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Morgenröte für Schweizer Textilindustrie

Edle Schweizer Stoffe für die Laufstege dieser Welt

(Keystone)

Erstmals nach Jahren der Flaute hat der älteste Wirtschaftszweig der Schweiz wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Wachstum von 0,6 Prozent stimmt die Branche zuversichtlich.

In der gesamten Textil- und Bekleidungsindustrie sei ein Umsatz von 4,3 Mrd. Franken erarbeitet worden, hiess es an der TVS-Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag (09.02). Einzelne Sparten blieben aber nach wie vor rückläufig - so das ehemalige Paradepferd der Branche, die Stickereien.

Überleben in Nischen

Zusammen mit der Uhrenindustrie gehört die Textilwirtschaft zu den ältesten Wirtschaftszweigen der Schweiz und erlebte ihre Glanzzeit während des 19. Jahrhunderts. Damals waren rund die Hälfte aller industriellen Arbeitnehmer in der Textilindustrie tätig.

Doch war der Abbau bis in die späteren Neunziger Jahre markant: rund 60 Prozent der Stellen gingen verloren.
Heute steht fest, dass die Rettung der Branche in der Spezialisierung, in der Nischenproduktion liegt.

High-Tech-Textilien - Cyberspace im Alltag

Über die letzten Jahre sind eine Reihe neuartiger Textilien entwickelt worden, bei denen sich Spitzentechnologie aus der Weltraumforschung mit innovativen Ansätzen aus Design-Labors gepaart haben. Die Supermodels wandeln in durchsichtigen, federleichten Kostümen aus Metall über den Catwalk, in Materialien, die eigentlich als Ölfilter für Raffinerien entwickelt wurden ...

Kampagne gegen Kinderarbeit

Um ihre Kosten zu senken, haben Schweizer Kleidungshersteller ihre Produktion teilweise in Länder mit tieferem Lohnniveau ausgelagert. Doch Qualität, Kundennähe und Markenbewusstsein sprechen offenbar für die Herstellung in der Schweiz, so dass der grosse Exodus ins Ausland am Ende zu sein scheint. Am Rande mit ein Grund dafür mag auch eine Kampagne gegen Kinderarbeit gewesen sein, die 1999 unter dem Motto "Clean Clothes Campaign" lanciert wurde.

Klare soziale Standards

Die drei Organisationen Brot für Alle, Erklärung von Bern und Fastenopfer machten damit auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Billigländern aufmerksam. Schweizer Unternehmen wurden aufgefordert, sich selbst klare soziale Standards zu setzen. Auf jegliche Zwangs- oder Kinderarbeit solle verzichtet und Diskriminierung verhindert werden. Vor allem wurden auch die Bezahlung von gerechten Löhnen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen gefordert.

Migros, Mabrouc und Veillon

Die Schweizer Firmen hätten zwar unterschiedlich auf den Druck der Firmen reagiert, aber bei einigen sei das soziale Bewusstsein stärker geworden. Als Vorbilder gelten Migros, Mabrouc und Veillon, die sämtliche Punkte des "Clean-Clothes"-Kodex in die Geschäftsbedingungen aufgenommen haben.

Forderung nach gleich langen Spiessen

Nach wie vor ortet die Schweizer Textilbranche auf handelspolitischer Ebene zahlreiche Defizite: Um gleich lange Spiesse wie die EU-Konkurrenz zu haben, verlangt sie neue Freihandelsverträge. Zusätzlich schlägt sie gegenüber den EFTA-Staaten vor, mit allen Ländern, die ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnen, gleichartige Freihandelsverträge abzuschliessen und diese danach mit denjenigen der EU zu verknüpfen.

Monika Lüthi


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