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Nahost bewegt die Schweiz

Noch trauern viele palästinensische und israelische Mütter.

(Keystone)

Die Lage im Nahen Osten führt auch in der Schweiz zu zahlreichen Reaktionen. Sicherheits-Massnahmen werden verstärkt und Friedens-Initiativen lanciert.

Die Schweiz sei dafür prädestiniert, kreative Wege zu gehen, sagt der Berner Alt-Nationalrat François Loeb, Initiant einer neuartigen Friedensinitiative: Israelische und palästinensische Mütter sollen sich mit Schweizer Unterstützung gemeinsam für den Frieden einsetzen.

Mütter als Friedens-Botinnen

"Die Lage im Nahost scheint momentan derart ausweglos. Es muss ein anderer als der aktuelle Weg gefunden werden", sagt Loeb gegenüber swissinfo. "Und wer könnte sich besser für den Frieden einsetzen als Mütter?" Die Idee, Mütter als Friedensboten einzusetzen, ist nicht neu. Schon während des Libanon-Krieges, aber auch im Tschetschenien-Krieg, nahmen Mütter Friedensinitiativen auf. "Mit Erfolg", wie Loeb betont.

Ausgedacht wurde die Initiative bei der Berner Sektion der Gesellschaft Schweiz - Israel. Diese orientierte über Ostern das Schweizer Aussenministerium. Man hofft, dort auf ein positives Echo zu stossen und konkrete Unterstützung zu erhalten. Die Umsetzung, also die Kontaktaufnahme mit Müttern auf beiden Seiten, so Loeb, müsse unter anderem auch auf diplomatischem Weg erfolgen. Im EDA scheint man nicht abgeneigt. "Wir finden die Idee sehr interessant", sagt EDA-Sprecherin Muriel Berset Kohen.

Grosse Unterstützung

Unterstützung sucht man aber auch an anderen Orten. Der Bund Schweizerischer Frauenorganisationen hat Hilfe zugesichert. Auch in Neve Shalom - Wahat al-Salam, eine israelische Modellstadt, in der Juden und Araber ein friedliches Zusammenleben vorleben, stösst die Schweizer Initiative auf positives Echo.

"Es wird viel Zeit brauchen, um Mütter zu finden und sie für die Idee zu begeistern", sagt Evi Guggenheim, eine der Bewohnerinnen von Neve Shalom. "Alle sind deprimiert. Aber sehr viele Mütter seien gegen den Krieg." Es gäbe einige israelisch-palästinensische Vereinigungen, an die man sich wenden könne, erklärt Guggenheim. Schwierig werde es jedoch, in den besetzen Gebieten. Kontakt herzustellen sei fast nicht mehr möglich.

"Ein Erfolg ist natürlich nicht garantiert", sagt Initiant Loeb. "Aber man muss zumindest versuchen, etwas für den Frieden zu tun." Er hofft auch, das IKRK, die Gesellschaft Schweiz - Palästina oder die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte für die Initiative mobilisieren zu können. Letztere will mit Bundesrat Jospeh Deiss, dem Schweizer Aussenminister, baldmöglichst Kontakt aufnehmen und ihn aufordern, den Schweizer Botschafter in diesem Sinne einzusetzen.

Bloss Augenwischerei

Abweisend äussert sich hingegen Saïda Keller-Messahli, Vertreterin der Gesellschaft Schweiz - Palästina. "Die Initiative ist reinste Augenwischerei, pseudo-menschliches Getue." Die Realität werde dabei verkannt. Es gehe schliesslich nicht um zwei gleichgestellte Parteien, sondern um Besatzer und Unterdrückte. Nur politischer Druck auf Israel könne Erfolg bringen. "Man muss Israel zwingen, die UNO-Resolution anzuerkennen. Erst danach kann man solche Initiativen lancieren."

Besondere Sicherheitsmassnahmen

Nach den jüngsten Übergriffen auf Synagogen in Frankreich und Belgien sind auch in der Schweiz Bestrebungen im Gang, die Sicherheits-Massnahmen rund um jüdische Institutionen zu verstärken. Dabei arbeiten die verschiedenen Polizeistellen eng mit dem Schweizer Bundes-Sicherheitsdienst zusammen.

Nach Auskunft von Franz Märki vom Mediendienst der Stadtpolizei Bern ersuchte dieser Tage die Jüdische Gemeinde Bern um verstärkten Polizeischutz. Dem Begehren sei stattgegeben worden, um zu verhindern, dass die Gewalt im Nahen Osten auch auf Einrichtungen in der Schweiz übergreife. Näheres zum Sicherheits-Dispositiv würde der Öffentlichkeit aus verständlichen Gründen jedoch nicht bekannt gegeben.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund geht davon aus, dass es sich bei den simultanen Übergriffen auf Synagogen in Belgien und Frankeich um eine gemeinsam geplante Aktion handle, wie SIG-Präsident Alfred Donath gegenüber swissinfo betonte.

Der Gemeindebund sei in ständigem Kontakt mit der Schweizer Polizei, aber es bestehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Grund zur Panik. Laut Bundes-Sicherheitsdienst seien auch keine Drohungen gegen jüdische Einrichtungen eingegangen

Als einzige Lösung zur Entspannung des Nahostkonflikts sieht Donath eine militärische Intervention der USA in der Krisenregion.

swissinfo


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