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Mit Silber und Nanotechnologie gegen Bakterien

Mit Silber lässt sich den Kolibakterien der Garaus machen.

(medicalpicture)

Eine speziell beschichtete Folie tötet Bakterien. In Spitälern eingesetzt, kann sie die gefürchteten Krankenhauskeime vernichten. Entwickelt wurde die Folie mit Hilfe von Nanotechnologie von Forschenden an der ETH Zürich.

Die Forschergruppe um Wendelin Stark am Institut für Chemie und Bioingenieurwissenschaften hat eine Kunststofffolie entwickelt, die mit Nanopartikeln Silber und Calciumphosphat beschichtet ist, wie die ETH schreibt.

Effiziente Kombination

Sie nutzte dabei das Wissen, dass Bakterien Calciumphosphat als Nahrung aufnehmen. Die Nahrungspartikel versahen die Forscher mit winzigsten Silberpartikeln. Die Bakterien nehmen diese mit auf. Sie werden getötet und können sich nicht vermehren. Die Silberteilchen messen gerade mal 1-2 Nanometer - also 1-2 Millionstel Millimeter.

Die Kombination von Silber und Calciumphosphat ist sehr effizient. Laut ETH wirkt sie beispielsweise auf die gefürchteten Kolibakterien, die Darminfektionen auslösen, bis zu tausendmal stärker als herkömmliche Silberpräparate: Innerhalb 24 Stunden machte sie bis zu einer Million Bakterien den Garaus.

Hergestellt wird die beschichtete Folie von einer Luzerner Firma, wie es in der Mitteilung heisst. Sie soll unter anderem in der Lebensmittelherstellung und in Spitälern zum Einsatz kommen.

Beklebt man etwa in Spitälern Türklinken, Sanitäranlagen oder Betten damit, werden dort die Krankenhauskeime bekämpft, welche immer wieder zu gefährlichen Erkrankungen führen.

Altes Wissen genutzt

Dass Silber antiseptisch und desinfizierend wirkt, ist seit Tausenden von Jahren bekannt. Ärzte setzten Silber und Silberverbindungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Behandlung von Brandwunden und zur Desinfektion ein.

Auch in den Haushalten wusste man über die Wirkung Bescheid und nutzte sie - je nach Vermögensverhältnissen - mit einer Silbermünze in der Blechkanne, damit sich die Milch länger hielt, oder mit Silbergeschirr und -besteck. Die gezielte, dosierte Verwendung war bisher allerdings nicht möglich.

Mit der Entwicklung von Antibiotika geriet das Hausmittel in Vergessenheit und wurde fast nur noch in der Alternativmedizin eingesetzt. Heute sind aber einige Mikroorganismen resistent. Und resistente Keime können lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen.

Seit Beginn des Zeitalters der Nanotechnologie erlebt das Edelmetall in der Medizin eine Art Renaissance. Medizinische Geräte, Prothesen, Krankenhausmobiliar oder gar Krankenhauswäsche werden damit ausgekleidet, ummantelt oder angereichert, heisst es in der ETH-Mitteilung.

swissinfo und Agenturen

Nanotechnologie

Mit Nanotechnologie (Nano = altgriechisch Zwerg) wird heute populärwissenschaftlich die Forschung in der Cluster- und Oberflächenphysik und -chemie, der Halbleiterphysik bezeichnet.

Der Sammelbegriff gründet auf der allen Nano-Forschungsgebieten gleichen Größenordnung vom Einzelatom bis zu einer Strukturgrösse von 100 Nanometern.

Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10-9 m).

Schon heute spielen die Nanomaterialien eine wichtige Rolle, die zumeist auf chemischem Weg oder mittels mechanischer Methoden hergestellt werden.

Einige davon sind kommerziell verfügbar und werden in handelsüblichen Produkten eingesetzt. (Quelle: Wikipedia)

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Prof. Wendelin Stark

Wendelin Stark ist seit 2004 Assistenzprofessor für Katalyse am Institut für Chemie und Bioingenieurwissenschaften. Professor Stark wurde 1976 in der Schweiz geboren.

Er studierte Chemie an der ETH mit einem Aufenthalt an der UC Berkeley im Jahre 1999.

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