Navigation

Morgan Stanley fasst Tritt (AF)

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 16:50 publiziert

NEW YORK (awp international) - Die US-Bank Morgan Stanley ist nach drei Verlustquartalen in Folge in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. "Wir haben wichtige Fortschritte gemacht", sagte Bankchef John Mack am Dienstag. Von Juli bis September blieben 498 Millionen US-Dollar in der Kasse. Im zweiten Quartal hatte die Bank dagegen noch einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar verkraften müssen.
Neben Abschreibungen in Folge der Krise waren es vor allem Gebühren für staatliche Hilfsgelder, die auf dem Ergebnis lasteten. Beides reduzierte sich im Laufe des Jahres. Im Juni hatte Morgen Stanley die erhaltenen zehn Milliarden Dollar aus dem Banken-Rettungsprogramm an den Staat zurückgezahlt.
GESCHÄFT BELEBT SICH
Auch das Tagesgeschäft erholte sich: Morgan Stanley profitierte im dritten Quartal vom florierende Handel mit Wertpapieren. Auch das lange brach liegende Geschäft mit Übernahmen, Fusionen und Börsengängen zog wieder an. Morgan Stanley sei hier die Nummer eins weltweit, brüstete sich Bankchef Mack. Die Börsianer zeigten sich überzeugt: Die Aktie zog um knapp 4 Prozent an.
Morgan Stanley gehört neben Branchenprimus Goldman Sachs zu den letzten beiden grossen unabhängigen ehemaligen Investmentbanken der Wall Street, die mittlerweile den strengeren Regeln für Geschäftsbanken unterliegen. Konkurrent Lehman Brothers ging pleite, die Wettbewerber Bear Stearns und Merill Lynch retteten sich unter die Fittiche grösserer Institute.
MORGAN STANLEY BAUT UM
Morgan Stanley hat weit schwerer mit den Folgen der Krise zu kämpfen als der schon wieder hohe Milliardengewinne einfahrende Rivale Goldman Sachs. Die Bank hat sich deshalb neu aufgestellt: Sie übernahm von der gestrauchelten US-Grossbank Citigroup die Mehrheit an deren Handelsgeschäft (Smith Barney), trennte sich vom eigenen US-Fondsgeschäft und holte den japanischen Rivalen Mitsubishi UFJ an Bord. "Wir sind gut positioniert", sagte Bankchef Mack.
Mack muss aber zum Jahreswechsel seinen Stuhl räumen. Nachfolger ist Co-Präsident James Gorman. Bekanntester Morgan-Stanley-Banker hierzulande ist der ehemalige Chef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn. Er hatte vor einem Monat als Senior-Berater bei den Amerikanern angeheuert. Dem Vernehmen nach soll Mehdorn von Frankfurt aus bei der Sanierung des US-Geldhauses mithelfen./das/dct/he

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?