Mindestlöhne von über 3000 Franken wirtschaftlich vertretbar

In der Schweiz wäre die Einführung von Mindestlöhnen in der Höhe von 3'000 bis 3'400 Franken ökonomisch verkraftbar. Dies geht aus einer Studie hervor, die Wirtschaftsexperten im Auftrag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) verfasst haben.

Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2000 - 13:42 publiziert

Mindestlöhne in dieser Höhe seien für die Wirtschaft verkraftbar, wenn eine genügend lange Übergangszeit (drei bis fünf Jahre) für die Einführung vorgesehen werde, betont die Studie, die am Montag (22.05.) in Bern vorgestellt wurde.

Die Lohnsumme würde dann in den meisten Branchen nicht mehr um 1,5 Prozent bis 2 Prozent pro Jahr steigen.

Bei einem Mindestlohn von 3'350 Franken brutto würde etwa im Gastgewerbe rund ein Drittel der Angestellten von höheren Löhnen profitieren, sagte SGB-Sekretär Serge Gaillard vor den Medien.

Über alle Branchen gerechnet, erhielten rund 13 Prozent aller Angestellte in der Schweiz mehr Lohn. Dies würde laut Gaillard zu einer Steigerung der Lohnsumme von 1,7 Prozent führen.

Die Auswirkungen auf die Teuerung hielten sich ebenfalls in Grenzen, erklärte der SGB weiter. Je nach Höhe würden die Mindestlöhne gesamtwirtschaftliche Preissteigerungen von 0,4 Prozent bis 1 Prozent zur Folge haben.

Das Thema Mindestlöhne hat laut SGB-Präsident Paul Rechsteiner ein Tag nach Annahme der bilateralen Verträge mit der EU besondere Aktualität, da mit den Begleitmassnahmen zu den Abkommen erstmals in der Schweiz gesetzliche Grundlagen für Mindestlöhne eingeführt werden.

swissinfo und Agenturen

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