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Nationalbank lockert Geldpolitik

(Keystone Archive)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkt ihr Zielband für die Geldmarktzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Die Notenbank reagierte damit auf die geringere Teuerungsgefahr und die gestiegenen Risiken der Konjunktur. Die Grossbank Credit Suisse kündigte eine Hypothekarzins-Senkung an.

Die Schweizerische Nationalbank SNB lockert ihre Geldpolitik leicht. Wie die Notenbank am Donnerstag (22.03.) mitteilte, nimmt sie die Bandbreite für den Dreimonats-Libor um 0,25 Prozent auf 2,75 bis 3,75 Prozent zurück. Das entspricht einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Notenbank will den Referenz-Zinssatz weiterhin im mittleren Bereich der Bandbreite halten.

Schwächeres Wachstum als erwartet

Im Kommentar zu den geldpolitischen Beschlüssen für das zweite Quartal weist die Nationalbank darauf hin, dass die konjunkturellen Risiken seit Ende 2000 zugenommen hätten. Die Schweizer Wirtschaft werde etwas schwächer wachsen, als damals erwartet worden sei.

Die Nationalbank hatte im Dezember ein Wachstum des realen Bruttoinland-Produkts von 2,2 Prozent für 2001 vorausgesagt. Eine neue zahlenmässige Prognose machte die Notenbank nicht, wie SNB-Sprecher Werner Abegg auf Anfrage sagte. Die Gefahr eines konjunkturellen Einbruchs bestehe aber nicht. Die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz blieben trotz der Verlangsamung des Wachstums gut.

Geringere Inflations-Gefahr

Die leichte Lockerung der Geldpolitik wird weiter mit den geringeren Risiken für die Preisstabilität begründet. Dank dem raschen Rückgang der Erdölpreise und angesichts der stärkeren Abschwächung der US-Konjunktur sei die Gefahr geringer geworden, dass die mittlere Teuerungsrate im laufenden Jahr die Marke von zwei Prozent überschreiten werde.

Auch für die nächsten drei Jahre sieht die Nationalbank keine Inflationsgefahr. Bis Ende 2003 sollte die Teuerungsrate wieder auf 1,5 Prozent sinken. Die Nationalbank sieht ihr Ziel der Preisstabilität erreicht, wenn die Teuerung unter zwei Prozent bleibt.

Keine Reaktion auf Börsen-Turbulenzen

Die Turbulenzen an den Börsen waren laut Abegg kein unmittelbarer Grund für die Zinssenkung. Es sei heikel, wenn man die Börsenentwicklung sehr stark in die Geldpolitik einbeziehe, sagte der Sprecher, räumte aber ein, dass die Lage an den Börsen Teil der allgemeinen konjunkturellen Stimmungslage sei.

Tiefere Mieten gefordert

Die Zinssenkung durch die Nationalbank hat die Verbände von Hauseigentümern und Mietern auf den Plan gerufen. Sie fordern eine Senkung der variablen Hypothekarzinsen in der Schweiz um einen Viertel Prozentpunkt.

Die Credit Suisse kündigte am Abend als erste Bank eine Senkung der Hypothekarzinsen an. Die Credit Suisse werde bereits in den nächsten Tagen die Hypothekarzinsen senken, sagte Chefökonom Alois Bischofberger gegenüber der Tagesschau von SF DRS. Über die Höhe der Senkung wollte sich Bischofberger auf Anfrage nicht äussern.

Vertrauenszeichen gesetzt

"Wir hatten erwartet, dass die SNB das Zielband unverändert lässt", sagte Rudolf Walser, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse, dem Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft. "Der Zinsentscheid hat uns überrascht."

Laut Walser wurde ein "Vertrauenszeichen gesetzt", nachdem Verunsicherung über den weiteren Konjunkturverlauf bestehe. Die Nationalbank signalisiere, dass sie geldpolitisch alles daran setze, um den Wachstumspfad beibehalten zu können.

Wenig Resonanz an Börse

Auf wenig Resonanz stiess das Zinssignal der Nationalbank dagegen an der Börse. Der Swiss Market Index (SMI) gab bis zum Schluss im Gleichschritt mit den übrigen europäischen Aktienmärkten um 5,6 Prozent auf 6'574 Punkte nach.

swissinfo und Agenturen


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