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Moody's prüft Herabstufung - Spanien wirbt um Vertrauen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 15. Dezember 2010 - 16:25 publiziert

(Neu: Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado.)
MADRID (awp international) - Die Regierung in Madrid hat angesichts der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur Moody's um Vertrauen in das Land geworben. In dem Bericht der Agentur werde nicht die Solvenz Spaniens angezweifelt, betonte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado am Mittwoch in Madrid. Moody's habe zwar mit einer Herabstufung gedroht, diesen Schritt aber nicht vollzogen. Spanien werde aufgefordert, Reformen zu beschleunigen: "Wir sind schon dabei, dies zu tun."
Dies werde Wirkung zeigen. "Ich denke, dass wir in spätestens drei Monaten genügend Argumente vorlegen können, um die negative Perspektive in eine positive umkehren zu können", ergänzte die Ministerin.
Die sozialistische Regierung hatte erst vor zwei Wochen ein neues Anti-Krisen-Paket verabschiedet. So sollen die Grossflughäfen in Madrid und Barcelona sowie die staatliche Lotteriegesellschaft teilweise privatisiert und die Tabaksteuer angehoben werden. Davon verspricht sich Madrid Einnahmen von rund 15 Milliarden Euro. Zudem sollen kleine und mittlere Unternehmen weniger Steuern zahlen.
Nach Ansicht von Moody's ist die Solvenz Spaniens nicht in Gefahr. Ausserdem sei nicht zu erwarten, dass das Land auf den EU-Rettungsschirm zurückgreifen müsse. Spanien sei nach wie vor weitaus stärker als andere verschuldete Euro-Länder.
Die drohende Herabstufung führte dennoch am Mittwoch zu einer neuerlichen Eintrübung der Lage am europäischen Markt für Staatsanleihen. Insbesondere spanische Titel standen unter Druck. Bei Laufzeiten von zehn Jahren legten die Renditen spanischer Staatstitel um 0,11 Prozentpunkte auf 5,55 Prozent zu. Auch bei portugiesischen, italienischen und irischen Staatstiteln erhöhten sich die Risikoaufschläge leicht.
Auch den deutschen Aktienmarkt belastete die drohende Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens. Der Leitindex Dax verlor 0,64 Prozent auf 6982 Punkte. Vor allem Bankenwerte wurden von den Spanien-Sorgen belastet. Die Aktien der Deutschen Bank büssten 1,56 Prozent auf 39,540 Euro ein, hielten sich damit aber noch etwas besser als die stärker abgestraften Papiere der Konkurrenz aus Spanien, Italien und Frankreich.
Moody's begründet die Prüfung einer Senkung zum einen mit dem hohen Finanzbedarf Spaniens in dem aktuell schwierigen Marktumfeld. Zudem verweist die Agentur auf die Möglichkeit zusätzlicher Belastungen des Staatshaushalts, sollte die Rekapitalisierung der heimischen Banken grösser als erwartet ausfallen.
jv/DP/jha

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