zu verschiedenen Aktionen: An der Messe Comptoir Suisse in Lausanne fuhren Bauern mit Traktoren auf, andere verkauften ihre Milch vor den Warenhäusern direkt an Passanten. Landesweit liefern derzeit rund 400 Bauern ihre Milch nicht ab.

Dieser Inhalt wurde am 20. September 2009 - 15:15 publiziert

Die Bäuerliche Interessengemeinschaft für Marktkampf (BIG-M) ist empört über die Beschlüsse der Branchenorganisation Milch (BO Milch). Diese hat am Freitag namentlich den Richtpreis für einen Liter Molkereimilch leicht um 0,4 auf 62 Rappen angehoben.

Dieser Preis ist allerdings nur eine Empfehlung. Den tatsächlichen Preis handeln Bauern und Verarbeiter aus.

Bereits seit Mittwoch kam es an verschiedenen Orten in der Westschweiz zu ähnlichen Aktionen.

Einen Milchstreik hatten Schweizer Bauern Mitte 2008 zum letzten Mal durchgeführt und damit eine Erhöhung des Milchpreises durchgesetzt.

Der tiefe Milchpreis macht auch den Bauern in der EU zu schaffen. In zahlreichen europäischen Städten demonstrieren die Milchbauern seit Tagen für bessere Arbeitsbedingungen. In Frankreich befinden sich laut der Westschweizer Bauernvereinigung Uniterre 40% der 90'000 Milchproduzenten im Streik.

Anders als in der Schweiz gilt in der EU bis 2015 aber noch eine Milchquote, die als Pendant zur abgeschafften Milchkontingentierung angesehen werden kann.

Laut BIG-M gibt es in der Schweiz rund 25'000 Milchbauern.

swissinfo.ch und Agenturen

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