Navigation

Minen-Aufklärung für Kosovo-Rückkehrer

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) bereitet Flüchtlinge aus dem Kosovo auf die Minengefahr bei der bevorstehenden Rückkehr vor. Das SRK schätzt eine fristgerechte Rückreise in den Kosovo bis Ende Mai nur mit Vorbehalten als zumutbar ein.

Dieser Inhalt wurde am 03. April 2000 - 11:04 publiziert

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) bereitet Flüchtlinge aus dem Kosovo auf die Minengefahr bei der bevorstehenden Rückkehr vor. Wegen dieser und weiterer Gefahren schätzt das SRK eine fristgerechte Rückreise in den Kosovo bis Ende Mai nur mit Vorbehalten als zumutbar ein, wie die Hilfsorganisation am Montag (03.04.) in Biel mitteilte.

Das SRK will mit Sensibilisierungskursen über die Minengefahr die Kosovo-Albaner in verschiedenen Rückkehrzentren der Schweiz auf die Minengefahr in grossen Gebieten des Landes und zahlreichen Häusern in ihrer Heimat vorbereiten. Bis heute konnten internationale Spezialisten erst einen Bruchteil der Bodenfläche räumen und täglich werden Menschen von explodierenden Minen und Splitterbomben verletzt, wie an einer Medienorientierung im vom SRK betriebenen Rückkehrzentrum bekannt gegeben wurde.

Bisher wurden rund 600 Flüchtlinge geschult, mindestens 30 weitere Kurse mit jeweils rund 20 Teilnehmern sollen bis zum Ablaufen ihrer Aufenthaltsfrist Ende Mai stattfinden. In den Kursen lernen die Teilnehmer während eines halben Tages, wie sie im Gelände Minen erkennen und bei Unfällen Hilfe leisten können.

Dabei gilt den Kindern besondere Aufmerksamkeit, da sie von Explosionskörpern, die oft farbigen und mit Fallschirmen ausgerüsteten sind, zum Spielen verleitet werden können.

Die Minengefahr werfe einen grossen Schatten auf die Rückkehr der Kosovo-Flüchtlingen, hiess es weiter. Vorbehalte hat das SRK bei einer Rückkehr in Regionen, wo die Gewalt immer wieder eskaliert und in Gegenden, die durch Nato-Bombardierungen radioaktiv verseucht wurden.

Die Minen-Aufklärung findet im Rahmen des "Projekts Kosovo CH" statt, mit dem das SRK die Kriegsvertriebenen seit Juni 1999 unterstützt. Die Kurse werden von zwei kosovarischen Fachkräften geleitet, die vom Internationalen Roten Kreuz in "Mine-Awareness" ausgebildet wurden.

Das SRK verurteilt gemäss Mitteilung die Produktion und den Einsatz von Anti-Personenminen scharf und erachtet den Einsatz zusätzlicher Mittel für die Minenräumung und Hilfe vor Ort als dringend nötig.

(Bild: Ein französischer Soldat zeigt eine entschärfte Mine im Kosovo, 1999)

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.