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Nanotech und Business

Schweizer Wissenschafter suchen den Austausch mit führenden US-Technologiezentren an einer einwöchigen Nanotech-Schau.

(swissinfo.ch)

Forscher und Unternehmer aus der Schweiz und den USA haben darüber diskutiert, wie die Nanotechnologie, die Wissenschaft der superkleinen Dinge, zu kommerzialisieren wäre.

Die Schweiz zeigt in Boston, Chicago und San José ihre Errungenschaften in der Nanotechnologie. An mehreren Konferenzen in den drei amerikanischen Grosstädten sind dieser Tage mit Vertretern der führenden US-Technologiezentren Ideen darüber ausgetauscht worden, wie auf Nano-Erzeugnisse spezialisierte Firmen im heutigen Markt überleben können.

"Die Wissenschafts-Kultur hat eigentlich nichts mit Business zu tun. Ihr Zweck ist die Grundlagenforschung und das Studium interessanter wissenschaftlicher oder fundamentaler Phänomene," meinte Chad Mirkin, Direktor des Nanotechnologie-Instituts an der Northwestern University. Seinem Labor ist die Gründung zweier Firmen zu verdanken.

"Eine der grössten Herausforderungen liegt darin, die Tradition zu durchbrechen und die Leute dazu zu bringen, eine interessante Beobachtung im Labor auch unter dem Gesichtspunkt eines möglichen Markt-Potenzials zu betrachten."

Keep talking

"Es geht darum, dass Forscher und Kapitalgeber die gleiche Sprache sprechen," meinte auch Albert Zwicker von der Agentur für Wirtschaftsförderung des Kantons St. Gallen.

"Ich finde, dass wir in dieser Hinsicht in der Schweiz besser werden müssen", fügte er bei. "Während Bankenkreise argumentieren, es fehle an guten Geschäftsprojekten, behaupten die Unternehmer, es stehe kein Geld zur Verfügung."

Dem sei nicht so. Es gebe ausreichende Finanzen und gute kommerzielle Projekte, doch liege das Problem bei den Kapitalgebern. Diese seien mit den Business-Plänen oft nicht einverstanden, weil sie sehr spezifische Ansichten darüber hätten, wohin ihr Geld gehen soll.

Investitions-Chancen

Nanotechnologie befasst sich mit Kleinstelementen und Grundeinheiten, Partikel, die ein Milliardstel Meter gross sind. Experten sagen der Mikrostrukturtechnik und Nanoelektronik eine grosse Zukunft voraus. In den nächsten 20 Jahren soll sie in der Weltwirtschaft einen führenden Platz einnehmen.

Die Investoren sind im allgemeinen bereit, drei bis fünf Jahre auf ein Resultat ihres Engagements zu warten und haben kein Interesse an Produkten, die länger brauchen bis zu ihrer Vermarktung.

Dort wo Firmen bereits bestehende Erzeugnisse ausbauen können, sind die Investitions-Aussichten vielversprechender, als dort wo neue Produkte hergestellt werden. Dies die Einschätzung von Konferenzteilnehmern in Boston, Chicago und San José/Kalifornien.

Brücken bauen

Die Schweiz hat im Rahmen der Initiative "Top Nano 21" bisher rund 200 Nanotechnologie-Projekte finanziert und dabei zahlreiche Bemühungen im Privatsektor koordiniert.

Der US-Kongress gibt im laufenden Fiskaljahr rund 400 Mio. Dollar zur Förderung der Nanotechnologie aus. Etwa 700 Mio. Dollar an Risikokapital wurde bisher zur Finanzierung von entsprechenden Projekten eingesetzt.

Laut Karl Höhener, Generaldirektor von "Top Nano 21", sollten Firmen mit aussichtsreichen Technologien keine Probleme haben, sich in der Schweiz Risikokapital zur Finanzierung ihrer Projekte zu verschaffen. Er verweist jedoch auf einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Geschäftsgebaren in der Schweiz und den USA:

"Hier in den Staaten werden neue Firmen breitestens betreut", so Höhener. "Wir in der Schweiz dagegen setzen bei der Nanotechnologie auf etablierte Unternehmen, die bereits eine Infrastruktur, ein Marketing und eine Stammkundschaft besitzen."

Marktgewinne seien so schneller zu erzielen als bei einem Neubeginn.

Die Nanotechnologie-Delegation aus der Schweiz besteht aus führenden Wisschenschaftlern, Firmenvertretern und Wirtschaftsförderern der Kantone, die an der Entwicklung dieses Wirtschaftszweigs interessiert sind.

Vincent Landon, San José

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