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Als ich jung war Die vergessene Geschichte Schweizer Au-pairs in Grossbritannien

In der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg war Grossbritannien ein beliebtes Ziel für junge Schweizer Frauen. Sle arbeiteten als Au-pairs, lernten die britische Lebensart kennen, und viele verliebten sich ins Land und seine Leute, wie ein neues Buch beschreibt. (SRF/swissinfo.ch)

In ihrem Buch beschreibt die Autorin Simone Müller, wie junge Frauen damals mutig gegen die Enge der Schweizer Gesellschaft und für mehr berufliche Perspektiven kämpften. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden hunderte junge Schweizer Frauen zurück in die Schweiz transportiert.

Zwei der Frauen, die im Buch zu Wort kommen, sind die 98-jährige Mina Rui-Oppliger, die im schweizerischen Laufen lebt, und die 90-jährige Myrtha Parsons-Biedermann aus Shepperton bei London. Sie war 1947 nach Grossbritannien gereist. "Daheim war nichts los. Deshalb interessierte mich alles, was fremd und anders war. Etwas musste geschehen", erzählt sie. Schliesslich verliebte sie sich in einen Briten und blieb.

Wie Parsons-Biedermann war auch Rui-Oppliger per Zug durch Frankreich gereist und hatte den Ärmelkanal mit dem Schiff überquert – damals ein grosses Abenteuer. Für beide war es die erste Reise ins Ausland: Nie zuvor waren sie in den Ferien gewesen.

Rui-Oppliger arbeitete bereits 1939 als Au-pair in London. Sie wollte eine Lehre als Schneiderin machen, aber ihren Eltern fehlte das Geld dafür. Deshalb arbeitete sie als Au-pair bei einer jüdischen Familie in London, die sie als "das zuverlässige Swiss Girl" schätzte. Ihrer Chefin gefiel die "richtige Schweizer Kost", die sie der Familie auftischte.

Eigentlich wollte Rui-Oppliger für immer in England bleiben, doch nach fünf Monaten brach der Zweite Weltkrieg aus, und sie sah sich gezwungen, in die Heimat zurückzukehren. Für die rund 900 Schweizerinnen wurde extra ein Repatriierungsschiff gechartert. Die lange vergessene Geschichte dieser Rückführung und die Lebensgeschichten einiger Frauen hat die Autorin Simone Müller nun mit Hilfe von Material aus dem Schweizerischen Bundesarchiv aufgearbeitet.

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