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Nervenflattern vor Nobelpreis-Verkündung

Fünf Schweizerinnen unter den 1000 Frauen. Keystone

Beim Komitee "1000 Frauen für den Friedens-Nobelpreis" in Bern steigt die Nervosität. Am Freitag wird bekannt, wer den diesjährigen Preis erhält.

Dieser Inhalt wurde am 06. Oktober 2005 - 14:15 publiziert

Sie wäre enttäuscht, wenn die gemeinsame Nominierung scheitern würde, sagt Projekt-Leiterin Rebecca Vermot gegenüber swissinfo. Doch der "Sieg" sei nur eines der Ziele.

Das Projekt habe auch ein Schlaglicht auf 1000 Frauen geworfen, die weltweit für Frieden und Gerechtigkeit tätig seien, erklärt Rebecca Vermot weiter.

Das Projekt "1000 Frauen für den Nobelpreis" wurde 2003 ins Leben gerufen. Die Liste der Nominierungen wurde im Juni 2005 veröffentlicht.

swissinfo: Rebecca Vermot, was fühlen Sie, nun wo der Tag der Entscheidung näher rückt?

Rebecca Vermot: Es gibt Tage, da denke ich fast gar nicht daran, denn es gibt so viel zu tun bei uns. Aber in der Nacht, da kommt es oft hoch.

Rein rechnerisch stehen unsere Chancen 1 zu 198. So viele Vorschläge sind eingegangen. Doch politisch gesehen stehen die Chancen meiner Meinung nach besser. Wenn Sie die Welt von heute betrachten, wer, wenn nicht unsere Frauen, sollte den Friedens-Nobelpreis erhalten?

swissinfo: Dann werden Sie aber schon enttäuscht sein, wenn ihre Nomination nicht erfolgreich ist?

R.V.: Ja natürlich werden wir enttäuscht sein. Wohl aber nur für kurze Zeit. Denn, wenn ich schaue, was wir bereits bewegt haben, haben wir den Preis schon hundert Mal gewonnen.

Wir haben mit unserem Projekt eigentlich drei Ziele verfolgt: Das erste ist natürlich, dass die Frauen den Friedens-Nobelpreise auch erhalten. Das können wir nicht weiter beeinflussen.

Wichtig war, die Frauen, die wir nominiert haben, vermehrt ins Rampenlicht zu rücken. Das haben wir mit einem Buch, einer Ausstellung und der Bekanntgabe der 1000 Namen im Juni gemacht.

Seit der Bekanntgabe der Namen sind diese Frauen weltweit in der Presse erschienen. Durch die Internetseiten, die wir für sie eingerichtet haben, hoffen wir, dass sie vermehrt als Expertinnen bekannt und anerkannt werden und so zu internationalen Konferenzen eingeladen werden.

Ein weiteres Ziel: die wissenschaftliche Forschung. Konkret erzählen uns die 1000 Frauen eine Menge über ihre Arbeit, ihre Strategien und Methoden. Eine internationale Forschergruppe wird ihre Arbeite analysieren. So gesehen, haben wir zwei der drei Ziele erreicht.

swissinfo: Wie geht es jetzt weiter.

Wir haben administrativ noch viel zu tun, zum Beispiel müssen wir die tausend E-Mail-Adressen betreuen. Zudem findet Ende Dezember in China eine Konferenz statt, bei der sämtliche in China nominierten 108 Frauen anwesend sein werden. Je nachdem, was dort herauskommt, könnte dies der Anfang einer Zivilgesellschaft in China sein.

swissinfo-Interview: Morven McLean
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)

Fakten

Bisherige Friedens-Nobelpreis-Trägerinnen:
1905 Bertha von Suttner
1931 Jane Addams
1946 Emily Greene Balch
1976 Betty Williams
1976 Mairead Corrigan
1979 Mutter Teresa
1982 Alva Myrdal
1991 Aung San Suu Kyi
1992 Rigoberta Menchu Tum
1997 Jody Williams
2003 Shirin Ebadi
2004 Wangari Maathai

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In Kürze

1000 Frauen für den Friedens-Nobelpreis ist eine schweizerische Initiative, die weltweit mitgetragen wird.

Begleitend zum Projekt erscheint am 14. Oktober ein Buch mit Biographien und Bildern der 1000 Frauen.

Gleichzeitig wird in Zürich eine Ausstellung eröffnet.

Aus der Schweiz gehören Elisabeth Neuenschwander, Entwicklungshelferin, Irene Rodriguez, Kämpferin für illegale Flüchtlinge, Anni Lanz, Flüchtlingshelferin, Marianne Spiller Hadorn, Gründerin eiens Hilfsprojektes in Brasilien und Elisabeth Reusse Decrey, NGO-Gründerin, zu den 1000 Frauen.

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