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Dramatik, aber keine Idylle Caspar Wolf, der erste "moderne" Maler der Alpen

Der Schweizer Maler Caspar Wolf zählt zu den Pionieren der Malerei des alpinen Hochgebirges. Zu seiner Rolle kam er, indem er im 18. Jahrhundert einen enzyklopädischen Reiseführer durch die Schweizer Alpenlandschaft illustrieren konnte. Den Auftrag erteilte ihm der einflussreiche Berner Verleger Abraham Wagner. Wolfs Bilder, in denen er die wilde Bergwelt nicht idealisierte, sondern realistisch auf die Leinwand brachte, sind jetzt im Kunstmuseum Basel zu sehen.

Der Schweizer Maler wurde 1735 im Kanton Aargau geboren und  ist 1783 im deutschen Heidelberg gestorben. Vor seiner Zeit wurde die wilde Bergwelt in so genannten  Vedutenbildern naturalistisch-"dokumentarisch" dargestellt. Wolf aber erfand bestechende, teils dramatische malerische Formulierungen für Bergketten und Gletscher, Wasserfälle und Höhlen, Brücken und reissende Ströme, Seen und Hochplateaus. Seine Bilder berühren Prinzipielles, nämlich das Verhältnis der sinnlichen Wahrnehmung der Berge zu deren Realität.

Auch Albrecht von Haller, 1729 Schöpfer des epischen Gedichts "Die Alpen", war von Wolfs neuer Sicht auf die unwirtliche Landschaft angetan, indem er notierte: "...in den schönen Wolfischen Ansichten sieht man das in einem Nebel aufgelöste Wasser des Stroms".

Die Ausstellung "Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur" zeigt, wie seine Malerei die visuelle Wahrnehmung der Alpen am Ende des 18. Jahrhunderts nachhaltig prägte. Die 126 Werke von Wolf und Zeitgenossen sind im Kunstmuseum Basel noch bis 01.02.2015 zu sehen.

(Bilder: Kunstmuseum Basel / ProLitteris / Text: Igor Petrov swissinfo.ch)