Montesinos-Konten: Schweiz dementiert US-Druckversuche

Peruanische Zeitungen berichteten, die Schweiz habe unter Druck der USA reagiert. Keystone

Der Schweizer Botschafter in Peru, Eric Martin, bestritt, dass die USA die Schweiz zur Blockierung von Konten des früheren peruanischen Geheimdienstchefs Vladimiro Montesinos gedrängt haben.

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2000 - 19:35 publiziert

"Wir haben auf eigene Initiative gehandelt", sagte Martin im peruanischen Radio RPP. Peruanische Medien hatten berichtet, die Schweiz habe erst auf Interventionen des US-Geheimdienstes CIA und der Antidrogenbehörde DEA gehandelt.

Die Schweizer Behörden hätten sich bereits nach dem Auffliegen des Korruptionsskandals Mitte September für den Fall Montesinos interessiert, sagte Martin weiter. Bei der Überprüfung ihrer Konten hätten die Banken Verdacht geschöpft und dies den zuständigen Stellen gemeldet, worauf eine Strafuntersuchung wegen mutmasslicher Geldwäscherei eröffnet worden sei.

Die Schweizer Behörden hatten auf drei Banken im Kanton Zürich Gelder in der Höhe von rund 50 Mio. Dollar entdeckt. Bei den Instituten handelt es sich um Niederlassungen der israelischen Banken Leumi und Fibi sowie des Crédit Agricole Indo-Suez (ehemals Canadian Imperial Bank of Commerce).

Montesinos war im September dabei ertappt worden, wie er einen Abgeordneten der Opposition bestechen wollte. Die Affäre hatte dazu geführt, dass Staatschef Alberto Fujimori seinen Amtsverzicht ankündigte. Montesinos Rückkehr nach mehreren Wochen im Exil löste in Peru Putschängste aus. Der Ex-Geheimdienstchef tauchte daraufhin unter.

Swissinfo und Agenturen

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