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Nationalbankgewinn schmolz wie Schnee an der Sonne

Trotz Gewinneinbusse, die Zahlen der SNB bleiben schwarz.

(Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im ersten Halbjahr 2006 einen Gewinneinbruch von 72,4% auf noch 1,96 Mrd. Franken verbucht.

Die Bank erklärt dieses Ergebnis mit steigenden Zinsen und schwächerem Dollar.

Unter dem Strich verdiente die SNB in der ersten Jahreshälfte noch 1,96 Mrd. Franken. Das sind mehr als 5 Mrd. Franken weniger als in der Vorjahresperiode (7,09 Mrd. Franken), wie aus dem am Freitag veröffentlichten Halbjahresergebnis hervorgeht.

Auf den Positionen in Fremdwährungen ergab sich ein Verlust von 1,15 Mrd. Franken, verglichen mit einem Gewinn von 4,24 Mrd. Franken im Vorjahr.

Das Minus ist laut SNB auf rückläufige Fremdwährungskurse und Kapitalverluste zurückzuführen.

Hohe Wechselkursverluste

Die Wechselkursverluste summierten sich auf 945 Mio. Franken nach einem Gewinn von 2,25 Mrd. Franken in der Vorjahresperiode. Das war vor allem eine Folge des Dollar-Rückgangs. Dieser betrug seit Anfang Jahr 6,8% und verursachte der SNB einen Bewertungsverlust von 963 Mio. Franken.

Zudem litten die festverzinslichen Anlagen unter den steigenden Zinsen: Die Kapitalverluste von 1,07 Mrd. Franken übertrafen dabei die Zinserträge. So ergab sich ein Verlust vor Wechselkurseinflüssen von 285 Mio. Franken nach einem Gewinn von 1,87 Mrd. Franken. im Vorjahr.

Die Aktien-Anlagen steuerten einen Gewinn vor Wechselkurs-Einflüssen in Höhe von 91 (Vorjahresperiode: 124) Mio. Franken bei. Aus den Anlagen in Franken resultierte wegen der höheren Zinsen ein Verlust von 51 Mio. Franken nach einem Gewinn von 248 Mio. Franken im Vorjahr.

Goldpreis auf Rekordhoch

Dass die SNB überhaupt einen Gewinn verbuchen konnte, verdankt sie dem Goldpreis. Der Preis für eine Unze nahm kontinuierlich zu und erreichte am 12. Mai mit 730 Dollar den höchsten Stand seit 26 Jahren. Danach erfolgte eine starke Korrektur.

Der Preis für ein Kilo Gold stieg seit Anfang Jahr um 11,6% auf 24'214 Franken. Das führte zu Bewertungsgewinnen auf dem Goldbestand von 3,25 Mrd. Franken, verglichen mit 2,70 Mrd. Franken in der Vorjahresperiode.

Brisant für Kosa-Initiative

Vom gesamten Ergebnis von 1,96 Mrd. Franken werden 444 Mio. Franken den Rückstellungen zugewiesen, wie die SNB weiter mitteilte. Damit verblieb in der ersten Jahreshälfte ein Betrag von 1,51 Mrd. Franken für die Ausschüttung an Bund und Kantone. Vor Jahresfrist waren es noch 6,70 Mrd. Franken gewesen.

Die Nationalbank-Gewinne werden zurzeit mit Argusaugen verfolgt, weil sie ein Zankapfel im Abstimmungskampf über die KOSA-Initiative sind. Die KOSA-Initiative sieht vor, den Reingewinn der SNB grösstenteils zur Finanzierung der AHV zu verwenden.

Die Nationalbank hatte mehrmals auf die grossen Schwankungen in der Gewinnentwicklung verwiesen und die Ausschüttungsziele der Initianten als unrealistisch bezeichnet.

Die Notenbank-Spitze geht davon aus, dass langfristig nur rund 1 Mrd. Franken zur Gewinnausschüttung an die öffentliche Hand übrig bleibt. Die KOSA-Initianten kritisieren dies als Schwarzmalerei und versprechen sich abzüglich der für die Kantone vorgesehenen Milliarde namhafte Beiträge für die AHV.

Über die Volksinitiative wird am kommenden 24. September abgestimmt.

swissinfo und Agenturen

Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik der Schweiz. Ziel ihrer Politik ist Preisstabilität, die laut ihren Angaben eine wesentliche Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand ist.

Die SNB stützt ihre geldpolitischen Entscheidungen auf eine mittelfristige Inflationsprognose ab. Der Referenz-Zinssatz ist der Dreimonats-Libor (London Interbank Offered Rate).

Die Nationalbank verfügt über das alleinige Recht, Banknoten auszugeben und setzt im Auftrag des Bundes auch die Münzen über ihr Bankstellennetz in Umlauf. Ihr Gewinn wird grob gesagt zwischen den Kantonen (2/3) und dem Bund (1/3) aufgeteilt.

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Kontext

Gemäss einer Konvention aus dem Jahr 2002, gültig bis 2012, werden maximal 2,5 Mrd. Franken an Bund und Kantone ausgeschüttet. Weiter wird eine Dividende an die Aktionäre ausgerichtet. Der Rest der Gewinne fliesst in die Reserve.

Die Kosa-Initiative der Sozialdemokraten und Gewerkschaften will den Gewinn der Nationalbank für die Altersvorsorge (AHV) verwenden. Ausgenommen 1 Mrd. Franken, die weiterhin den Kantonen zusteht.

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