Monets Garten in Zürich

Claude Monet's Garten in Vétheuil, 1880. National Gallery of Art, Washington

Die Ausstellung "Monets Garten" im Kunsthaus Zürich rückt das Schaffen des bekanntesten französischen Impressionisten in ein neues Licht.

Dieser Inhalt wurde am 01. November 2004 - 17:39 publiziert

Bis am 27. Februar sind 70 seiner bedeutendsten Werke zu sehen - auch heute noch komplexe visuelle Ereignisse.

Mit Claude Monet präsentiert Kunsthaus-Direktor Christoph Becker erneut einen Publikumsmagneten. Zumal er für die exklusive Schau Werke aus aller Welt zusammengetragen hat, die in dieser Konstellation erstmals zu sehen sind.

Becker aber macht seinen Coup gleich zum Thema der Ausstellung. "Uns ging es um die Frage, worin der enorme Erfolg von Claude Monet, dieses eigentliche Kunstwunder, gründet", sagte er an der Ausstellungs-Eröffnung. Den Schlüssel habe er in Monets Garten in Giverny gefunden.

Private Naturvorlage

In diesem Garten lebte und malte Claude Monet (1840-1926) die letzten 40 Jahre seines Lebens. Schon früher hatte er sich Gärten in Sèvres, Argenteuil und Vétheuil angelegt, um der Kunstmode seiner Zeit, dem Malen im Freien nach der Natur (Plein air), zu frönen.

In Giverny freilich schuf sich Monet, zu Ruhm und Geld gekommen, seine eigene Naturvorlage. Sein Garten hatte die Ausmasse eines Parks und wurde nach Anleitungen des Meisters von Angestellten professionell gepflegt.

Zauberreich als Firma

Ein grosser Dokumentationsraum in der Mitte der Zürcher Ausstellung zeigt anhand von Briefen und Fotos, Blütentabellen und Lieferscheinen, wie der Garten in Giverny funktionierte. Als eine Art Kunstunternehmen, in dem Hunderte von Bildern entstanden.

"Es geht uns nicht darum, die Legende Monet zu entzaubern", betonte Christoph Becker. "Doch wir wollen zeigen, dass sein Zauberreich eigentlich eine Firma war und sein Unternehmergeist eine wichtige Erklärung für seinen Erfolg."

Einzelwerke und Serien

Das kunsthistorische Interesse legt Becker dann doch auf den Zauber von Monets Werk. Im ersten Teil der Ausstellung sind frühe Werke zu sehen: Intérieurs und Stillleben, Landschaften und Porträts, Parks und Gärten.

Im zweiten Teil - nach dem Dokumentationsraum - dominieren die Giverny-Bilder von den frühen Seerosen-Studien über die Teich-Serien bis hin zu den imposanten "Grandes Décorations".

Indem die 71 Gemälde zuerst chronologisch, dann thematisch gehängt sind, wird deutlich, dass der Künstlerunternehmer Monet immer auch Avantgardist war. Ein Impressionist erster Stunde, der lange um Anerkennung kämpfte, entwickelte er sich am Seerosenteich von Giverny zum seriell arbeitenden Abstrakten.

Zahlreiche Exponate stammen übrigens aus Schweizer Sammlungen, privaten wie öffentlichen. Obwohl Monet bereits früh auch in den USA Erfolg hatte, taxiert Christoph Becker den Schweizer Sammlungsbestand als einzigartig ausserhalb von Frankreich.

swissinfo und Frank von Niederhäusern,sfd

Fakten

Monets Garten im Kunsthaus Zürich bis 27.2.2005.
Geöffnet Di-Do 10-21 Uhr, Fr-So 10-17 Uhr.
Kunsthausnacht "Monet für alle Sinne" am 13.11.2004, 19-24 Uhr.
Zur Ausstellung erscheint der Katalog "Monets Garten" (240 S., 210 Abb., 55 Franken).

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