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Nationalbank glaubt an den Aufschwung

Die Währungshüter der SNB glauben an den Aufschwung.

(Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag ihren Hauptzinssatz einen Viertelpunkt erhöht.

Es ist die zweite Erhöhung innerhalb von drei Monaten. Die Währungshüter rechnen immer noch mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent dieses Jahr.

Das Zinszielband für den dreimonatigen Libor liegt neu bei 0,25 bis 1,25 Prozent, wie die SNB mitteilte. Sie beabsichtigt, den Libor bis auf weiteres im mittleren Bereich des Zielbandes von 0,75 Prozent zu halten.

Der Libor-Zinssatz ist der wichtigste Referenz-Zisnssatz im gesamten Geldmarkt. Er zeigt, ob die Nationalbank eine eher restriktive oder expansive Geldpolitik betreibt.

Bis Mitte Juni war das Zinszielband nach sieben Herabstufungen während 15 Monaten bei rekordtiefen 0 bis 0,75 Prozent gelegen. Ökonomen erwarten eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozent im Dezember.

Die Schweizer Konjunktur entwickle sich wie erwartet, teilte die SNB mit. Für das laufende Jahr geht sie trotz der Zinserhöhung weiterhin von einem Wirtschaftswachstum von gegen zwei Prozent aus.

Hypotheken teurer, Franken billiger

Mit einer Zinserhöhung verteuern sich tendenziell Kredite wie etwa Hypothekarzinsen. Zudem wirkt sie inflationshemmend. Die SNB will mit ihrer schrittweisen Zinsänderung eine mögliche Überhitzung der Konjunktur bekämpfen, dabei den Aufschwung aber nicht abwürgen.

Der Schweizer Franken tendierte nach dem Entscheid nach unten. Am frühen Nachmittag wurde der Dollar innerhalb von einer Viertelstunde teurer: Er stieg von 1,26956 Franken auf 1,2715 Franken. Der Euro kostete zeitgleich 1,5455 Franken nach zuvor 1,5441 Franken.

Wirtschaft freut sich

"Die grosse Unbekannte ist natürlich, was mit dem Franken-Kurs passieren wird", sagte Rudolf Walser vom Wirtschafts-Dachverband economiesuisse gegenüber swissinfo. Ein Anstieg des Frankenkurses könnte der Export-Industrie Probleme bereiten.

Trotzdem wurde Waser nicht überrascht: "Wir haben diesen Schritt erwartet, nachdem die SNB im Juni zur expansiven Geldpolitik zurückgekehrt ist. Der heutige Entscheid zeigt klar, dass die Nationalbank Vertrauen in die Erholung der Wirtschaft hat.

Gewerkschaften nicht überrascht

Der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Serge Gaillard, zeigte sich nicht überrascht vom Zinsschritt der Nationalbank. Die Erhöhung sei zu erwarten gewesen, erklärte er. Auch mit einem Leitzins von 0,75 Prozent bleibe die Geldpolitik expansiv und gefährde den
Aufschwung nicht.

Entscheidend sei aber, dass der Franken gegen den Euro nicht noch stärker werde. Eine weitere Zinserhöhung sei erst bei einer deutlichen Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten, sagte Gaillard weiter.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Neuer Liborzinssatz: 0,25%-1,25%
Zweite Erhöhung innerhalb von drei Monaten
Damit bewegt sich die SNB weg vom Rekordtief
Sie glaubt damit an den Wirtschafts-Aufschwung

Infobox Ende

In Kürze

Der Libor-Zinssatz ist der wichtigste Referenz-Zisnssatz im gesamten Geldmarkt.

Er zeigt, ob die Nationalbank eine eher restriktive oder expansive Geldpolitik betreibt.

Steigt der Libor-Zinssatz, hemmt das die Inflation, erhöht aber auch die Mieten.

Der Einfluss des Zins-Entscheides auf den Kurs des Frankens ist besonders für die Export-Industrie von Bedeutung.

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