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ESSEN (awp international) - Die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA bremsen den Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Das Unternehmen hob am Freitag seine Verlustprognose für die 2010 in Betrieb genommenen Fabriken an. Trotzdem erwartet der Vorstand für den Gesamtkonzern in diesem Geschäftsjahr (30.9.) weiter einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg, da die übrigen Geschäftsbereiche sich dank des Wirtschaftsaufschwungs und eigener Sparerfolgen besser entwickeln. An der Börse verlor die ThyssenKrupp-Aktie dennoch bis zum Nachmittag gut 2,5 Prozent.
In der Sparte Steel Americas, in der die neuen Werke geführt werden, rechnet ThyssenKrupp nun mit einem operativen Verlust im "höheren" dreistelligen Millionenbereich, zuletzt hatte das Unternehmen einen Fehlbetrag in mittlerer dreistelliger Höhe angekündigt. Der operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) belief sich zwischen Oktober und Dezember bereits auf minus 378 Millionen Euro. Zudem sei es schwieriger geworden, einen ausgeglichenen Cashflow noch in diesem Geschäftsjahr zu schaffen, sagte Finanzchef Alan Hippe.
GROssE PROBLEME MIT DER KOKEREI
Probleme hat der Konzern in Brasilien unter anderem mit seiner Kokerei. Derzeit läuft erst eine von drei Batterien, wie der neue Vorstandschef Heinrich Hiesinger erklärte. Die zweite soll im dritten Geschäftsquartal hinzukommen, die dritte erst im nächsten Jahr. Der Konzern muss mehr Kokskohle als geplant zukaufen. Zudem muss ThyssenKrupp beim Umweltschutz aufrüsten. Der Bau der Werke in Brasilien und im US-Bundesstaat Alabama hatte nach hohen Kostensteigerung schliesslich fast 10 Milliarden Euro verschlungen.
Für die anderen Sparten ist ThyssenKrupp dagegen optimistisch. Sie sollen den höheren Verlust von Steel Americas wettmachen. Der operative Gewinn soll daher im Konzern in diesem Geschäftsjahr weiter von 1,2 auf 2 Milliarden Euro steigen, der Umsatz von 42,6 Milliarden Euro im Vorjahr um 10 bis 15 Prozent zulegen. Bereits zwischen Oktober und Dezember schrieben alle Sparten abseits des amerikanischen Stahlgeschäfts schwarze Zahlen, auch das lange defizitäre Edelstahlgeschäft. Stark legte die Autozulieferersparte zu. Einen regelrechten Boom erlebt das europäische Stahlgeschäft des Konzern. Bis zu sechs Monate sind die Werke nach Angaben von Finanzchef Hippe ausgebucht.
HIESINGER: STEHEN VIEL BESSER DA ALS VOR EINEM JAHR
ThyssenKrupp stehe erheblich besser da als vor einem Jahr, erklärte der Vorstandschef Hiesinger. Ohne die Verluste bei Steel Americas wäre das operative Ergebnis im ersten Geschäftsquartal auf mehr als 600 Millionen Euro gestiegen. Inklusive Amerika lag es mit 273 Millionen Euro aber leicht unter dem Vorjahreswert. Der Überschuss nach Minderheiten ging um knapp 15 Prozent auf 142 Millionen Euro zurück. Das Vorjahresergebnis war allerdings durch Unternehmensverkäufe positiv verzerrt.
Mut macht dem Unternehmen der Auftragseingang. Er stieg im Quartal um 20 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Das ist der beste Wert seit zwei Jahren. Der Umsatz legte ebenfalls um mehr als 20 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zu.
VERSCHULDUNG KRÄFTIG GESTIEGEN
Kräftig nach oben schnellte bei ThyssenKrupp die Verschuldung. Die Verbindlichkeiten beliefen sich Ende Dezember auf gut 5,8 Milliarden Euro, das sind 2 Milliarden mehr als noch Ende September. Das Unternehmen sprach von einer normalen Entwicklung. So koste der Hochlauf der neuen Werke Geld. Zudem habe das Unternehmen seine Vorräte in Erwartung steigender Preise aufgefüllt.
Einige Experten sehen in den hohen Schulden dennoch das grösste Hindernis für die vom seit Ende Januar amtierenden Konzernchef erwarteten Veränderungen. Hiesinger machte daher auch deutlich, dass der Schuldenabbau "höchste Priorität" habe. Zu seiner Strategie will sich der neue Chef erst in einigen Monaten äussern. Er machte aber schon deutlich, dass er die Technologie-Sparte ausbauen will.
FINANZCHEF-SUCHE MACHT FORTSCHRITTE
Fortschritte macht laut Hiesinger die Suche nach einem neuen Finanzchef. Amtsinhaber Hippe verlässt ThyssenKrupp Ende März und wechselt zum Schweizer Pharmakonzern Roche. Sein Anfang des Jahres angekündigter Abschied habe nichts damit zu tun, dass bei ThyssenKrupp etwas falsch laufe, sagte Hippe./enl/she

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