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Nestlé Q1: Organisches Wachstum übertrifft Schätzungen; Ausblick bestätigt (Zus)

Vevey (awp) - Nestlé ist im ersten Quartal 2011 organisch deutlich über den Erwartungen gewachsen, dies trotz hohen Rohstoffpreisen, Naturkatastrophen oder Konflikten in diversen Ländern. Stark legten vor allem die aufstrebenden Märkte zu. Entsprechend zeigt sich der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller zuversichtlich und bestätigt den Ausblick. Trotz starkem Vortag legt die Aktie nochmals zu.
Das in Finanzkreisen am meisten beachtete organische Wachstum erreichte in der Berichtsperiode 6,4%, wobei 4,9% auf Mengenwachstum (RIG) und 1,5% auf Preisanpassungen zurückzuführen sind, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Der AWP-Konsens (Org. Wachstum: 5,8%, RIG 3,7%) wurde damit deutlich übertroffen. Einen Strich durch die Rechnung machte Nestlé allerdings der starke Franken. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft sank nämlich um 1,2% auf 20,3 Mrd CHF, wobei sich der Wechselkurseffekt mit -9,8% und der Akquisitions-Effekt (Alcon, Kraft Pizza) mit -5,9% auswirkten.
EMERGING MARKETS MIT WACHSTUM VON 12%
Die aufstrebenden Märkte erzielten ein organisches Wachstum von rund 12%, während die Industrieländer lediglich um 3% wuchsen. Nach Regionen legten Nord- und Südamerika 4,3%, Europa 3,9% und Asien, Ozeanien und Afrika 13,8% zu. Bei den Produktgruppen erreichen vor allem die Bereiche "Getränke in flüssiger- und Pulverform" mit 12,5%, "Nutrition" mit 9,0% oder "Milchprodukte/Speiseeis" mit 7,6% hohe Werte. Die stark konkurrenzierte Marke Nespresso wuchs organisch rund 20%.
"In den ersten drei Monaten des Jahres 2011 erreichten wir Wachstum in allen Kategorien und die Dynamik des Vorjahres wurde aufrechterhalten", sagte CEO Paul Bulcke in der Mitteilung. Man investiere dabei weiter in die Zukunft, insbesondere in Forschung und Entwicklung sowie in Marketing. Mit Innovationen, Effizienzsteigerungen und Preiserhöhungen will Bulcke zudem den höheren Inputkosten entgegentreten.
Der anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im Februar gegebene Ausblick für 2011 gilt weiter. Dementsprechend will der Konzern auch 2011 das sogenannte Nestlé-Modell erreichen, d.h. ein organisches Wachstum von 5-6% sowie eine verbesserte EBIT-Marge bei konstanten Wechselkursen. Die ersten drei Monate 2011 seien geprägt gewesen von einschneidenden Ereignissen, von sozialen Unruhen und Naturkatastrophen bis hin zur extremen Volatilität der Rohstoffpreise. Die starke Dynamik erlaube es aber, den Ausblick zu bestätigen, hiess es.
GUIDANCE FÜR INPUTKOSTEN BESTÄTIGT
Weiter im Fokus liegt die Entwicklung bei den Input-Kosten. Nestlé rechnet für dieses Jahr im Vergleich zu 2010 mit einem Mehraufwand für Rohstoffe und Verpackungsmaterial von 2,5 bis 3 Mrd CHF, wobei die Zahl eher am oberen Rand der Bandbreite ausfallen dürfte, wie Investor-Relations-Chef Roddy Child-Villiers an einem Investoren-Call sagte. Bei einem Betrag von rund 30 Mrd CHF letztes Jahr entspricht die Zunahme einem Plus der Inputkosten von 8-10%.
Nestlé werde die Preise - je nach Region und Produktkategorie unterschiedlich - erhöhen, so dass im Verlauf des Jahres die Preiskomponente zulasten der Mengenkomponente innerhalb des organischen Wachstums zunehmen werde. Die Entwicklung bei der EBIT-Marge wird laut Child-Villiers im ersten Halbjahr - u.a. wegen dem starken Vorjahr - "nicht so beeindruckend" sein, eine Steigerung werde es eher in der zweiten Jahreshälfte geben.
Nestlé hält bekanntlich eine Beteiligung von rund 30% am französischen Kosmetikkonzern L'Oréal. Wie Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck am Vortag anlässlich der Generalversammlung sagte, soll im Jahre 2014 entschieden werden, was mit der Beteiligung geschieht. "Wir sind mit dem Status-Quo zumindest bis 2014 zufrieden", sagte nun Child-Villiers. "Nichts zu machen wäre daher auch ein Entscheid", sagte er.
Die Aktie zeigte sich freundlich und legte trotz Vortages-Plus (1,3%) erneut zu. Kurz vor 13 Uhr stand sie 1,2% höher bei 53,90 CHF (SMI +0,4%). Analysten sprachen mehrheitlich von "starken" oder "soliden" Zahlen.
uh/gab

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