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Montblanc: Laster rollen wieder

Weiterhin ist die Opposition in der betroffenen Region gegen die Laster gross.

(Keystone)

Drei Jahre nach dem verheerenden Brand ist der Montblanc-Tunnel für Kleinlaster und Busse wieder offen. Das Prozedere ist heftig umstritten.

Nach mehrwöchigem Hin und Her haben sich Italien und Frankreich nun geeinigt: Seit Montag fahren wieder Laster unter 19 Tonnen durch den Tunnel.

Weiter ist vorgesehen, dass ab dem 13. Mai auch schwerere Lastwagen die 11,6 km lange Röhre durchfahren können. Am 25. Juni schliesslich sollen die Beschränkungen für den gesamten Schwerverkehr mit Ausnahme von Gefahrgut-Transporten aufgehoben werden, wie das französische Verkehrsministerium mitteilte.

Einbahn für Laster: Noch kein Entscheid

Analog zum Gotthard-Tunnel wird der Schwerverkehr auch im Montblanc bloss alternierend durchgelassen werden. Neben der Grundsatz-Kritik, dass ohne sofortige Öffnung für alle Transporte die italienische Wirtschaft noch mehr geschwächt würde, war auch der Einbahn-Verkehr ein zentraler Punkt, der von Rom immer kritisiert worden war.

Frankreich hat Italien zugesichert, im September erneut über die alternierende Verkehrsführung zu diskutieren. Damit gilt zumindest für die nächsten Monate am Montblanc ein ähnliches Regime wie am Gotthard.

Keine schweren Laster

Die leichten Laster machen bloss einen sehr geringen Teil des Transport-Volumens im Montblanc-Tunnel aus. Entsprechend haben bloss einzelne Oppositions-Gruppen angekündigt, sich gegen diese Öffnung wehren zu wollen.

Einig sind sich die Grünen und die lokale Opposition allerdings darin, dass schwerere Lastwagen (vorgesehen ab dem 13.5.) nicht durch den Montblanc-Tunnel gelassen werden sollen.

Die Bewohner des Alpentales von Chamonix wollen dies mit einer einstweiligen Verfügung vor dem französischen Staatsrat, dem obersten Verwaltungsgericht, verhindern.

Opposition aus Genf

Ganz grundsätzlich hat sich Genf dagegen ausgesprochen, dass wieder Waren durch den Montblanc transportiert werden. Immer wieder hat sich die Stadt offen bei denjenigen Gruppen engagiert, die sich gegen die Öffnung des Tunnels für den Schwerverkehr wehren.

Die klare Position Genfs hat bereits vor längerem den Schweizer Verkehrsminister irritiert. Und kürzlich haben auch die französischen Behörden reagiert: In einem Interview mit der Genfer Zeitung "Le Temps" ist Pierre Breuil, Präfekt der Haute-Savoie, empört über die "grobe Einmischung".

Im Klartext: Genf soll sich gefälligst um seine eigenen Probleme kümmern, das Dossier gehe vor allem Frankreich und Italien etwas an.

Davon will der Genfer Stadtpräsident Manuel Tornare allerdings nichts wissen: "Die Stadt Genf ist seit Beginn Aktionärin der Gesellschaft für die Autostrasse und den Tunnel am Mont-Blanc", erinnert er.

Die Luftverschmutzung mache nicht Halt an der Landesgrenze, so Tornare. Und zudem: "Es ist unsere Aufgabe, uns für die Sicherheit der Mitbürger einzusetzen." 40 Prozent der Tunnel-Benutzer stammen denn auch aus der Region Genf.

Tornare will provozieren und eine internationale Debatte lancieren. "Mit rein kosmetischen Verbesserungen lassen wir uns nicht mehr abspeisen."

Vanda Janka und Agenturen

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