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(Mit Angaben aus der Bilanzmedienkonferenz)
Dübendorf (awp) - Der Handysoftware-Hersteller Myriad hat im Geschäftsjahr 2010 weniger Umsatz erzielt und auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Dank des Verkaufs von geistigen Eigentumsrechten reduzierte sich der Reinverlust. Der Ausblick fällt vorsichtig aus.
"Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen", resümierte CEO Simon Wilkinson am Mittwoch bei der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Ein Tiefpunkt sei der Verlust des Grosskunden Sagem Wireless gewesen. Das französische Unternehmen musste bestehende Lieferverträge für 2010 und 2011 infolge von finanziellen Schwierigkeiten auflösen.
TELEFONICA-DEAL POSITIV
Als grosses Plus führte der Firmenchef dagegen einen Auftrag von Telefonica für Social Networking Services in Lateinamerika an. Die Vereinbarung soll Umsätze von mehr als 100 Mio USD während fünf Jahren generieren.
In Summe ging der Umsatz im abgelaufenen Jahr um 20% auf 101,0 Mio USD zurück. Der EBITDA vor Restrukturierungskosten halbierte sich etwa auf 11,3 Mio USD. Die Gesellschaft konnte den Reinverlust jedoch auf 32,9 Mio USD eingrenzen, nach einem Vorjahresverlust von 51,4 Mio USD.
Dabei stützte ein Sondereffekt: Myriad erzielte einen ausserordentlichen Gewinn von 18,3 Mio USD aus dem Verkauf von geistigem Eigentum, wie Ende 2010 angekündigt. Die Vorjahreszahlen sind pro-forma-Werte, im Zusammenhang mit der damaligen Fusion von Esmertec und Purple Labs zu Myriad.
AUFTRAGSBESTAND ABGEFLACHT
Der Auftragsbestand belief sich Ende 2010 auf 31,4 Mio USD, knapp ein Viertel des Vorjahreswertes (pro-forma). Dieser deutliche Rückgang spiegle den Verlust des Grosskunden Sagem Wireless wider, hiess es.
Die Umsätze mit Sagem Wireless lagen 2010 letztmals bei 36 Mio USD nach 59 Mio im Vorjahr. Der Kunde trug im Berichtsjahr noch 36% zum Umsatz bei. Mit Sony Ericsson, Motorola, LG, Samsung und KDDI erwirtschaftete Myriad einen Umsatzanteil von 39%. Orange und Telefonica trugen den Angaben zufolge 9% bei.
Der Verlust von Sagem Wireless führte zu einem nicht-cashwirksamen Abschreiber auf den Goodwill und auf andere immaterielle Werte von insgesamt 25,7 Mio USD. Die flüssigen Mittel lagen Ende 2010 bei 33,7 Mio USD. Myriad schloss das Jahr mit einer Netto-Cash-Position von 30,5 Mio USD ab. Die Eigenkapitalquote betrug 48% nach 56% im Vorjahr.
AUSBLICK VORSICHTIG
Für das laufende Geschäftsjahr 2011 macht die Handysoftware-Firma keinen detaillierten finanziellen Ausblick. Die Umsatzentwicklung werde vor allem vom erfolgreichen Launch neuer Produkte sowie dem Rollout des Telefonica-Projekts in Lateinamerika und weiteren Vorhaben abhängen, erklärte das Management.
Der Fokus liege in nächster Zeit auf dem Rollout in 13 südamerikanischen Ländern, hiess es. Nach vier integrierten Netzwerken im März 2011 werde Myriad dort sowie in zwei zusätzlichen Märkten den Betrieb im zweiten Quartal starten. Bis Ende Jahr sollen die übrigen Netze folgen.
Allerdings ist damit zu rechnen, dass es im Jahr 2011 zu einem Umsatzrückgang kommt. CFO James Bodha sieht das Break-Even-Level indes als möglich an, wenn sich das Geschäft positiv entwickelt. Sicherer sei das Erreichen der Gewinnzone im Jahr 2012, sagte er. Die Kostenbasis pro Jahr soll künftig um rund 23 Mio USD tiefer liegen.
NEUE MÄRKTE IM FOKUS
Das Management will eine Reihe weiterer Aufträge im Zusammenhang mit Social Network Services sichern. Es gehe darum, neben dem bestehenden Geschäft gleichzeitig bei neuen mobilen Produkten Fuss zu fassen. Das Portfolio ziele künftig zudem zusätzlich auf Märkte wie Set-Top-Boxen und Unterhaltungselektronik, hiess es.
Der Verkauf von Patenten soll ebenfalls Geld in die Kasse spülen. Insgesamt könnte Myriad mehr als 400 Patente veräussern, erklärte der CFO gegenüber AWP. Er sah den möglichen Erlös im zweistelligen Millionen-Bereich. Auf das laufende Geschäft habe der Verkauf keinen negativen Einfluss, da Myriad immer wieder neue Patente registrieren lasse.
Die Anleger zeigten sich skeptisch. An der Börse verlor die Myriad-Aktie gegen Mittag in einem freundlichen Gesamtmarkt 2,8% auf 4,86 CHF, bei eher durchschnittlichen Volumen.
cc/ra

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