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Nationalliga-Präsident Furrer begrüsst “harte Hand”

(Keystone-SDA) Zürich – Schweizer Fussball- und Eishockeyfans sollen sich ab der Saison 2011/2012 mit einer so genannten “Fancard” identifizieren, wenn sie ein Spiel der obersten Liga besuchen wollen. Diese Massnahme haben die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren am Freitag beschlossen.
So soll die Identifizierung von Gewalttätern an Fussball- und Eishockeyspielen erleichtert werden. Als weitere Massnahme fordert die Konferenz der kantonalen Polizei- und Justizdirektoren (KKJPD), dass Gastclubs künftig eigene Sicherheitsbegleiter stellen, und zwar mindestens zwei Begleiter auf hundert Fans.
Der Kanton, in dem das Spiel stattfindet, müsse zudem drei so genannte “Spotter”, also polizeiliche Szenenkenner, pro Spiel aufbieten, schreibt die KKJPD in einer Mitteilung. Wichtig sei es, dass dabei immer die gleichen Leute eingesetzt würden.
Auch die Stadien sollen künftig mehr in die Pflicht genommen werden: Geht es nach der KKJPD, müssen Stadionordnung und Sicherheitskonzept künftig von den zuständigen Behörden genehmigt werden.
Umsetzen kann die KKJPD ihre Forderungen jedoch nicht selber. Diese Massnahmen kämen einer Empfehlung gleich, schreibt sie. Sie ist aber überzeugt, dass diese aufgrund der breiten Zustimmung realisiert werden.
Mittlerweile sind in der Schweiz jedes Wochenende rund 900 Polizisten im Einsatz, um die Sicherheit rund um Fussball- und Eishockeyspiele zu gewährleisten. Diese Situation sei unhaltbar, findet die KKJPD. Solche Einsätze verursachten nicht nur hohe Kosten, sondern hielten die Polizei auch von andern Aufgaben ab.

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