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Montblanc: Noch keine freie Fahrt

(swissinfo.ch)

Seit Mitternacht dürfen die schweren Laster wieder rollen - politisch bleibt der alpenquerende Schwerverkehr allerdings europaweit Thema.

Drei Jahre nach dem verheerenden Brand im Montblanc-Tunnel ist der italienisch-französische Strassentunnel nun auch für Lastwagen mit mehr als 19 Tonnen freigegeben.

Analog zum Gotthardtunnel herrscht jedoch Einbahnverkehr und ein striktes Regime: Nur alternierend dürfen die schweren Laster durch den Montblanc fahren, auch müssen grosse Abstände eingehalten werden.

Blockaden von Umweltschützern

Wann allerdings der erste Schwerlaster durch den Tunnel fährt, ist noch unklar. Umweltschützer wollen mit Blockaden die Durchfahrten verhindern.

"Wir haben auf der Strecke zum Monblanc Beobachterposten aufgestellt, die den Güterverkehr Tag und Nacht registrieren werden. Sobald sich Schwerlastwagen mit mehr als 19 Tonnen nähern, werden die Posten ein Eingreif-Team alarmieren, das die Laster gewaltfrei blockieren wird", sagte Georges Unia, Präsident der Schutzvereinigung für die Monblanc-Region.

Italien: Ruf nach freier Fahrt

Im Gegensatz zur lokalen Bevölkerung haben die italienischen Behörden immer wieder freie Fahrt verlangt - sowohl am Gotthard wie am Montblanc.

In den Verhandlungen Frankreich-Italien zum Regime am Montblanc hat Frankreich dem Nachbarland lediglich zugestanden, im September erneut über die alternierende Verkehrsführung zu diskutieren.

Auch in der Schweiz will die Regierung am Regime festhalten - trotz der Opposition der nationalen und internationalen Routiers.

Verkehrsstrategie für Bergregionen

Als der Schweizer Verkehrsminister letzten Herbst sein Vorgehen mit den EU-Kollegen absprach, wurden weitere regelmässige Treffen vereinbart. Die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens hat letztes Wochenende auch der EU-Kommissionspräsident Romano Prodi unterstrichen.

Er plädierte an einem Treffen, das im Rahmen der Initiativen für das internationale Jahr der Berge 2002 organisiert wurde, für eine neue europäische Verkehrspolitik, welche Bergregionen besser schützt.

Prodi machte sich für ein kombiniertes Strassen- und Bahnsystem zur Beförderung der Waren im Alpenraum stark. Der Einsatz für eine stärkere Verlegung des Warentransports auf die Schiene habe bisher wenige Resultate gezeigt. "Der Strassenverkehr wächst kontinuierlich. Dies ist ein Problem europaweiter Relevanz, das nicht mehr ignoriert werden darf", betonte Prodi.

Er wird am 17. Oktober in Brüssel eine europäische Konferenz über die Verkehrsprobleme eröffnen. Die Gebirgsregionen sollen sich dort mit den Transitfragen auseinander setzen.

Alpentäler besonders exponiert

Die schädlichen Auswirkungen für die Bewohnerinnen und Bewohner sind für die Schweiz nun erstmals untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass der alpenquerende Transitverkehr einen wesentlichen Einfluss auf die Luftqualität und die Lärmbelastung der Alpentäler habe, so die Schlussfolgerung der Umweltbehörden.

Die Fachleute bekräftigen ihre Forderung nach einer deutlichen Senkung der Schadstoff-Emissionen. Dies könne durch technische Massnahmen zur Abgasverminderung und durch Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erfolgen.

Gemessen wurden letzten Herbst nach der Schliessung des Gotthardtunnels die Veränderungen im Reusstal, im Rheintal, im Misox und in der Leventina.

Die Verkehrsemissionen wirkten sich wegen der speziellen topographischen und meteorologischen Situation in den Alpentälern viel stärker auf die Luft- und Lärmbelastung aus als in offenerem Gelände, heisst es in dem Bericht. Der Transitverkehr belaste die Luft in der ganzen Talsohle.

swissinfo und Agenturen


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