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Neue Weltwunder gesucht

Könnte eines der neuen 7 Weltwunder werden: der Taj Mahal.

(Keystone Archive)

Die antiken sieben Weltwunder könnten bald einmal durch sieben "neue" Wunder ersetzt werden.

Ein Schweizer Filmemacher hat im Internet einen Aufruf gestartet und die Welt aufgefordert, neue Vorschläge für zeitgemässe Bauwerke zu machen.

Vor mehr als 2000 Jahren machte sich der griechische Ingenieur Philon Gedanken über eine Liste all jener Bauwerke, die er als die wichtigsten seiner Zeit betrachtete.

Herausgekommen sind die sieben Weltwunder der Antike, von denen einzig noch die Pyramiden von Gizeh vorhanden sind.

Dies war für den Schweizer Filmer Bernhard Weber Grund genug, ein Projekt in die Welt zu setzten, um – wie Philon – sieben "heutige" Weltwunder zu suchen. Sein Projekt heisst denn auch "Die Neuen Sieben Wunder".

Damit, so Weber gegenüber swissinfo, wolle er eine alten Idee wieder beleben. "Es ist ein Projekt aus der Antike, vergleichbar den Olympischen Spielen der Neuzeit."

Volkswahl

Mit Hilfe der UNESCO, der Kulturorganisation der UNO, stellte Weber eine Liste mit 17 massgeblichen Bauwerken der Welt zusammen, die als neue Weltwunder bezeichnet werden könnten. Die Liste wurde im Internet veröffentlicht und durch weitere acht Bauwerke ergänzt.

Da stehen nun unter anderen der Taj Mahal, die Freiheitsstatue in New York oder der Moskauer Kreml samt Rotem Platz zur Auswahl.

"Die Bauwerke sollen nicht einfach gemauerte oder gegossene Monumente sein", sagt Weber, "sie sollten einen gewissen Mythos ausstrahlen".

Für den Filmemacher müssen die Bauwerke nicht Wunderdinge der Technik sein, sie dürfen durchaus auch Mängel in sich bergen, wie etwa der Schiefe Turm von Pisa. "Wichtig ist, dass von ihnen eine gewisse Faszination ausgeht."

Vermeiden wollte Weber, dass er in religiöse oder politische Auseinandersetzungen hineingerät mit seiner Aktion. Wenn auch eine gewisse weltanschauliche Seite nicht ausser acht gelassen werden könne.

"So war beispielsweise die Hagia Sophia in Istanbul zuerst eine christliche Kirche, bevor sie eine Moschee wurde", sagt Weber. Sie stehe zwar als Symbol des Glaubens da, aber auch als Bauwerk der Toleranz.

Genau diese symbolischen Werte der Bauwerke für die Bevölkerung waren Schlüsselelemente für die Auswahl der neuen Weltwunder.

"Als das Opernhaus von Sydney gebaut wurde, war es das erste Mal, dass ich etwas über Australien hörte", sagt Weber. "Dieses Bauwerk brachte einen ganzen Kontinent auf meine geistige Landkarte."

Chinesischer Vorschlag

Weber hat nun sein Projekt ins Internet gestellt, damit "die Welt" – wie er sagt – darüber befinden könne.

Und "die Welt" nahm das Angebot an. Bislang sind mehr als 15 Millionen Stimmen aus mehr als 200 Ländern eingegangen.

Dabei haben sich die Menschen aus China sehr begeistert gezeigt. Sie haben die Chinesische Mauer auf die Nummer 1-Position gehievt. Aber auch die Bauwerke aus den andern Ländern hätten durchaus noch ihre Chance, sagt Weber.

"Jeder, der stimmt, muss sich auf sieben Bauwerke beschränken, für die er stimmen darf." Weber hat die Erfahrung gemacht, dass die Leute vor allem für das stimmen, was sie am besten kennen. Er denkt aber, dass am Schluss von jedem Kontinent mindestens ein Bauwerk vorhanden sein wird.

Der Schweizer Filmemacher hofft, dass am Schluss die Liste der "Neuen Sieben Weltwunder" die heutige Meinung über den Stellenwert der Bauwerke dieser Erde wiederspiegelt.

"So wie die antiken Weltwunder Symbole ihrer Zeit waren, so sollen auch die neuen Wunder diese Ausstrahlung verkörpern." Damit würde ein neues weltweites Bewusstsein geschaffen für die kulturellen Unterschiede dieser Welt, auf der wir leben, sagt Weber.

swissinfo, Scott Capper
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)

In Kürze

Die sieben Weltwunder der Antike:

Die Pyramiden von Gizeh (noch erhalten)
Zeusstatue des Phidias in Olympia (durch Brand zerstört)
Artemis-Tempel in Ephesus (262 zerstört)
Grabmal von Mausolos in Halikarnassos (völlig zerstört)
Hängender Garten von Babylon (vollständig zerstört)
Koloss von Rhodos (224 v. Chr. eingestürzt)
Leuchtturm von Pharos in Alexandria (1375 durch Erdbeben zerstört)

Die Liste von Weber umfasst:

Chinesische Mauer
Taj Mahal
Potala Palast in Lhasa
Oasenstadt Timbuktu
Hagia Sophia in Istanbul
Kreml und Roter Platz in Moskau
Kolosseum in Rom
Schiefer Turm von Pisa
Eiffel-Turm in Paris
Schloss Versailles
Freiheitsstatue in New York
Empire State Building
Die Statuen auf den Osterinseln
Das Opernhaus in Sydney
Machu Picchu
Angkor Wat

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