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Morgenröte für Schweizer Film

Treffpunkt an den Solothurner Filmtagen: die Bar im Landhaus.

(swissinfo.ch)

Mit dem Schweizer Film geht es aufwärts. An den Solothurner Filmtagen, dem Schaufenster des einheimischen Films, war die Aufbruchstimmung förmlich zu spüren.

Die 39. Solothurner Filmtage sind am Sonntag zu Ende gegangen.

"Achtung, fertig, Charlie!", dem erfolgreichsten Schweizer Kinofilm seit Jahrzehnten, sei Dank. Nach Jahren der Düsternis zeigen sich Silberstreifen am Horizont des Schweizer Films. Die positiven Signale mehren sich, die kritischen Stimmen werden leiser, das Gejammer der Filmbranche ist am Verstummen.

Die Branche tut sich mit dem Grosserfolg von Mike Eschmanns Rekrutenschule-Komödie zwar noch schwer. Hinter vorgehaltener Hand wird etwa kritisiert, dass der Film überhaupt Bundessubventionen erhalten habe, wo es doch "nur" ein populärer Film sei.

Auch Filmtage-Direktor Ivo Kummer sparte nicht mit kritischen Worten. Er sprach von "Recycling-Kino", das "konventionell und kommerziell" sei. Die Presse hingegen ist eher der Meinung, dass "Charlie" dem Schweizer Film helfe, weil er ein neues Publikum erschlossen habe.

Kapazitätsgrenzen

Bundesrat Pascal Couchepin, Ehrengast des Schweizer Filmpreises am Mittwochabend, zeigte ebenfalls keine Berührungsängste mit dem Erfolg und machte klar: "Ein erfolgreicher Film ist kein schlechter Film." Und die Filmtage-Besucher sehen es wohl auch so.

Das ehemals so kritische Solothurner Publikum, das jeweils auch mit Unmutsäusserungen nicht sparte, beklatscht heute jeden noch so mittelmässigen Film enthusiastisch, und begrüsste etwa auch die drei bundesrätlichen Besucher in Solothurn - Micheline Calmy-Rey zur Eröffnung, Pascal Couchepin am Mittwoch und Moritz Leuenberger als Privatbesucher am Samstag - mit grossem Applaus.

Die Filmtage selber platzen mit erneut zehn Prozent mehr Besucherinnen und Besucher und rund 40'000 Eintritten aus allen Nähten.

Besonders bei den beliebten Abendvorstellungen mussten während der ganzen Woche Besucher abgewiesen werden. Die Filmtage stossen mit ihrem Publikumserfolg ganz deutlich an ihre Kapazitätsgrenzen. Ivo Kummer hat für die kommenden Filmtage Verbesserungen versprochen.

Die Solothurner Filmtage sind zwar längst ein Event geworden, bei dem sich nicht nur die gesamte Filmbranche gerne zeigt, sondern auch weitere Prominenz, versteht sich aber immer noch als Werkschau, die einen Überblick über die Filmproduktion des letzten Jahres geben will.

Eigentliche Filmpremieren waren darum auch dieses Jahr die Ausnahme, aber deshalb umso mehr im Zentrum des Interesses.

Fernseh-Filme

Die positivsten Überraschungen waren zwei Fernsehfilme, die beide auch im Kino zu sehen sein werden. Markus Imboden beeindruckt mit dem Drama "Ins Leben zurück", dem einfühlsamen Porträt einer Frau, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter wieder zu sich selber findet.

Und mit der Komödie "Sternenberg" gelingt Christoph Schaub das Kunststück, trotz einem sehr leichtfüssigen Stoff intelligent zu unterhalten. Er erzählt von einem älteren Heimkehrer, der sich wieder einschulen lässt, um die Schliessung der Dorfschule zu verhindern.

Zu gefallen wusste auch Manuel Flurin Hendrys Erstling "Strähl" über einen Zürcher Drogenfahnder, der selber tablettensüchtig ist, und sich zudem in eine Junkiefrau verliebt.

Gute Kinochancen hat auch der Dokumentarfilm "Krokus - as long as we live" von Reto Caduff über die erfolgreichste Schweizer Rock-Band.

Während einer Woche waren in Solothurn rund 250 Produktionen zu sehen, darunter 170 neue Schweizer Filme. Die 40. Solothurner Filmtage finden vom 24. bis zum 30. Januar 2005 statt.

Swissinfo, Beat Glur, sda

In Kürze

Schweizer Filmpreis

Bester Spielfilm: "Mein Name ist Bach" von Dominique de Rivaz

Bester Dokumentarfilm: "Mais im Bundeshuus" von Jean-Stéphane Bron

Bester Kurzfilm: "L'escalier" von Frédéric Mermoud

Beste Schauspielerin: Bettina Stucky in "Meier Marilyn"

Bester Schauspieler: Gilles Tschudi in "Mein Name ist Bach"

Jurypreis: Corinna Glaus (Casting von "Achtung, fertig, Charlie!")

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